Kloten

Stadtparlament gibt grünes Licht für Grossprojekt an Schaffhauserstrasse

An der Durchgangsachse im Zentrum von Kloten wird wohl bald im grossen Stil gebaut. Im Parlament gabs keinen Widerstand gegen das Projekt direkt gegenüber der Einkaufs-passage. Nur der energetische Standard wurde kritisiert.

Klotens Zentrum wird mit dem Grossprojekt (gelb) gegenüber der Migros-Passage weiter verdichtet.

Klotens Zentrum wird mit dem Grossprojekt (gelb) gegenüber der Migros-Passage weiter verdichtet. Bild: cwü / Grafik ZU

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kein einziger Abgeordneter im Klotener Stadtparlament stand gegen das neuste Grossprojekt auf, als man zur Abstimmung schritt. Einstimmig bewilligten die Gemeinderäte von links bis rechts somit den privaten Gestaltungsplan, der gleich drei Grundstücke an der Schaffhauserstrasse zusammenfasst.

Sämtliche Redner an der Parlamentssitzung vom Dienstagabend strichen heraus, dass dieses Bauvorhaben den Zeichen der Zeit entspreche, und meinten damit die bessere Ausnützung der Grundstücke durch höhere und voluminösere Baukörper.«Wir begrüssen verdichtetes Bauen, es ist ein gutes Instrument gegen die Zersiedelung», meinte Fabienne Kühnis (Grüne) und drückte zugleich auch ihre Hoffnung aus, dass dort am Ende auch bezahlbarer Wohnraum entstehen wird. Gemäss Unterlagen zum Richtprojekt, nach welchem sich die konkreten Baueingaben nun richten müssen, sind in den drei neuen Bauten 90 Wohnungen geplant.

Ebenfalls möglich ist «stilles Gewerbe» und schon klar kommuniziert worden ist, dass in den Erdgeschossen Ladenlokale entstehen werden. Insgesamt gilt jedoch die Vorgabe, dass auf mindestens 60 Prozent der Gesamtnutzfläche Wohnungen angeboten werden müssen.

Nicht mit Minergie angeben

«Nur» Minergie-Level sei allerdings eine zu bescheidene Vorgabe, zeigte sich Mathias Rieder als Sprecher der Grünliberalen enttäuscht. «Hier haben wir es verpasst, im Gestaltungsplan mehr verlangen zu können.» Denn mit Minergie könne man sich heute längst nicht mehr brüsten. Besonders ärgerlich sei, dass man schon gar nicht abgeklärt habe, ob sich denn eine Erdwärme­heizung eignen würde. Selbst mit Holzpellets statt Gas zu heizen, wäre besser, gab er zu bedenken. Allerdings stimmten auch die Grünliberalen im Grundsatz überzeugt für das Projekt, «denn es ist sehr wichtig, alte Bausubstanz zu erneuern».

Auch die FDP lobte die angestrebte bauliche Verdichtung und die Absicht, an jener Strasse «die Zentrumsfunktion zu stärken», wie es Irene Frischknecht nannte. «Kloten wird urbaner», stellte sie erfreut fest und mahnte zugleich, man werde die Parkplatzsituation im Auge behalten. Dasselbe betonte auch Oliver Streuli von der SVP. «Wir haben deswegen nachgefragt und uns gegenüber wurde garantiert, dass es am Ende gleich viele Parkplätze an der Strasse geben wird wie jetzt.»

Auch durch die Erschliessung mit den Zufahrten zu einer geplanten Tiefgarage entstünden wohl keine neuen Probleme. «Deswegen entsteht dort kein Stau.» Am Ende fühlte sich SVP-Kollege Ueli Enderli noch herausgefordert, zum Votum des Grünliberalen Rieder etwas anzufügen. «Mit Minergie-weiss-nicht-was-Anforderungen kann man keinen sozialen Wohnungsbau betreiben», ärgerte er sich.

Das war zwar so nicht explizit gefordert worden, die Rede war zuvor lediglich von «bezahlbarem Wohnraum». Enderli warnte dennoch davor, dass man mit strengeren Bauvorschriften keine günstigen Wohnungen bauen könne.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.02.2017, 17:24 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Tierisch nützliche Daten
Der Krimiautor und sein Engel

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben