Kloten

Stadt bietet 22 Millionen für riesige Baulücke

Eine Wiese fast so gross wie drei Fussballfelder hat das Interesse der Stadt Kloten geweckt. Das Areal liegt im Industriegebiet Steinacker und soll insgesamt 25 Millionen Franken wert sein, wobei es noch einen speziellen Rabatt gibt.

Hier im Industriegebiet Steinacker will die Stadt Kloten sich eine strategische Landreserve zulegen. Zum Verkauf steht das Areal Oberfeld (rot umrahmt), das dereinst mit der Glattalbahn (auf Steinackerstrasse, Mitte) erschlossen werden soll.

Hier im Industriegebiet Steinacker will die Stadt Kloten sich eine strategische Landreserve zulegen. Zum Verkauf steht das Areal Oberfeld (rot umrahmt), das dereinst mit der Glattalbahn (auf Steinackerstrasse, Mitte) erschlossen werden soll.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Nachricht überraschte: Für über 20 Millionen Franken will die Stadt Kloten Land kaufen. Dabei handelt es sich um die grösste Baulücke im Industrie- und Gewerbegebiet Steinacker zwischen der Flughafenstadt und Basserdorf. Der angestrebte Kauf von so viel Land mag erstaunen. Doch der Stadtrat liefert einige Erklärungen mit, wieso er hier gern zugreifen möchte. So wäre es vor allem eine strategischer Kauf, um später mehr Einfluss auf die Entwicklung des Gebiets zu haben. Denn spätestens mit der Verlängerung der Glattalbahn durchs Gebiet dürfte sich dort einiges tun.

Anderen zuvor kommen

Was nicht in der Medienmitteilung steht, ist, dass man mit dem Landkauf anderen, nicht genehmen Käufern, zuvorkommen will. Das jedenfalls hört man munkeln, wenn man die Parteien um eine erste Einschätzung zum Mega-Deal bittet. Am Ende muss muss der Landkauf nämlich vom 32-köpfigen Stadtparlament abgesegnet werden. Die SP werde innerhalb der Fraktion erst morgen Mittwoch über das Geschäft sprechen, sagt Christoph Fischbach. «In letzter Zeit hat ja die Stadt mehr Land veräussert», sagt Fischbach. Daher sei es aus seiner Sicht «grundsätzlich begrüssenswert», wenn Kloten strategisch Land erwirbt und so auf die städtebauliche Entwicklung Einfluss nimmt, findet der Fraktionspräsident der Linken. Silvan Eberhard (SVP), Präsident der grössten Fraktion im Klotener Stadtparlament ist etwas hin und her gerissen: «Grundsätzlich ist das Grundstück sehr interessant, aber der Kaufpreis ist wohl 200 bis 300 Franken pro Quadratmeter zu hoch angesetzt.» Dieser käme auf rund 1100 Franken zu stehen, was der Stadtrat selber als «tendenziell hoch» beschreibt. Eberhard weist nun auf den mit Altlasten verschmutzten Untergrund hin, welcher wohl komplett saniert werden müsste.

Fragezeichen hinter Altlasten

Wegen der Altlasten gewährt die jetztige Eigentümerin – die Stiftung Max. A. Bill – bereits einen Rabatt von 3 Millionen Franken auf den Bruttoreis von 25 Millionen. Doch Eberhard warnt davor, dass die Sanierung unter Umständen nochmals 12-19 Millionen Franken kosten könnte. «Da brauchen wir mehr Informationen», meint er. Roman Walt von den Grünliberalen (GLP) sieht «durchaus Entwicklungsmöglichkeiten an dieser potenziell hoch nachgefragten Lage», doch die Ausführungen des Stadtrates seien noch «sehr vage». Zudem findet man bei der GLP die zur Genehmigung für den Kauf bantragte Summe von 22 Millionen «doch sehr hoch». Mit dem heutigen Wissensstand sei man eher kritisch eingestellt zu diesem Geschäft.

Von den FDP war noch nichts zu erfahren, man müsse das Geschäft zunächst intern besprechen. Und auch vom Präsidenten der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) Pascal Walt (CVP) war gestern noch keine Einschätzung zu haben. «Bin noch gar nicht dazu gekommen, dieses Geschäft zu lesen. Entsprechend ist es definitiv zu früh für eine Pulsmessung.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.09.2018, 18:03 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!