Oberglatt

Thai-Kultur erobert Chliriethalle

Ein Stück Exotik gab es am Wochenende am Thai-Kulturfestival in Oberglatt zu erleben. Zu essen gab es Panang-Curry und Drachenfrucht, zu sehen pompös kostümierte Tänzerinnen auftraten. Thai ist auch im Unterland im Trend.

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Kunstvoll geschnitzte Früchte zieren ein Wasserbecken, in dem rosa-weisse Blüten schwimmen, und daneben thront ein Turm aus fein zusammengefalteten Bananenblättern.

Handbemalte Sonnenschirme schmücken diesen Altar, der irgendwo in den Tiefen Thailands anzutreffen sein könnte – diesmal allerdings den Eingang zur Chliriethalle in Oberglatt markiert, in dessen Aussenanlage am Wochenende das Thai-Kulturfestival stattfand. Wie wenn ein Puzzleteil aus einem Markt in Thailand herausgefallen und in Oberglatt gelandet wäre, wehte wie schon letztes Jahr während dreier Tage ein südostasiatischer Wind durch den Ort.

Von süss bis käsig

Hinter dem Altar eröffnet sich ein fröhliches Gewusel von Menschen und Essständen, von Letzteren rund 50 an der Zahl. Während eine Händlerin gesüsste Kokosnussmilch in kleinen Muschelförmchen frittiert, bietet die andere gegenüber ordentlich scharfe Nudeln an, die sie aus dem zischenden Wok schöpft.

Zwischen den Händlerinnen geht es laut und lebendig zu und her. Woks stapeln sich und werden schwungvoll auf den Herd gesetzt – Schlangenbohnen, Auberginen und Thai-Basilikum liegen zu Haufen auf einem Tisch und werden eifrig in weisse Plastiksäckchen für die Kunden gepackt.

Eine der Händlerinnen ist Janya Jörg. Die Frau aus Bangkok ist seit 30 Jahren in der Schweiz und mit einem Schweizer verheiratet. Sie zieht von Thai-Festival zu Thai-Festival, um ihre Früchte und Desserts feilzubieten.

Neben den frittierten Bananen zeigt sie stolz ihre supersüssen Mangos, zu denen sie Klebereis serviert; ausserdem gibt es Drachenfrucht und Santol. Das thailändische Essen und speziell die Früchte, die vermisse sie hier in der Schweiz schon, sagt sie. Es gefalle ihr deshalb, die Köstlichkeiten ihrer Heimat immer wieder mal Schweizer Gaumen zum Probieren anzubieten. «Nur die Durianfrucht kommt in der Schweiz nicht gut an: viele sagen, sie stinke nach altem Käse», erzählt sie mit einem Lachen. Für Thais hingegen sei der Geschmack zwar intensiv, aber lecker.

Schmeckt besser als zu Hause

Einige Meter weiter zerstampft eine Frau in einem wuchtigen Mörser gerade Chilischoten zu einer Currypaste. Welche Gewürze sie dazu verwendet? «Grosses Geheimnis», ruft sie und zeigt beim Lachen ihre Zähne.

Die Oberglatterin Gabi Da Costa, die direkt nach der Arbeit ans Thai-Festival kam, schnappt sich einen Teller Roten Curry und zieht nach dem ersten Löffel anerkennend die Augenbrauen hoch. «Ich koche zuhause manchmal selber thailändisch, aber es schmeckt leider nie so gut wie von Thailändern», muss sie eingestehen.

Auch Andy Weber aus Oberhasli kocht regelmässig thailändisch zuhause – dank seiner Thai- Wurzeln ist er allerdings im Besitz der essentiellen Geheimtipps. An jenem Abend kauft er eine grosse Portion Wasserspinat, ehe er sich etwas zu Essen holen und an einen der zahlreichen Festbänke setzen will, wo nebenan auf einer Bühne Sängerinnen in schillernden Kostümen eine Show liefern. «Ich finde es sehr gemütlich hier», sagt Weber. «Da kommen gleich Erinnerungen an die letzten Ferien in Thailand hoch.»

Ignoriert man einen Moment lang die Swiss-Flugzeuge, die über das Areal schweben, und dass man das Essen mit Schweizer Franken bezahlen muss, könnte man sich tatsächlich glatt in Thailand glauben. Eigentlich schade, dass das Puzzleteil am Sonntagabend wieder zurück nach Thailand entschwindet.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.07.2017, 16:53 Uhr

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