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Spital-Krippe stellt Betrieb vorderhand ein

In der Bülacher Spital-Krippe werden nur noch wenige Kinder betreut. Die Betreiberin muss die Einrichtung deshalb im Sommer schliessen, obwohl die Stadt andere Absichten hatte. Ob der Standort langfristig erhalten bleibt, ist unsicher.

In der Spital-Krippe wird es immer leerer. Weil auf das neue Schuljahr nur wenige Kinder angemeldet sind, muss die Einrichtung bis aus Weiteres schliessen.
In der Spital-Krippe wird es immer leerer. Weil auf das neue Schuljahr nur wenige Kinder angemeldet sind, muss die Einrichtung bis aus Weiteres schliessen.
Leo Wyden

Anfang Jahr hat die Stadt Bülach den Betrieb ihrer beiden Krippen in private Hände gegeben. Dies, nachdem die Stimmberechtigten Ende 2015 einer Privatisierung zugestimmt hatten. In einem aufwendigen Verfahren evaluierte eine vom Stadtrat eingesetzte Projektgruppe die Bewerber und erteilte den Auftrag schliesslich an die Kimi Krippen AG, die bereits Kinderbetreuungs-Angebote an über 20 anderen Standorten unterhält.

Eine der Auflagen vonseiten der Stadt war, dass beide Bülacher Krippen weiter betrieben werden.Diese kann nun aber nicht mehr erfüllt werden. Zumindest bis auf Weiteres. «Die Belegungszahlen sind zurückgegangen», begründet Geschäftsführer Marco Spitz, wieso die Spital-Krippe an der Bannhaldenstrasse 5 Ende Schuljahr schliesst. Zurzeit werden noch 13 Kinder dort betreut, von denen die meisten im Sommer in den Kindergarten eintreten. Neuanmeldungen gebe es nur wenige, sagt Spitz. Der Entscheid wurde mit Vertretern der Stadt besprochen.

Gleiche Bedingungen an Hochfelderstrasse

Die Spital-Krippe befindet sich in Räumlichkeiten, die dem Spital Bülach gehören, und wurde ursprünglich für Kinder von Spital-Mitarbeitenden eröffnet. Später übernahm die Stadt die Einrichtung. Der Mietvertrag besteht noch bis Ende 2021. Das Spital vergünstigt die Beiträge für seine Mitarbeitenden. Diese haben nun die Möglichkeit, ihre Kinder zu gleichen Bedingungen am zweiten Standort der Kimi Krippen, an der Hochfelderstrasse 21, betreuen zu lassen.

Auch die Kinderbetreuerinnen der Spitalkrippe werden ab Sommer an der Hochfelderstrasse arbeiten. Kündigungen gebe es keine, sagt Marco Spitz. Der Abbau an Kapazitäten könne mit einigen natürlichen Abgängen bewältigt werden.

Das Ziel sei aber klar, wieder an beiden Orten Kinder zu betreuen, betont er. Die Firma wirbt nun mit Plakaten, Anzeigen im Bus sowie per Postversänden an Familien um weitere Kinder. Am Samstag, 24. Juni, findet ein Tag der offenen Tür statt. Sollten die Bemühungen Früchte tragen, könnte die Krippe im Herbst wieder Kleinkinder aufnehmen.

Viele neue Angebote entstanden

Dass die Nachfrage so stark gesunken ist, hat verschiedene Gründe. Einerseits hat die Anschubfinanzierung des Bundes dazu geführt, dass in den letzten Jahren viele neue Institutionen aufgegangen sind. In Bülach gibt es mit den Kitas Böndli und Kinderpalais sowie der Krippe Zoo drei weitere Einrichtungen.

Während die Stadt die Tarife früher nur in ihren eigenen Institutionen subventionierte, haben heute auch Eltern mit Vergünstigungsansprüchen die Wahl. Daniel Knöpfli, Leiter Soziales und Gesundheit, vermutet, dass die lange andauernde Ungewissheit darüber, wer die Institution übernehmen wird, zu Verunsicherungen geführt habe. «Das hat wohl die eine oder andere Familie zum Wechseln bewogen.»

Die Auslastung sei nämlich nicht erst seit der Übernahme durch die Kimi Krippen schlechter geworden, sondern bereits letztes Jahr, bestätigt Knöpfli. Die unsubventionierten Tagesansätze sind seither von 116 auf 110 Franken für Kleinkinder gesunken.

Auch die Stadt möchte weiterhin an beiden Standorten festhalten, wie Daniel Knöpfli betont. Ob dafür langfristig eine Nachfrage besteht, werde sich zeigen. Einen Einfluss darauf wird auch die Bundespolitik haben, welche die Eltern bei den Beiträgen künftig stärker finanziell entlasten könnte.

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