Kloten

Stadtrat von Kloten stellt sich hinter Feuerwehrchef Steiner

In Kloten hatte eine feuerwehrinterne Petition den Rücktritt von Kommandant Patrick Steiner gefordert. Jetzt stellt sich der Stadtrat hinter Steiner und damit hinter die Eigenständigkeit der Ortsfeuerwehr. Geprüft hatte die Stadtregierung auch eine Zweckheirat mit Zürichs Schutz & Rettung.

Die Feuerwehr Kloten während einer Show-Demonstration aus dem Jahr 2010.

Die Feuerwehr Kloten während einer Show-Demonstration aus dem Jahr 2010. Bild: Heinz Diener

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An der Aufstellung der eigenständigen Stützpunktfeuerwehr Kloten ändert sich vorläufig nichts. Zu diesem Schluss ist der Stadtrat gekommen, nachdem er seit Ende September verschiedene Varianten für ein neues Organisationsmodell geprüft hat – insbesondere die Variante einer engeren Anbindung Klotens an Schutz & Rettung der Stadt Zürich. Wie die Stadtregierung nun in einer Medienmitteilung schreibt, hat sie sich für den bisherigen Weg entschieden.

«Turbulente Zeiten meistern»

Der Grund dafür, dass man die Organisation von Klotens Feuerwehr auf einer so grundsätzlichen Ebene hinterfragt hat, liegt in internen Streitigkeiten, die sich im Wesentlichen um angezweifelte Führungskompetenzen und um Kündigungen drehen. Der Konflikt schwelt bereits seit einigen Wochen und hat einen vorläufigen Höhepunkt kürzlich in einer Petition gefunden, mit der 25 Feuerwehrangehörige ultimativ den Rücktritt von Kommandant Patrick Steiner bis Ende des Jahres verlangen (Ausgabe vom Donnerstag).

Damit, dass sich die Stadtregierung nun deutlich für die bisherige Marschrichtung ausspricht, stellt sie sich ebenso deutlich hinter den bisherigen Kommandanten Patrick Steiner; denn die besagte Variante mit der Stadt Zürich hätte das Klotener Kommando faktisch aufgelöst. Der Stadrat sei aber «überzeugt, dass es Steiner und seinem Kommando gelingen wird, diese turbulenten Zeiten zu meistern».

Partnerschaft wäre in Gefahr

Allerdings hätte die engere Zusammenarbeit mit Schutz+Rettung durchaus «Potenzial aufgewiesen» und «spannende Perspektiven eröffnet» heisst es in der Mitteilung weiter. «Am Ende war es tatsächlich ein intensives Abwägen von Vor- und Nachteilen», sagt Klotens Sicherheitsvorsteherin Priska Seiler Graf. Der Stadtrat sei heute klar der Ansicht, dass der bisherige Weg als eigenständige Feuerwehr mit Patrick Steiner als Kommandant richtig sei.

Ganz vom Tisch sei Schutz & Rettung damit aber nicht – zumindest nicht mittel- bis langfristig. «Wir wissen, dass bei der Feuerwehr derzeit vieles im Umbruch ist – und auf lange Sicht lässt sich im Moment kaum etwas festschreiben.»

«Wir wissen, dass bei der Feuerwehr derzeit vieles im Umbruch ist – und auf lange Sicht lässt sich im Moment kaum etwas festschreiben.» Priska Seiler Graf

Für Patrick Steiner selber hatte die Mitteilung aus dem Stadtrat nach eigenen Angaben einen hohen Stellenwert. «Mit diesem Entscheid können wir jetzt weiter arbeiten und uns an die Planung von 2019 machen.» Diese Planungssicherheit bezieht Steiner insbesondere auf die regionalen Partnerschaften mit namentlich zwei benachbarten Feuerwehren: Der Feuerwehr Altbach (Brütten-Nürensdorf) und der Feuerwehr Embrachertal. «Wir haben in der Vergangenheit viel zusammen aufgebaut, zum Beispiel die gemeinsame Anfängerschulung.»

Im Moment sei gerade der ELZ-Support (Einsatzleitzentrale) als grosses gemeinsames Projekt zu nennen. Hätte sich der Stadtrat für die engere Anbindung an Schutz & Rettung in Zürich entschieden, so wäre das laut Steiner automatisch auch ein Entscheid gegen diese regionalen Partnerschaften gewesen. «Diese Kooperationen wären einfach zusammengebrochen. So aber hat der Stadtrat jetzt den bisherigen Weg mit unseren Nachbarn legitimiert.»

Auch so werde es allerdings noch die eine oder andere Veränderung in der Organisation geben müssen. «Es hat bei uns Abgänge gegeben und entsprechend müssen wir einzelne Funktionen auch im Kader neu besetzen», sagt Steiner.

Erstellt: 24.10.2018, 17:12 Uhr

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