Dietlikon

Stau im Einkaufsgebiet löst sich auf

Der Verkehr im Dietliker Industriequartier istregelmässig ein Chaos. Ein Projekt für 24 Millionen Frankensollte die Situation verbessern, war aber seit Jahren blockiert.Vor Gericht wurden nun die letzten Beschwerden dagegenabgewiesen, mit dem Bau kann 2019 begonnen werden.

Mit schöner Regelmässigkeit, insbesondere aber am Wochenende, ist das Strassensystem im Industriegebiet von Dietlikon überlastet. Deshalb soll man hier in Zukunft nur noch in eine Richtung fahren dürfen.

Mit schöner Regelmässigkeit, insbesondere aber am Wochenende, ist das Strassensystem im Industriegebiet von Dietlikon überlastet. Deshalb soll man hier in Zukunft nur noch in eine Richtung fahren dürfen. Bild: Sibylle Meier

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Nächstes Jahr ist es definitiv ­so weit: In Dietlikon kann mit dem Bau eines neuen Verkehrsregimes inklusive einer ausgebauten Busspur im Industriegebiet begonnen werden. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. März hat den Weg frei gemacht für das Projekt. Sämtliche Beschwerden dagegen von noch insgesamt sechs Beschwerdeführern wurden darin abgewiesen. Und weil innert der dafür vorgesehenen Frist von 30 Tagen niemand das Urteil ans Bundes­gericht weitergezogen hat, ist der Entscheid definitiv.

Separate Busspurwäre zu teuer gewesen

«Wir planen, im Frühling 2019 mit den Bauarbeiten zu beginnen», sagt Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion, auf Anfrage. Sofort mit dem Projekt loszulegen, ist deshalb nicht möglich, weil die verschiedenen Arbeiten zuerst neu ausgeschrieben werden müssen.

Im Zentrum des Projekts steht dabei das Industriequartier von Dietlikon, vor allem die Industriestrasse zwischen dem Baumarkt Jumbo und der Ikea sowie die diese­ kreuzende Dübendorferstrasse. Das Projekt ist zudem für den Verkehrsfluss auf der Neuen Winterthurerstrasse sowie generell für den Verkehr zwischen Baltenswil und dem Glattzentrum von grosser Bedeutung.

Das doppelte Einbahnsystem in Dietlikon Süd (Auf die Karte klicken, um sie zu vergrössern).

Denn nur mit den Verbesserungen in Dietlikon Süd kann das soge­nannte regio­nale Verkehrssteuerungssystem (RVS) in Betrieb genommen werden, welches sämtliche Ampeln auf der Strecke von Bassersdorf bis Wallisellen koordiniert und damit für weniger Stau sorgen soll. Auf der Hauptverkehrsachse in Dietlikon verkehren täglich rund 19 000 Fahr­zeuge, eine Zahl, die in den nächsten Jahren noch zunehmen wird.

Konkret sieht das Projekt vor, dass der Verkehr auf der Neuen Winterthurerstrasse und auf der Industriestrasse mit zwei Einbahnsystemen und einer sepa­raten Busspur verflüssigt wird. Das Einbahnsystem ist deshalb zwingend, weil die separate Busspur ansonsten nur mittels Landerwerb hätte etabliert werden können – eine Lösung, die als zu teuer verworfen wurde.

Beschwerden forderten eine gemeinsame Planung

Gegen das Projekt gingen ur­sprüng­lich sieben Beschwerden beim Verwaltungsgericht ein, eine wurde später zurückgezogen. Bei den verbliebenen sechs Beschwerdeführern handelte es sich um Eigentümerinnen von Grundstücken in der Gemeinde Wallisellen. Streitpunkt war vor allem das Einbahnsystem. Dieses hat zur Folge, dass Fahrzeuge, die weiter westlich des Gebiets in die Neue Winterthurerstrasse einbiegen wollen, in Zukunft unter Umständen zuerst einen Umweg von 650 bis 750 Meter über die Industriestrasse vorbei am Jumbo-Baumarkt und am Coop machen müssen.

Vor allem das Gebiet Prime Park ist davon betroffen. Die Beschwerdeführer machten vor Verwaltungsgericht geltend, das Strassenprojekt sei gemeinsam mit der Planung und dem Ausbau des Gebiets Prime Park anzugehen. Bei der bisherigen Planung habe man das Überbauungspotenzial des Prime-Park-Areals nicht berücksichtigt. Das Gericht hielt nun in seinem Urteil fest, dass der Nutzen des Gebiets Prime Park aber sowieso nur voll ausgeschöpft werden kann, wenn es auch im Norden und im Westen zusätzlich erschlos­sen wird und nicht nur in dem vom Strassenprojekt ­betroffenen Osten. Das Projekt beeinflusse den Ausbau daher nicht massgeblich.

Projekt wird seit über zehn Jahren diskutiert

Insgesamt haben die Dietliker nun über zehn Jahre auf die Verkehrsverbesserung in Dietlikon Süd gewartet. Eine erste Lösung lehnten sie 2008 noch an der Gemeinde­versammlung ab; das ab 2011 entwickelte Konzept genehmigten sie aber mit 76 Prozent Ja-Anteil und genehmigten damit einen Betrag von 8 Millionen Franken für das Projekt. Die übrigen 16 Millionen Franken schiesst der Kanton ein.

Erstellt: 22.06.2018, 10:36 Uhr

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