Opfikon

Stadt Opfikon verschiebt Lärmschutz auf noch später

Massnahmen gegen Strassenlärm sind Pflicht. Aber für den Opfiker Stadtrat doch nicht so dringend.

Solche Lärmschutzwände, wie der Kanton an der Schaffhauserstrasse bauen liess, will der Stadtrat nirgends sonst in Opfikon.

Solche Lärmschutzwände, wie der Kanton an der Schaffhauserstrasse bauen liess, will der Stadtrat nirgends sonst in Opfikon. Bild: Chr. Wüthrich

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Die Überschrift täuscht: «Lärmsanierung Gemeindestrassen», heisst ein Dossier, das momentan bei der Stadtverwaltung Opfikon öffentlich aufliegt. Wer sich darunter Pläne – etwa für Lärmschutzwände – vorstellt, liegt falsch. Stattdessen werden fein säuberlich alle Häuser entlang von Gemeindestrassen – also Strassen im Besitz der Stadt Opfikon – aufgelistet, wo der Strassenlärm den massgebenden Immissionsgrenzwert übersteigt.

Was jedoch fehlt im aktuell vorgelegten Bericht, sind konkrete Massnahmen, wie der übermässige Lärm entlang von Oberhauser-, Talacker- sowie Giebel­eichstrasse konkret bekämpft werden soll. Betroffen sind mehrere Dutzend Wohnhäuser. Alle diese Hauseigentümer – und vor allem die Bewohner der Wohnblocks – hätten Lärmschutzmassnahmen von Gesetzes wegen zugut.

Die Lärmschutzverordnung ist für alle – Bund, Kanton und Gemeinden – verpflichtend. Die Umsetzungsfrist ist per Ende März des letzten Jahres abgelaufen. Betroffene haben seither die Möglichkeit, ihr Recht auf Lärmschutz einzuklagen.

Stadt will weder Tempo 30 noch Lärmschutzwände

Stattdessen steht im öffentlichen Bericht wiederholt vermerkt: «Erleichterungsantrag». Was damit gemeint ist, kann in Opfikon auf Anhieb niemand eindeutig erklären. Bauvorsteher Bruno Maurer (SVP) sagt stattdessen: «Wir müssen pragmatisch vorgehen.» Strassenlärm sei schliesslich «nicht der einzige Lärm», den es vor Ort zu bekämpfen gebe.

Dass man aber durchaus gezielt gegen Strassenlärm vorgeht in Opfikon, zeigt der Kanton. Entlang der Schaffhauserstrasse – einer Kantonsstrasse – stehen nun Lärmschutzwände. «Damit hatten wir nichts zu tun», sagt Stadtrat Maurer. Solche Wände seien entlang der städtischen Quartierstrasse aus Platzgründen oder wegen des Ortsbildschutzes nicht denkbar.

Einfach umsetzbar wären Temporeduktionen. «Der Stadtrat lehnt das ab», sagt Maurer. Innerhalb gewisser Stadtquartiere habe man Tempo 30, aber auf den etwas grösseren «Sammelstrassen» gehe das nicht.

Flüsterbeläge seien die Lösung. Doch bis solche lärmschluckenden Oberflächen tatsächlich flächendeckend kommen, könnte es dauern. Denn Opfikon würde die eigenen Strassen nicht sofort umrüsten. Erst dann, wenn die Beläge ohnehin erneuert werden müssten. Das geschieht etwa alle 20 bis 25 Jahre. «Wer nicht einverstanden ist, kann jetzt reagieren und Rekurs einreichen», gibt Maurer zu verstehen.

Erstellt: 23.03.2019, 10:44 Uhr

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