Stadel

Solidarisch tätige Brückenbauerinnen der Gesellschaft

Die Landfrauen des Bezirks Dielsdorf geben sich konservativ, sind aber offen für die Moderne.

Die Landfrauen des Bezirks Dielsdorf leben ihre Tradition, greifen aber bei modernen Problemen der Gesellschaft ein.
Video: S. M. Stirnimann

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Ein feines Kuchenbuffet, eine blumige Bühnendekoration und dazu Frauen in der Zürcher Werktags- oder Sonntagstracht – so stellt man(n) sich eine Landfrauentagung vor. Dass aber viel mehr dahintersteckt, erfuhren die 180 Teilnehmerinnen aus den Regionen Wehntal und Furttal bereits in den Begrüssungsworten von Pia Schellenberg, Präsidentin der Landfrauenvereinigung Bezirk Dielsdorf. Rund 1100 Mitglieder stark ist diese Vereinigung, die dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) angeschlossen ist.

Hoher Erlösin Regensberg

«Der Bilderbuch-Sonntag im Herbst 2018 an unserem Markt in Regensberg schenkte wahrhaftig ein», erklärte Schellenberg. Ein sagenhafter Erlös von 12000 Franken sei dank des Besucherandranges zustande gekommen. Womit Schellenberg gleich den Bogen zur gemeinnützigen Arbeit der Landfrauen schlug. Denn ein Grossteil dieses Erlöses sei zur ländlichen Familienhilfe geflossen, deren Präsidentin Isabelle Rüegg ebenfalls vor Ort war.

Schellenberg berichtete von einer Bauernfamilie im bündnerischen Pany, die einen harten Schicksalsschlag erlitten habe. Durch eine Mitfinanzierung eines grösseren Familienautos durch einen weiteren Teil des Erlöses habe man der Sorge um ein geeignetes Transportmittel für den verunfallten Sohn Rechnung tragen können. Somit werde dieser Markt mit dem «Solidaritätsgedanken» laut Schellenberg auch diesen Herbst wieder stattfinden.

Landfrau von heute in moderner Gesellschaft

Entgegen weitläufiger Meinung hätten nicht alle Landfrauen direkt mit der Landwirtschaft zu tun, sagte etwa Landfrau Vreni Gujer. Vielmehr seien heutzutage die Türen offen auch für Frauen, die einfach an der Landwirtschaft interessiert seien. Liest man die Statuten der Vereinigung, steht dort als erklärtes Ziel «Brücken bauen zwischen der Stadt- und Landbevölkerung» und die sinnvolle Ernährung und Gesundheit fördern. So gibt es in jedem Landfrauenjahr eine Vielzahl an Kontaktmöglichkeiten mit der Bevölkerung, etwa an der Staudenbörse vom kommenden 17. April. An vorderster Front sind die Ortsvertreterinnen gefragt: Gleich zwei Jungbäuerinnen hätten sich als Neumitglieder dazu bereit erklärt.

Nachwuchssorgen hätten sie eigentlich nicht, sagte Schellenberg als es zur Ehrung von Angelika Bucher aus Stadel kam. Diese junge Frau hat nämlich vor Kurzem die Ausbildung zur Bäuerin mit eidgenössischem Fachausweis bestanden. Als prominente Landfrau war die Kantonsratskandidierende Erika Zahler im Publikum auszumachen.

Zankfreudiges Rentnerpaar erntet die Lacher

Bevor der regelrechte Landfrauenansturm ans reich bestückte Kuchenbuffet begann, sorgte das Kabarett-Duo Strohmann-Kauz mit ausgewählten Pointen für beste Landfrauenunterhaltung. Bewaffnet mit Rollator und Gehstock, parodierten sie als lebensfroher Ruedi und griesgrämiger Heinz.

Die beiden Absolventen der Theaterschule Zürich benannten so kurzerhand die aufgestellte grosse Kaffeekanne zum Landfrauenhydranten um und sorgten mit der Fake News, dass das begehrte Kuchenbuffet vom Hund Janosch vollständig abgeräumt worden sei, für ein kurzes Entsetzen im Publikum, auf das aber gleich ein Wunsch nach einer Zugabe folgte.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2019, 17:00 Uhr

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