Bülach

Sonne und Wind setzen Eisfeld zu

Dem Sportzentrum Hirslen in Bülach schmilzt das Eis weg. Wind und warme Temperaturen tauen das Eisfeld auf. Vor allem zum Ärger des EHC Bülach, dessen Junioren aufgrund von Wasserpfützen bereits zwei Spiele verpasst haben.

Eismeister Alessio Porfido muss in der Hirslen im Moment viel Wasser entfernen, weil die Eisfläche durch warmen Wind anfängt zu schmelzen.

Eismeister Alessio Porfido muss in der Hirslen im Moment viel Wasser entfernen, weil die Eisfläche durch warmen Wind anfängt zu schmelzen. Bild: Balz Murer

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Auf der Kunsteisbahn in Bülach haben die Eismeister momentan alle Hände voll zu tun. Sie müssen das Eis vor dem Schmelzen bewahren. Geklappt hat das in letzter Zeit nicht immer: In den letzten Wochen konnten die Junghockeyaner des EHC Bülach mehrere Male nicht trainieren oder haben gar Spiele verpasst.

Luftkanal wegen neuer Sporthalle

„Im September hatten wir tatsächlich Probleme. Dadurch, dass die Sonnenstrahlen noch um einiges steiler einfielen und die Sonne im Allgemeinen länger schien, war es schwieriger, dass Eis gefroren zu halten», sagt Markus Schellenberg, Leiter des Sportzentrums Hirslen. «Nun werden die Tage aber kürzer und es ist auch nicht mehr ganz so warm. Am Nachmittag kann sich immer noch eine kleine Wasserschicht bilden, diese gefriert aber gegen Abend wieder. Wir haben das Problem also in den Griff bekommen».

Die Schuld gibt Schellenberg auch dem Wind: «Seit die neue Sporthalle nebenan gebaut ist, windet es vermehrt über die Eisfläche. Das Gebäude leitet den Wind anscheinend direkt in die Eishalle. Die Aussentemperatur selber ist eigentlich kein Problem, solange die kühle Luftschicht über dem Eis nicht weggeweht wird.»

«Seit die neue Sporthalle nebenan gebaut ist, windet es vermehrt über die Eisfläche.»

Markus Schellenberg, Leiter Sportzentrum Hirslen

Das Sportzentrum Hirslen sei bestrebt, gute Bedingungen anzubieten und will deshalb mögliche Massnahmen gegen die Windeinflüsse prüfen. Beim Cup-Spiel gegen die ZSC Lions hat man provisorisch einen Windschutz aus Plastikplanen aufgehängt. Dieser wurde jedoch wieder demontiert. «Einem Herbst- oder Wintersturm würde ein solches Provisorium natürlich nicht standhalten», sagt Schellenberg.

Richtige Ausrüstung ist elementar

Andere Kunsteisbahnen im Unterland kennen dieses Problem nicht. «Bei uns läuft alles bestens», sagt Peter Müller, Geschäftsführer der Sportanlage Erlen in Dielsdorf. «Das Eis ist wie ein Lebewesen, das man je nach Witterung richtig behandeln muss“. Die Aussentemperatur sei dabei sekundär. Wichtig sei, dass man die richtige Ausrüstung habe. «Man braucht natürlich genügend starke Kühl-Aggregate, dann spielt es keine Rolle, wie warm es ist. Wir haben dieses Jahr bei 35 Grad Eis gemacht.» Ein energieintensives Unterfangen. «Bei uns ist es jedoch etwas speziell, da wir mit Wärmerückgewinnung arbeiten. Wir verwenden die Abwärme, die durch das Kühlen des Eises entsteht, dafür, das Wasser im Hallenbad zu erwärmen.»

Auch im Winter World Wallisellen blieb man bis jetzt von der Eisschmelze verschont. Damit das so bleibt, arbeitet Nusret Malici, Eismeister des Feldes an Details. «Normalerweise hat das Eis eine Dicke von 3,5 bis 4,5 Zentimetern. Ich halte das unsrige momentan auf 2,8. So ist die Oberfläche näher an den Kühlrohren im Boden. Ebenfalls schaue ich, dass die Temperatur in der Nacht zwei bis drei Grad kühler eingestellt ist als sie das im Winter wäre, damit das Eis tagsüber länger kalt bliebt.»

Auch beim Putzen des Feldes hat Malici seine Tricks. So besprühe man normalerweise das Eis mit lauwarmem Wasser, wenn man mit der Putzmaschine darüberfahre. «Ich mache das jedoch ausschliesslich mit kaltem Wasser» Schlussendlich komme es auf die Kleinigkeiten an, damit sich der Aggregatszustand des gefrorenen Wassers nicht ändere.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 10.10.2018, 17:47 Uhr

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