Bülach

Stadt verzichtet auf Pflegebetten

Das Projekt Grampen 2 verschwindet in der Schublade. Für die 25 Pflegebetten besteht gemäss Stadt Bülach kein Bedarf mehr. Die Alterswohnungen sind aber weiterhin Thema.

Der Platz vor dem Alterszentrum Grampen wird vorerst leer bleiben.

Der Platz vor dem Alterszentrum Grampen wird vorerst leer bleiben. Bild: Balz Murer

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Im Bereich Alterswohnen ist heute offensichtlich nicht mehr gefragt, was vor zehn Jahren dringlich schien. 25 Pflegebetten und 33 Alterswohnungen hat die Stadt Bülach 2009 am Rand der Altstadt geplant. Die Stadt führte einen Projektwettbewerb durch. 2011 stand das Siegerprojekt Grampen 2 fest. 2015 erklärte sich die Stiftung Alterszentrum Region Bülach (Sarb) bereit, dieses zu realisieren.

Kurz darauf zog die Stadt die Notbremse und stoppte Grampen 2. Der Grund: Es gibt in der Stadt bereits heute zu viele Betten im stationären Bereich, nämlich 140. Benötigt werden 122. 2018 wird im Bergli eine Pflegewohngruppe mit 18 Plätzen eingeweiht. «Das führt nun dazu, dass wir die Pflegebetten im Grampen 2 nicht mehr brauchen», sagt Stadtrat Ruedi Menzi, Leiter Abteilung Soziales und Gesundheit. Das Projekt, für das bis dato 1,3 Millionen Planungskosten aufgelaufen sind, wird zurückgezogen. Die sogenannte Verzichtsplanung geschieht gemäss Menzi in Zusammenarbeit mit der Sarb.

Wohnungen statt Betten

«Auch aus unserer Sicht hat sich der Bedarf an Pflegeplätzen grundlegend verändert», sagt Willi Meier-Haag, Präsident der Stiftung. «Seniorinnen und Senioren möchten so lange als möglich in ihrer Alterswohnung leben, gegebenenfalls mit ambulanter medizinscher Versorgung durch die Spitex.»

Diesem Wunsch entsprächen Institutionen im Bereich «Wohnenplus» wie Grampen oder Baumgarten in Bachenbülach. Dort werden auch verschiedene Dienstleistungen zur Erleichterung des Alltags angeboten und man kann bei Bedarf im gleichen Haus einen Pflegeplatz beanspruchen. «Der Bedarf an Pflegeplätzen ist in Bülach für die nächsten Jahre gedeckt, eine Realisierung von Grampen 2 in der heutigen Form ist nicht mehr sinnvoll», erklärt Meier.

Ganz anders als bei den Pflegewohnungen beurteilt der Stiftungspräsident jedoch die Situation im Bereich Alterswohnungen mit Dienstleistungen: «Hier besteht eine starke Nachfrage, und diese wird noch wachsen. Das zeigen die Wartelisten für Grampen und Bachenbülach.»

Die Stiftung hat deshalb anfangs Jahr die Initiative ergriffen und dem Stadtrat Bülach Vorschläge für ein Alternativprojekt unterbreitet. Dieses sieht den Bau von Alterswohnungen für integriertes «Wohnenplus» vor, auf einem Teil des Grundstücks, welches für das Projekt Grampen 2 vorgesehen war. Man sei in dieser Sache im Gespräch mit der Stadt, auch was die Anzahl Wohnungen betrifft. «Ergebnisse liegen bis zum jetzt noch keine vor», sagt Meier. Er hofft jedoch, dass man dort das Ansinnen rasch und unbürokratisch unterstützt.

Privater ist schneller

Während die Stadt an der Verzichtsplanung arbeitet, könnte ein privater Anbieter einspringen. «Die Planung in Bülach Nord sieht Pflegeplätze und Alterswohnungen von Tertianum vor», sagt Menzi. Die Stadt, so Menzi, begrüsse zum heutigen Zeitpunkt den Bau von neuen Angeboten nicht,. Man habe eine Pflegeversorgungs-Strategie erarbeitet und werde sich für einen bedarfsgerechten Ausbau einsetzen. Wie dieser konkret aussehe, müsse nun festgelegt werden.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.11.2017, 11:28 Uhr

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