Hüntwangen

Tüfteln was das Zeug hält

Im Tüftelcamp konnten Kinder diese Woche ihre eigenen Ideen verwirklichen. Dabei wurde ihnen spielerisch, technische Berufe näher gebracht.

Finn Rey (10) und Stefanie Hinz (10) tüfteln beide an ihren eigenen Werken.

Finn Rey (10) und Stefanie Hinz (10) tüfteln beide an ihren eigenen Werken. Bild: Johanna Bossart

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Wir sind Leonardo», ist das Motto des diesjährigen Tüftelcamps. In elf verschiedenen Werkstätten der Deutschschweiz können Mädchen und Jungs, vom 8. bis 11. Oktober experimentieren und selber Maschinen entwickeln. Dabei werden sie spielerisch an technische Berufe herangeführt.

So auch in der ehemaligen Hutfabrik in Hüntwangen. Dort wird zurzeit gebastelt, geleimt, gehämmert und experimentiert. In jeder Ecke wird etwas anderes hergestellt. Darunter ein Flipperkasten, eine Wasserpumpe, oder ein Auto samt Fernbedienung. Der Fantasie der 19 Kinder sind keine Grenzen gesetzt. Genau das schätzt der 14-Jährige Leiter, Serafin am Tüftelcamp. «Auf der einen Seite lernen die Kinder hier zu teilen, auf der anderen Seite ermöglicht ihnen das Camp, ihre Kreativität auszuleben, was zu Hause oft nicht möglich ist.»

Das findet auch der 12-Jähirge Jonah, der gerade seinem Cousin hilft, einen Töggelikasten zu basteln. «Hier kann man seine eigenen Ideen umsetzen.» Seine jüngere Schwester Liah ist mit ihrem Gümmeliball beschäftigt. Sie habe selber herausgefunden, wie sie diesen herstellen muss, sagt die 10-Jährige stolz. Den Trick habe sie aber niemandem verraten, nur ihrem Bruder und ihrem Cousin. Ob sie ihn uns auch verraten würde? «Ja natürlich. Du nimmst einen Fetzen Papier und wickelst ein Gümmeli herum, wenn du mal den Anfang hast, geht alles von alleine.»

Yonah (12) und seine Schwester Liah (10) basteln ihren Gümmeliball.

An eigenen Werken tüfteln

Genau das sei das Ziel des Camps, sagt Cornelia Baumann, Leiterin des Camps. «Die Kinder sollen selber auf die Lösung kommen.» Der Sozialpädagogin, welche zuhause eine eigene Werkstatt besitzt, ist es wichtig, der jungen Generation den Respekt gegenüber dem Handwerk zu vermitteln. Am ersten Tag liess sie die Gamergeneration wie sie die jungen Tüftler auch nennt, Modellbögen nach Anleitungen bauen. Heute, mit mehr Erfahrung können die Kinder an ihren eigenen Werken tüfteln. Unterstützt werden sie dabei von zwei Erwachsenen und zwei Jugendleitern. «Was die Kinder machen wollen, ist ihnen überlassen,» sagt Baumann. «Das Thema ist mechanische Automaten, sonst sind sie ziemlich frei.» Das entspricht dem 12-Jähirgen Dominic aus Bülach. «Im Gegensatz zum Werkunterricht an der Schule können wir hier unsere eigenen Ideen verwirklichen.»

«Der Mann im schwarzen Mantel» von Finn Rey (10).

Neugier der Kinder wecken

Organisiert wird das Camp von tüfteln.ch, der Koordinationsplattform der Schweizer Tüftellabore. Die Idee dahinter ist, bei Kindern und Jugendlichen die Neugier und Freude an den sogenannten Mint-Berufen zu wecken. Die Arbeitsfelder Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik haben Zukunft und leidet trotzdem seit längerem unter einem Fachkräftemangel. Um zu zeigen, wie kreativ, spannend und abwechslungsreich diese Berufsfelder sind, spannt der Verein mit Partnern aus der Industrie zusammen. Zum Tüftelcamp gehört daher ein Besuch eines Betriebs in der Umgebung.

Auch die Kinder des Tüftelcamps in Hüntwangen machten gestern einen Ausflug in die Jentschmann AG, welche Maschinen entwickelt, die selbständig Tücher für Sonnenstoren herstellt. Dabei konnten die jungen Tüftler den erfahrenen Profis über die Schultern schauen.

Erstellt: 10.10.2019, 18:05 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!