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Trotz neuem Fahrplan bleiben Zugsausfälle unvermeidlich

Seit kurzem liegen die Fahrpläne 2018/2019 des ZVV auf. Eines ist schon jetzt klar. Die Wehntaler werden weiterhin mit Zugsausfällen leben müssen. Denn die Wendezeit in Niederweningen bleibt mit acht Minuten knapp bemessen.

Das Zeitmanagement im Wehntal für die S15 ist knapp bemessen. Deshalb wird es auch weiterhin Züge geben, die vorzeitig wenden müssen.
Das Zeitmanagement im Wehntal für die S15 ist knapp bemessen. Deshalb wird es auch weiterhin Züge geben, die vorzeitig wenden müssen.
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Zugsausfälle, vorzeitiges Wenden und gestrandete Passagiere. Solche Ereignisse, die nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 im Wehntal gehäuft auftraten, erhitzten die Gemüter.

Die Gründe dafür sind unter anderem in der einspurigen Strecke, die ins Wehntal führt und in der knappen Wendezeit der S15 bei der Endstation in Niederweningen zu suchen. Seit die SBB Springlokführer einsetzen, hat sich die Lage verbessert.

Diese besetzen zu gewissen Zeiten den Führerstand am Ende des Zuges und sorgen dafür, dass der Zug kurz nach der Einfahrt am Niederweninger Endbahnhof bereits wieder abfahrbereit ist.

Ein bis zwei Fälle pro Monat

Trotz der Massnahmen bleibt das Thema weiterhin aktuell. «Im Durchschnitt kommt es zu ein bis zwei Zugsausfällen pro Monat», erklärt Oberweningens Gemeinderätin und Präsidentin der regionalen Verkehrskonferenz Melissa Hösli.

Wie es aussieht, wird sich daran in nächster Zeit nichts ändern. Die Fahrpläne 2018 bis 2019, die seit einer Woche aufliegen, sehen für die S15 in der Endstation Niederweningen weiterhin eine knappe Wendezeit von acht Minuten vor. Bei grösseren Störungen wie einer Stellwerkstörung, Schneefall oder einem Personenunfall werde es daher auch in Zukunft zu Ausfällen kommen, sagt Hösli.

Diese Einschätzung bestätigt man auch beim Zürcher Verkehrsverbund ZVV. Mediensprecher Stefan Kaufmann erklärt auf Anfrage, dass «Zugswendungen im Wehntal leider auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden können.» Zu dieser Massnahme werde aber nur in «absolut notwendigen Situationen» gegriffen.

Diese würden denn auch selten vorkommen. «Zieht man in Betracht, dass pro Monat über 1000 Kurse ins Wehntal fahren, darf man bei eins bis zwei Wendungen pro Monat von Einzelfällen sprechen.» Ebenso hält Kaufmann fest, dass das Wenden von Zügen bei aussergewöhnlichen Verspätungsfällen auch auf anderen Linien zur Anwendung käme.

Netz am Limit

Auf die Frage, weshalb die ZVV keine längere Wendezeit in Niederweningen einplane, erklärt Kaufmann: «Die Auslastung des Zürcher S-Bahn-Netzes ist am Limit. Eine grundlegende Anpassung des Fahrplans ist im Wehntal kurz- bis mittelfristig nicht umsetzbar.»

Im Rahmen des Strategischen Entwicklungsprogramms Bahninfrastruktur STEP, Ausbauschritt 2030, würden aber aktuell weitere Abklärungen bezüglich möglicher Ausbauprojekte laufen. Möglich wären Bahnhofsausbauten inklusive Kreuzungsmöglichkeiten oder auch Doppelspuren. Noch würden aber keine konkreten Projekte vorliegen.

Die öffentliche Auflage findet noch bis zum 29. März statt. Änderungswünsche können bis zum 31. März eingereicht werden. Melissa Hösli fordert ihre Mitbürger auf, sich zu melden: «Bewegen können wir wahrscheinlich nichts. Aber es ist wichtig, dass man die Wehntaler Stimmen hört. Sonst entsteht der Eindruck, die Wehntaler seien mit der jetzigen Situation zufrieden. Dabei machen viele die Faust im Hosensack.»

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