Dielsdorf

Tetris im Containerlager

Modernes Zügeln erfolgt heutzutage in Containern. Das Handling ist dadurch wesentlich effizienter. In Dielsdorf hat das Umzugs- und Logistikunternehmen Welti-Furrer das modernste Containerlager der Schweiz gebaut.

Philipp Vassalli, Geschäftsführer bei Welti-Furrer, und Fabio Vaia, Leiter Umzugs- und Lagerlogistik  im Containerlager. Der computergesteuerte Kran stapelt die Container wie von Geisterhand geführt.

Philipp Vassalli, Geschäftsführer bei Welti-Furrer, und Fabio Vaia, Leiter Umzugs- und Lagerlogistik im Containerlager. Der computergesteuerte Kran stapelt die Container wie von Geisterhand geführt. Bild: Paco Carrascosa

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Auf einem drei Hektaren grossen Grundstück im Dielsdorfer Industriegebiet – das entspricht einer Grösse von vier Fussball­feldern – hat die renommierte Logistik- und Umzugsfirma Welti-Furrer einen neuen Sitz errichtet. Darin untergebracht sind nicht nur das Management und das Hochsicherheitslager für Kunstwerke, sondern auch eine grosse Halle für die Lagerung von Umzugscontainern und ein sogenanntes Self Storage.

Wie Geschäftsführer Philipp Vassalli erklärt, haben rund 100 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Dielsdorf. Der angestammte Firmenstandort an der Pfingstweidstrasse in Zürich ist weiterhin in reduzierter Form in Betrieb.

400 Container in der Halle

Während in Dielsdorf die beiden Bereiche Kunstlager und Self Storage ihren Betrieb erst jetzt aufnehmen, hat das Containerlager seine Bewährungsprobe bereits bestanden. Seit vergangenem ­Oktober werden in der Halle mit ihrer Grundfläche von 90 auf 25 Meter Gebinde in der Grösse von Einzelgaragen zwischengelagert. Bis zu 400 dieser Warenbehälter finden in der Halle Platz. Es ist gemäss Vassalli das grösste und modernste Containerlager der Schweiz.

Das Stapeln der sechs bis zwölf Meter langen und zwei Meter breiten Container erfolgt vollautomatisch. Computergesteuert befördert ein Kran mit einer Tragfähigkeit von 33 Tonnen jeden Container an den gewünschten Platz in der Halle. Wie beim Computerspiel Tetris, wo es gilt, Klötzchen zu stapeln, platziert der Kran die Gebinde auf- und nebeneinander. Damit die Lastwagen am frühen Morgen speditiv beladen werden können, legt der Kran die gewünschten Stahlbehälter über Nacht schon einmal bereit – und das wie von Geisterhand gesteuert.

Lediglich im Bereich des Auf- und Abladens der Container greift ein Mitarbeiter zur manuellen Fernbedienung des Krans. Dies aus Sicherheitsgründen, weil sich hier Mitarbeiter aufhalten, während die eigentliche Lagerfläche hinter dem Absperrgitter unbemannt ist.

Effizienteres Zügeln

In den Containern ist hauptsächlich Mobiliar gestapelt. Viele Firmen, aber auch Privatpersonen, zum Beispiel wenn sie für längere Zeit ins Ausland gehen, nutzen das Angebot von Welti-Furrer und lassen hier ihre überschüssigen Möbel zwischenlagern. Früher lud die Umzugsfirma die Möbel eins nach dem anderen auf einen Lastwagen und fuhr zum Lager, wo alles Stück für Stück abgeladen und deponiert wurde. Später wurde dann alles wieder aufgeladen und an den neuen Ort gebracht. Jedes Möbelstück musste mehrmals in die Hand genommen werden.

«Mit dem Containersystem geht alles viel effizienter und sicherer. Und kostengünstiger ist es auch noch», sagt Geschäftsführer Vassalli.

Eine der Hauptaktivitäten von Welti-Furrer ist aber weiterhin das Zügeln. Bei 60 Prozent der Zügelaufträge handle es sich um Geschäftsumzüge. Viele Firmen würden dabei grosses Gewicht auf Professionalität und Seriosität der Umzugsfirma legen, erklärt Geschäftsführer Vassalli. «So verlangen etwa Banken, dass wir einen Leumunds- und Strafregisterauszug unserer am Umzug beteiligten Mitarbeiter vorlegen.» Erhält Welti-Furrer einen Auftrag für einen Umzug, so wird das Mobiliar abgeholt, gereinigt und wenn nötig repariert, bevor es zum neuen Standort transportiert und dort eingerichtet wird.

Zwar sind die Kunden des Unternehmens Welti-Furrer vor allem Firmen diverser Grössen, aber auch Spezialtransporte wie etwa der Umzug eines Konzertflügels gehören zur Kernkompetenz der Firma. So lagern zum Beispiel momentan auch die Einzelteile eines ganzen Chalets in Dielsdorf.

Jedem sein Lager

Das dritte Standbein am neuen Unternehmensstandort von Welti-Furrer besteht in der Vermietung von Lagerfläche. Im sogenannten Self-Storage-Bereich haben Kunden die Möglichkeit, Boxen zu mieten für die Einlagerung von persönlichem Material. Die Grössen variieren von 2 bis 30 Quadratmetern Grundfläche.

Zurzeit stehen 52 dieser abschliessbaren Kabinen zur Vermietung bereit. «Wir haben jedoch noch genügend Kapazität, um das Angebot auf insgesamt 160 Kabinen zu erweitern», erklärt Fabio Vaia, Leiter Umzugs- und Lagerlogistik.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.07.2018, 09:29 Uhr

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