Glattfelden

Störche lassen sich auf Gotteshaus nieder

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten nisten in Glattfelden Störche.

Anfang April bis Anfang August ist Brutzeit bei den Störchen.

Anfang April bis Anfang August ist Brutzeit bei den Störchen. Bild: Johanna Bossart

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In Glattfelden hat es sich ein junges Storchenpaar auf dem Kirchendach gemütlich gemacht. Nachdem vor zwei Wochen ein Storch zum ersten Mal auf dem Kamin der alten Spinnerei entdeckt wurde, hat er nun einen Platz zum Bleiben gefunden. Das Männchen, welches jeweils früher ankommt und den Standort aussucht, während er auf das Weibchen wartet, hat sich für das Dach der reformierten Kirche entschieden. «Sie bauen auf der vordersten Ecke des Kirchenschiffs», sagt Tommy Hafner. Er wohnt seit 1982 in Glattfelden.

Zum ersten Mal in 40 Jahren

«Nistende Störche gab es im Dorf in den letzten 40 Jahre nie», so Hafner. Dass die Tiere, die eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern haben können, sich nun in Glattfelden niederlassen, ist wohl auf die generell steigende Population zurückzuführen. Es gibt heute dank der Wiederbesiedelung und Neuschaffung von Lebensräumen mehr Störche als bei der ersten Zählung im Jahre 1934.

 «Die Störche sind zum Dorfthema geworden.»Christhard Birkner, Pfarrer

Dementsprechend gross ist die Freude bei der Bevölkerung. «Die Störche sind zum Dorfthema geworden», sagt der Pfarrer Christhard Birkner, der die Tiere von seinem Fenster aus beobachtet. «Vor zehn Tagen habe ich bereits Störche über der Kirche kreisen sehen.» Mit dem Bau des Horstes begannen sie etwa vor einer Woche. «Anfänglich sah das etwas unbeholfen aus. Ich informierte mich bei der Vogelwarte, ob ich etwas für die Tiere tun kann. Doch die sagten mir, ich solle sie einfach machen lassen. Mittlerweile haben sie bereits ein schönes Nest gebaut. Doch sie sind noch nicht fertig, immer wieder fliegen die Tiere mit Stöcken im Schnabel zum Nest.»

Gewohnheitstier

Der Pfarrer darf sich wohl an die Vögel gewöhnen, denn die Weissstörche, die bis zu 35 Jahre alt werden können, bleiben dem Horst in der Regel über Jahrzehnte treu und bauen ihn immer weiter aus. Er kann mehrere Meter hoch und über eine Tonne schwer werden.

Bis die Jungtiere schlüpfen, dürfte es noch mindestens einen Monat dauern. Durchschnittlich werden es drei Junge, die nach dem Schlüpfen noch etwa 60 Tage im Nest verbringen. Birkner hofft auf Nachwuchs bei den Tieren. «Ich habe bereits das Budget für die zusätzlichen Taufkerzen beantragt», scherzt der Pfarrer. Auch sein Sohn ist begeistert. «Er hat gestern den ganzen Abend daran gearbeitet eine Webcam zu installieren, sodass man das Treiben im Nest online mitverfolgen kann», so Birkner . (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 24.04.2019, 17:53 Uhr

Livestream

Hier können Sie das Treiben der Störche LIVE beobachten: https://www.glattfelder-stoerche.ch

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