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Stadt wappnet sich für hohe Ausgaben

Der Stadtrat präsentiert das Budget 2020. Auch dieses Jahr möchte er 2,5 Millionen Franken in ein Reservekässeli legen, denn auf die Stadt kommen hohe Investitionen zu.

Zu den grössten Investitionsvorhaben der Stadt Bülach im Jahr 2020 zählt das neue Stadthaus.
Zu den grössten Investitionsvorhaben der Stadt Bülach im Jahr 2020 zählt das neue Stadthaus.
Paco Carrascosa

Am Anfang der Präsentation des Bülacher Budgets stand die Zufriedenheit. «Wir sind dankbar, dass wir so gut unterwegs sind», sagte Stadtpräsident Mark Eberli (EVP). Finanzvorsteher Walter Baur (SVP) ergänzte, den Finanzen der Stadt Bülach gehe es wie einem rüstigen Pensionierten: «Der Arzt bescheinigt ihm beste Gesundheit, warnt ihn aber davor, zu viel zu machen.»

2020 rechnet der Stadtrat mit einem Ergebnis von einer halben Million Franken im Plus, dies bei einem Aufwand von 144,6 Millionen Franken und einem Ertrag von 145,1 Millionen. Eigentlich beträgt der Ertragsüberschuss sogar gut 3 Millionen Franken, doch der Stadtrat legt 2,5 Millionen davon in sein «Reservekässeli». Bereits in diesem Jahr ist der gleiche Betrag in diesen Topf mit dem Namen «Finanzpolitische Reserven» geflossen. Dieser ist Teil des Eigenkapitals. Seit der Umstellung auf das Harmonisierte Rechnungsmodell 2 ist diese Art der Reservenbildung möglich.

Mehr Steuereinnahmen

Die steigende Bevölkerung wird 2020 gemäss Stadtrat für mehr Steuereinnahmen sorgen. Auch die generell positive Wirtschaftslage soll mehr Geld in die Bülacher Steuerkasse spülen. 2018 lagen die Steuereinnahmen bei 58,6 Millionen. 2020 rechnet der Stadtrat mit 61,4 Millionen Franken, davon entfallen 8,8 Millionen auf Grundsteuern. Der Stadtrat veranschlagt den Finanzausgleichs mit 21,8 Millionen Franken. Das sind 3,9 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Im kommenden Jahr muss die Stadt zusätzliche Stellen schaffen. Das lässt die Lohnkosten um 1,9 auf 26,9 Millionen Franken ansteigen. Die Abschreibungen erhöhen sich gegenüber dem Vorjahr um 0,8 auf 11,5 Millionen Franken.

Stolz ist der Bülacher Stadtrat auf den Vergleich der Nettokosten pro Einwohnende. Die Stadt liegt mit 4529 Franken 300 Franken tiefer als der Durchschnitt der fünf nächstgrösseren und nächstkleineren Gemeinden im Kanton.

Im Verwaltungsvermögen möchte der Stadtrat 2020 netto 35,5 Millionen Franken investieren. Dies nachdem die Rechnung 2018 Investitionen von 14,2 Millionen Franken auswies. Budgetiert waren 30,6 Millionen. Die grössten Beträge sollen in das neue Stadthaus, die Schulhäuser Alllmend und Hohfuri, in die Wärmezentrale der Stadthalle und in das Aussenfeld der Sportanlage Hirslen fliessen. Diese Investitionen kann die Stadt zu 40 Prozent selber finanzieren.

Das neue Frühwarnsystem

Erstmals hat sich der Stadtrat auch an eine langfristige Investitionsplanung, bis ins Jahr 2030, herangewagt. «Es handelt sich dabei um eine grobe Schätzung, um eine Art Frühwarnsystem, das uns zeigen soll, wo wir stehen», erklärte Baur.

Bis ins Jahr 2023 sei der Ausblick positiv, man werde ausgeglichene Erfolgsrechnungen präsentieren können. Doch in den darauffolgenden Jahren müsse mit sehr hohen Investitionen gerechnet werden.

So geht man im Jahr beispielsweise im Jahr 2024 von 53 Millionen Franken, im Folgejahr von 40 Millionen aus. Damit einher geht eine Zunahme der Verschuldung und eine Erhöhung des Fremdkapitals. «Das ist genau der Grund, weshalb wir derzeit finanzpolitische Reserven schaffen», sagt Baur. Dieses Geld sei für langfristige Investitionen gedacht.

Der Preis des Wachstums

Gemäss Baur wird eine höhere Verschuldung dennoch bald Realität werden: «Sie gehört zu einer wachsenden Stadt.» Es gäbe, so der Finanzvorsteher, aber auch Korrekturmöglichkeiten. «Wir können Investitionen verschieben, Teile des Finanzvermögens veräussern oder, wenn es nicht mehr anders geht, auch den Steuerfuss erhöhen.»

Der Gemeinderat wird am 9. Dezember 2019 über das Budget und den Steuerfuss befinden. Der Stadtrat beantragt, diesen bei 92 Prozent zu belassen. Der Bülacher Gesamtsteuerfuss liegt derzeit bei 110 Prozent.

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