Dietlikon

Thurnheer gefällt als Unterhalter

Moderator und Reporter Bernhard Thurnheer ist im Fernsehen nicht mehr oft zu sehen. Das Interesse an seiner Person ist aber immer noch gross. Diese Woche war er in der Bibliothek Dietlikon zu Gast.

Auch in Dietlikon bewies Beni Thurnheer, dass unterhaltend moderieren nach wie vor seine Stärke  ist.

Auch in Dietlikon bewies Beni Thurnheer, dass unterhaltend moderieren nach wie vor seine Stärke ist. Bild: Sibylle Meier

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Moderator, Sportreporter und Bernhard Thurnheer – bekannt auch als «Beni national» - hat sich in den vergangenen Jahren nach und nach aus Fernsehen und Radio zurückgezogen. «Das war ein bewusster Entscheid», sagt er bei seinem Besuch in der Bibliothek Dietlikon. Von «A bis Z», wie es auf der Einladung steht, gibt er Einblick über sein Leben in den Medien, was er dabei erlebt hat und wie es ihm ergangen ist.

Schrittweiser Rückzug

Seine eigene Pensionierung ist eines der Stichworte, zu denen er sich ohne Manuskript und in freier Rede an diesem Abend äussert. Das fehlende Berufsleben werde auch für fast nante Rolle werde für viele Schweizer zum Problem. «Bei Karriereende fällt vieles weg und lässt nach. Macht, Einfluss, Selbstwertgefühl. Ich habe mir deshalb schon mit 50 überlegt, wie ich aus dem Beruf aussteige. Ab 60 habe ich jedes Jahr etwa zehn Prozent meiner Arbeit reduziert», sagt Thurnheer.

Es sei aber insgesamt weniger schlimm als gedacht. Allerdings hat Thurnheer immer noch eine Vielzahl an Projekten, wie er zugibt. «Aber alles mit mehr Zeit und Ruhe dazwischen», sagt er lachend.

Ohne berufliche Verpflichtungen wäre er nicht in so viele Länder gereist, 93 an der Zahl. Die 100 will er noch voll machen. Prägend waren die Reisen an die Olympischen Spiele und Weltmeisterschaften: «Die waren aber auch immer anstrengend und wir mussten viel Zeit mit Warten und Transfers verbringen». Er sei selber gespannt darauf, wie er die Fussball-WM dieses Jahr erlebe, wenn er nicht mehr kommentiere.

Plädoyer für Toleranz

«Olympia in Pyöngyang hat mich schon relativ kalt gelassen», gibt er zu. Und erklärt in der Folge auch gleich das Phänomen, wieso beim alten Fernsehgerät des Nachbarn der Fussball das Goal früher falle. Je höher die Bildqualität oder wenndie Sendung via Streaming geschaut werde, betrage der Zeitunterschied mehrere Sekunden.

Sein Jusstudium sei auch gut fürs Kommentieren gewesen. «Es hat mich gelehrt, nicht zu viel über Menschen zu urteilen». Allerdings sei es bei der Zusammenarbeit mit Co-Kommentatoren schon wichtig gewesen, dass man sich gut verstehe.

Beni Thurnheer macht aus seiner seiner starken Bindung zum Schweizer Fernsehen, mit dem er gross geworden ist, keinen Hehl. Eloquent erklärt er den Unterschied zwischen effektiven Zuschauerzahlen und prozentualen Quoten, wie sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen für Randsportarten einsetze, wo hingegen private Stationen nur diejenigen Sportarten mit hohen Einschaltquoten berücksichtigen würden. Ausserdem solle man sich nicht immer nur auf die Jungen fokussieren «Entweder macht man Sendungen für die Jungen oder für viele. Beides geht nicht», meint er.

Wichtig finde er auch, dass alle nicht nur das Medium konsumierten, das die eigene Meinung widerspiegle. «Dann bewegt man sich in einer Seifenblase. Jeder sollte auch andere Meinungen entgegen nehmen».

Immer noch viel unterwegs

Sein Buch «Hauptsache, es flimmert» mit Anekdoten über sein Leben als Fernseh-Prominenter vor und hinter der Kamera und dem Mikrofon, ist bereits sein fünftes. «Ich schreibe gerne. Da kann ich mir die Zeit selbst einteilen, habe keinen Zeitdruck. Von einem mündlichen Kommentar gibt es nur eine Version. Beim Schreiben kann ich noch korrigieren».

Mittlerweile macht Beni Thurnheer jeweils montags noch abwechselnd mit François Mürner und Frank Baumann eine Radiosendung. Am Sonntag ist er immer noch beim Schweizer Fernsehen. «Die haben da immer Hochbetrieb und sind noch froh um mich. So bleibe ich auch mit allen noch in Kontakt.» Bald wird man ihn sogar als Schauspieler antreffen. Er macht bei einem Theaterprojekt über die Geschichte des berühmten Zürchers Cafes Odeon mit, das im Herbst im Weissen Wind in Zürich aufgeführt wird. Und es gibt noch so vieles, was ihn interessiert.

Erstellt: 25.05.2018, 16:54 Uhr

Zur Person

Bernhard «Beni» Thurnheer, Jahrgang 1949, ist langjähriger Sportreporter, TV-Moderator und Showmaster, aufgewachsen in Winterthur. Er prägte diverse Quiz- und Unterhaltungssendungen im Schweizer Fernsehen, unter anderem «Benissimo».

Zusätzlich präsentierte und kommentierte er unzählbare Sportsendungen. Sein nicht böse gemeinter Übername war «Schnurri der Nation». Heute ist er noch mit einem kleinen Pensum bei Radio und TV dabei, geniesst aber auch die Zeit für ganz andere und neue Projekte.

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