Neerach

Teure Enteignungen vermeiden

Die Neeracherstrasse muss auf dem Teilstück durch Riedt saniert und wahlweise auch verbreitert werden. Das entscheidet die Gemeindeversammlung. Eine Verbreiterung wird aber ohne Enteignungsverfahren nicht möglich sein.

Der Gemeinderat von Neerach soll eine Verbreiterung der Strasse im Ortsteil Riet anstreben.

Der Gemeinderat von Neerach soll eine Verbreiterung der Strasse im Ortsteil Riet anstreben. Bild: mcp

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor Jahresfrist hatte die Gemeindeversammlung, an welcher über 10 Prozent der Neeracher Stimmberechtigten anwesend waren, einen Antrag zur Sanierung von rund 200 Metern Neeracherstrasse im Ortsteil Riedt zurückgewiesen. Bemängelt wurde, dass die Strasse auch nach der Instandstellung und Erneuerung der Wasserleitungen nach wie vor zu schmal sei. Das führe dazu, dass Personenwagen beim Kreuzen des Postautos aufs Trottoir ausweichen und so auch Schulkinder gefährden würden. Der Gemeinderat solle eine Verbreiterung der Strasse anstreben.

Zwei Varianten zur Wahl

Am Montag, 3. Dezember, bringt die Behörde die Neeracherstrasse wieder aufs Tapet. Der Gemeindeversammlung werden zwei Varianten zur wahlweisen Beschlussfassung vorgelegt: Eine ohne Verbreiterung der Strasse und eine mit.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission beantragen, die Variante ohne Verbreiterung anzunehmen. Diese sieht eine Sanierung des Strassenabschnitts und den Ersatz der Wasserleitungen vor. Während die Instandstellung der Wasserinfrastruktur auf 213 000 Franken zu stehen kommt, die aus dem Gebührentopf der Wasserverbraucher finanziert werden, belaufen sich die Kosten der Strassensanierung auf 415 000 Franken. Wählt die Versammlung Variante 1, kann sie unmittelbar über den Projektierungs- und Kreditantrag abstimmen. Die Arbeiten sollen nächstes Jahr ausgeführt werden.

Enteignungen unvermeidbar

Die zweite Variante existiert erst in einem Vorprojekt. Dieses beinhaltet nebst der Strassensanierung und dem Wasserleitungsersatz auch eine Verbreiterung der Strasse. In diesem Fall entstehen auch Kosten für den Landerwerb. Die Kosten für die Sanierung kämen so auf 600 000 Franken zu stehen – die Wasserleitungen nicht eingerechnet.

Nicht eingerechnet – und das bereitet den Beteiligten am meisten Sorgen – wären auch die gerichtlichen Kosten in noch unbekannter Höhe, da Anwohner Land für die Strassenverbreiterung abgeben müssten. Und solche Enteignungs- und Rechtsmittelverfahren dürften unausweichlich sein, denn «die vom Gemeinderat angefragten direktbetroffenen Grundeigentümer haben signalisiert, einem Landerwerb durch die Politische Gemeinde nicht zuzustimmen», schreibt die Exekutive im Weisungsheft zur bevorstehenden Gemeindeversammlung.

Die in diesem Fall zu erwartenden Kosten und das Ausmass der Verzögerungen «können weder beziffert noch abgeschätzt werden», heisst es weiter. Aus diesen Gründen favorisiert die Behörde die erste Variante.

Auch die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt den Stimmberechtigten die erste Variante. Den dazu gehörigen Kostenvoranschlag erachtet sie als «realistisch und finanziell tragbar».

Erstellt: 16.11.2018, 17:02 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles