Bülach

Spital Bülach darf weiter Krebs an der Gebärmutter behandeln

Das Spital Bülach und der Kanton streiten vor Gericht. Trotzdem hat der Regierungsrat gestern vorläufig alle befristeten Leistungsaufträge verlängert.

Das Spital Bülach behält vorerst alle bisherigen Leistungsaufträge. Weil derzeit vor Bundesverwaltungsgericht aber ein Verfahren hängig ist, könnte sich das schnell ändern.

Das Spital Bülach behält vorerst alle bisherigen Leistungsaufträge. Weil derzeit vor Bundesverwaltungsgericht aber ein Verfahren hängig ist, könnte sich das schnell ändern. Bild: Daniel Zannantonio

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eine Knieprothese darf nicht jedes Spital im Kanton Zürich einsetzen. Und auch in welchen Krankenhäuser Brustkrebs behandelt wird, ist klar definiert. Dafür massgeblich ist die sogenannte Spitalliste Akutsomatik. Mit ihr bestimmt die Gesundheitsdirektion, welches Spital welche Leistungsaufträge erfüllen muss und darf. Die meisten Aufträge gelten von 2012 bis Ende 2022. Jährlich sind aber Anpassungen möglich.

Gestern hat der Regierungsrat die einzelnen Veränderungen bekannt gegeben. Das Spital Bülach bleibt von Streichungen bisheriger Aufträge verschont. Die bisher nur bis Ende Jahr befristeten Leistungsaufträge wie beispielsweise für Knie-, aber auch die Hüftprothese, darf das Spital ein weiteres Jahr durchführen. Ebenfalls um ein Jahr verlängert wurde der befristete Auftrag für ein zertifiziertes Brustzentrum, wo etwa Brustkrebs behandelt wird.

Ziel um einen einzigen Fall verpasst

Ein Sonderfall ist, dass der Regierungsrat auch den befristeten Auftrag für die Behandlung gynäkologischer Tumore wie beispielsweise Gebärmutterhalskrebs erteilt hat. Hier kämpfen die Spital Bülach AG und die Gesundheitsdirektion nämlich derzeit vor Gericht darum, ob das Spital überhaupt die Anforderungen für diesen Auftrag erfüllt. Verliert das Spital vor Gericht, wird der Auftrag trotz der heutigen Verlängerung per sofort entzogen.

Hintergrund ist ein Streit um Zahlen. Den Leistungsauftrag für die Behandlung gynäkologischer Tumore erhalten nur Spitäler, die über einen Zeitraum von zwei Jahren mindestens 20 Fälle pro Jahr nachweisen können. Das war in Bülach stets der Fall – bis auf das Jahr 2016. Damals gab es nur 12 Fälle. Zwar wurden bereits im nächsten Jahr wieder 27 Behandlungen in diesem Bereich durchgeführt, doch insgesamt kamen somit nur 39 Fälle in zwei Jahren zustande. Das Spital Bülach hatte die nötige Zahl um einen Fall verpasst. Der Kanton entzog den Leistungsauftrag.

Dagegen ging die Geschäftsleitung vor einem Jahr mit einer Beschwerde vor. «Bis auf das Jahr 2016 haben wir die nötige Fallzahl immer erreicht ,sowohl in den Jahren davor als auch danach. Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir 28 Fälle und auch dieses Jahr werden es wieder mehr als 20 sein», sagt Spital-CEO Rolf Gilgen. Bei einer Vorprüfung hat das Bundesverwaltungsgericht deshalb entschieden, dass der Leistungsauftrag zumindest während der Dauer des Verfahrens erteilt bleiben muss. Dem ist der Regierungsrat mit seinem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss nachgekommen.

Indes, die gestrigen Anpassungen sind eigentlich vor allem formeller Natur. Entscheidend für die Krankenhäuser wird die neue Spitalliste 2023. Dann werden die Karten für alle Spitäler neu gemischt. «Schwierig ist für uns, dass die Gesundheitsdirektion die Zahlen für die Jahre 2019 und 2020 überprüft um zu entscheiden, welchen Leistungsauftrag wir erhalten», erklärt Gilgen. «Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch gar nicht, welche Kriterien aussschlaggebend für die Vergabe der Aufträge sein werden. Und wenn wir das dann voraussichtlich 2021 erfahren, können wir nicht mehr reagieren.» Für das Spital Bülach sei die Situation herausfordernd, Planungssicherheit gebe es so wenig. Und dies genau in jener Phase, in welcher das Spital auch noch an einem Erweiterungsbau arbeitet.

Erstellt: 30.08.2019, 06:26 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles