Kloten

Sonderschicht bei Hockey-Nocturne

Das rekordmässig lange Eishockeyspiel am Klotener Schluefweg hat am Dienstag von allen Beteiligten viel abverlangt. Spieler, Betreuer, Eismeister und die Mitarbeiter im Stadioncatering standen bis weit nach Mitternacht im Einsatz. Sogar die Busse fuhren am Ende länger und viel weiter als geplant.

Je später die Nacht, desto rarer die öffentlichen Verkehrsmittel.

Je später die Nacht, desto rarer die öffentlichen Verkehrsmittel. Bild: Markus Hubacher (Archiv)

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Einen Rekord hatte man in Kloten im Zusammenhang mit Eishockey nicht erwartet. Jedenfalls keinen solchen. Jubelnd feierten die eingefleischten EHC-Fans auf der Stehrampe ihre Mannschaft, die erst in der 103. Minute ein kapitales Spiel ums sportliche Überleben in der höchsten Liga für sich entschied. Kloten gewann gegen B-Meister Rapperswil-Jona in der dritten Verlän­gerung 3:2.

Noch nie dauerte ein Hockeymatch in der Schweiz so lange wie dieses. Exakt eine Minute vor halb eins in der Nacht setzte der EHC-Captain mit einem sehenswerten Handgelenkschuss dem aus­ser­ordentlich anstrengenden Abend ein glückliches Ende. Zumindest für die Kloten-Fans.

Der Siegtreffer von Denis Hollen­stein zu fortgeschrittener Stunde war aber längst nicht gleich­bedeutend mit dem Feierabendbeginn für die restlichen Beteiligten. Besonders die augenfällig sehr stark präsenten Sicherheitskräfte im und ums Stadion hatten eine lange, aber letztlich doch ruhige Einsatznacht. Dazu beigetragen hat wohl auch ein spezieller Entscheid der Einsatzleitung der Polizei.

Bahnersatzbussewurden zum Rappi-Shuttle

Für die überdurchschnittlich vielen Fans – am Dienstag kamen fast 6900 – hatte man eigens ­Busse für den Abtransport organisiert. Dies, weil am Bahnhof Kloten ausgerechnet an jenem Abend aufgrund von Bauarbeiten auf der Strecke zwischen ­Oerlikon und Bassersdorf keine S-Bahn­ mehr fuhr. Die Chauf­feure von fünf Gelenkbussen der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) hätten zunächst mit den Rappi-Fans nach Spielschluss – erwartet wurde eine Zeit deutlich vor Mitternacht – nach Oerlikon fahren sollen. Dort bestehen nor­malerweise genügend ÖV-Anschlüsse.

Doch dieser Plan, die rivalisie­renden Fangruppen nach dem Spiel getrennt abreisen zu lassen, ging diesmal nicht auf. Gegen ein Uhr in der Früh gibts in einer Dienstagnacht gar keine ÖV-Anschlüsse mehr. Die extra bereitgestellten Bahnersatz­busse einfach ganz abziehen ging denn auch nicht, da man die Gästefans nicht einfach am Klotener Bahnhof sich selbst überlassen wollte und vor allem, weil es ­kei­ne Konfrontation mit den feiernden Heimfans geben sollte, erklärt Thomas Kreyenbühl, Leiter Angebot und stellvertretender Direktor der VBG.

«Weil das Spiel so lange dauerte, hat man dann entschieden, die Fans direkt nach Rapperswil zu fahren.» Gemäss Kreyenbühl seien sodann rund 250 Personen via Wetzikon an den oberen Zürichsee chauffiert wor­den von den fünf VBG-Chauffeuren, die eine Extraschicht hier­für schie­ben mussten.

Fünf Pausen statt zwei – auch fürs Catering ein Marathon

Überstunden musste auch die Stadioncrew schieben, besonders im Gastrobereich. Statt der üblichen zwei gabs am Dienstagabend und frühen Mittwochmorgen insgesamt plötzlich fünf (!) 18-minütige Pausen für die gegen 7000 Fans in der Swiss-Arena. Der Cateringchef am Schluef­weg hatte für die zwölf Verkaufsstellen in den Stadionumgängen und im VIP-Restaurant sowie für die Logenbetreuung rund 100 Mitarbeiter aufgeboten. «Wir sind für solche Aufgaben gerüstet», sagt Aron Lehmann. Der Bruder von Clubpräsident Hansueli ­Lehmann hatte vorgesorgt und mehr Nachschub an Getränken und Essen­ bestellt, wie er sagt. «Wir sehen ja immer zwei bis drei Tage im Voraus, wie viele Leute dass etwa kommen.»

«Der Letzte hat das Stadionum halb drei verlassen»

Dass der Hockeyabend in Kloten just an diesem Dienstag so lange dauern würde, kam unerwartet. «Klar sind uns an einigen Ständen Getränke ausgegangen», räumt der Cateringboss ein. Ansonsten aber habe man genügend Nachschub eingekauft. Seit dieser Saison gibt es keinen kalkulierbaren Spielschluss mehr im Eishockey, entscheidende Serien wie diese werden jetzt immer ­ohne Penaltyschiessen ausgespielt.

«Der Letzte hat das Stadion um halb drei verlassen», sagt Lehmann. «Wir sind alle kaputt, haben aber eine Riesenfreude. Denn noch ist nichts entschieden.» Die Mannschaft habe einen «super Spirit», hat er beim Frühstück mit den Spielern am folgenden Morgen im Stadionrestaurant bemerkt. Und so freue sich auch das ganze Cateringteam auf den nächsten Grosskampftag. «Am Samstag wird wohl ausverkauft sein.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 19.04.2018, 09:18 Uhr

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