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Starker Kopf im Sand

An den Schweizer Meisterschaften haben die Klotenerin Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré den Final 2:1 gewonnen. Bei den Männern siegten Sébastien Chevallier und Alexei Strasser.

Von wegen Favoritensiege lösen keine Emotionen aus: Joana Heidrich demonstriert nach dem Gewinn ihres zweiten Schweizer Elite-Meister-Titels das Gegenteil.
Von wegen Favoritensiege lösen keine Emotionen aus: Joana Heidrich demonstriert nach dem Gewinn ihres zweiten Schweizer Elite-Meister-Titels das Gegenteil.
Keystone

Nach Platz 3, 4, 5 und zuletzt in Basel Platz 2 an ihren bisherigen Turnierteilnahmen auf der höchsten nationalen Stufe A1 fehle ihnen nur noch der Sieg, hatte Alexei Strasser im Vorfeld der Schweizer Meisterschaften halb ernst, halb augenzwinkernd erklärt. Dass er und sein Compa­gnon Sébastien Chevallier in Bern aus dem Spass Ernst machten und alle drei Nationalteam-Duos hinter sich liessen, kam denn auch für Strasser selbst «ein bisschen überraschend. Gerade wenn man sieht, wie wenig wir auch vor diesem Turnier trainieren konnten. Trotzdem habe ich immer gewusst, dass wir eine Chance haben.» Schliesslich müsse jeder Gegner sie erst einmal schlagen.

Bronze für Adrian Heidrich

Dennoch war der Weg zum Sieg auch für die neuen Spitzenspieler der Beachvolleyball-Sektion des VBC Züri Unterland kein leichter. Abgesehen vom Endspiel gingen all ihre Partien in den Entscheidungssatz, und nach dem 1:2 gegen die topgesetzten Nico Beeler / Marco Krattiger fanden sie sich auf dem steinigen Weg via Verlierer-Tableau wieder. Dazu kamen seit Donnerstag Regen und tiefe Temperaturen auf dem Berner Bundesplatz. «Die Dreisätzer haben wir so doppelt in den Knochen gespürt – und dementsprechend nach jedem Spiel die Physiotherapie in Anspruch genommen», verriet Alexei Strasser. Dass es am Ende zum 22:20-21:17-Sieg im Final gegen die favorisierten Beeler/Krattiger und somit zum Schweizer-Meister-Titel Nummer 2 für ihn und Nummer 3 für seinen Mitspieler Sébastien Chevallier reichte, mache sie beide natürlich umso glücklicher.

Den Erfolg führte er vor allem auf eines zurück: «Wir haben mit dem Kopf gewonnen. Wir waren weder physisch noch technisch das beste Team, haben aber eine gute Mischung aus Lockerheit und Fokussierung zustande gebracht.» Das habe viel mit Erfahrung zu tun. «Auch wenn es mal nicht gut gelaufen ist, haben wir einfach immer ruhig weitergespielt. Das hat am Ende alle zermürbt.» So unterlagen ihnen auch der Klotener Adrian Heidrich und sein Partner Gabriel Kissling im Halbfinal 1:2. Am Ende durfte sich das Duo jedoch über den Sieg im Spiel um Platz 3 freuen.

Joana Heidrichs würdiger Abschluss

Joana Heidrich und ihre Berner Mitspielerin Anouk Vergé-Dépré waren indes topgesetzt ins Turnier gegangen – und auf dem Weg in den Final mit drei klaren 2:0-Siegen, bei denen sie nie in Gefahr eines Satzverlustes gerieten, der Favoritinnenrolle vollauf ­gerecht geworden. Doch im Final trafen sie auf ihre Trainingspartnerinnen am Leistungszentrum in Bern, die ehemaligen ZuZu-Beacherinnen Nina Betschart und Tanja Hüberli. Und das junge Duo setzte Heidrich/Vergé-Dépré von Beginn an einigen Wider­stand entgegen.

Der erste Satz ging ungewöhnlich klar mit 21:10 an das Schweizer Frauen-Duo Nummer 2. «Da ist ihnen alles gelungen und uns nicht viel», schilderte Heidrich. «Wir mussten uns heute richtig ins Spiel hin­ein­kämpfen.» Das sei ihnen doch noch gelungen, weil sie ruhig geblieben seien und sich auf ihr Spiel konzentriert hätten. «Nach einer Weile ist es uns im zweiten Satz dann besser gelaufen – und jetzt sind wir Schweizer Meisterinnen und mega happy, obwohl wir nicht unser bestes Beachvolleyball-Spiel gezeigt haben.» Dass sie nach dem 21:17-Sieg zum Satzausgleich auch im dritten Satz bis zum Ende kämpfen, gar einen Matchball abwehren mussten, steigerte Heidrichs Freude über ihren zweiten Schweizer Elite-Meister-Titel zusätzlich. «Das war ein würdiger Abschluss einer sehr guten ersten Saison mit Anouk.»

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