Wallisellen

Tunnel bedingt neue Brücke bei Wallisellen

Die SBB planen für den Brüttener Tunnel grosse Veränderungen rund um die Bahnhöfe Dietlikon und Bassersdorf. Und in Wallisellen wollen sie Richtung Oerlikon eine rund 665 Meter lange Brücke bauen.

Anders als der Gotthard-Basistunnel (im Bild) ist der Brüttener Tunnel noch weit von seiner Realisierung entfernt.

Anders als der Gotthard-Basistunnel (im Bild) ist der Brüttener Tunnel noch weit von seiner Realisierung entfernt. Bild: Urs Flüeler

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Die Idee eines Brüttener Tunnels, einer schnelleren und kürzeren Verbindung zwischen Winterthur und Bassersdorf und Dietlikon, ist seit den 80er-Jahren präsent. In den letzten Jahren, vor allem aber seit die Bevölkerung 2014 einen entsprechenden Fonds zur Finanzierung genehmigt hat, kommt das Projekt einer Realisierung immer näher.

Die SBB haben am Montagabend in Wallisellen über das Unterfangen informiert. Dies auf Einladung der Gemeinde.

Neu vier Gleise für Dietlikon

Bei den Ausführungen des Gesamtprojektleiters Gerry Steiner wurde schnell klar: Der Brüttener Tunnel ist ein Projekt von bisher ungewohntem Ausmass für die Region. Geplant sind eine 8,7 Kilometer lange Verbindung zwischen Dietlikon und dem Gebiet Tössmühle bei Winterthur, eine zweite, kleinere Verbindung in der Länge von einem Kilometer zweigt dabei nach Bassersdorf ab. Die SBB gehen in ihrem Vorprojekt für den längeren Tunnel von zwei Röhren mit einem Durchmesser von je 10 Metern aus. Diese Röhren beinhalten jeweils eine Spur und sind an 17 Stellen miteinander verbunden

Um die Tunnel wie vorgesehen zu bauen, muss auch oberirdisch viel geändert und angepasst werden. «Der Bahnhof Dietlikon wird komplett neu gebaut», sagte Katja Nahler, welche mit der Detailplanung des Abschnitts Dietlikon beauftragt ist. Statt wie bisher drei sollen neu vier Gleise am Dietliker Bahnhof geführt werden, die von zwei Mittelperrons bedient werden. Ein sogenanntes Heimperron, welches aktuell das Gleis 1 in Dietlikon bedient, soll es nicht mehr geben.

Auch die Zugänge zum Bahnhof sollen neu gestaltet werden, der Bahnübergang mit Barriere soll durch eine Unterführung ersetzt werden. Schlechte Nachrichten hatte Nahler für die Anwohner des Quartiers Im Lampitzäckern sowie für sämtliche Anhänger der Idee eines unterirdischen Bahnhofs: Nach wie vor planen die SBB vor dem Quartier eine Brücke, die bis zu 9 Meter höher sein dürfte als bisher.

Auch rund um den Bahnhof Wallisellen sind einige Veränderungen geplant. Die bisherigen Perrons sollen auf 320 Meter verlängert und das südliche Perron verbreitert werden. Auch in Wallisellen sollen vier Gleise in Betrieb sein. Ein Perron bedient dabei die zwei Spuren von und nach Dietlikon, die Züge werden dort im Rechtssystem verkehren. Das bedeutet konkret, auf der oberen, nördlichsten Perronkante fährt der Zug von Dietlikon nach Oerlikon. Auf dem zweiten Perron fahren hingegen die Züge von und nach Dübendorf im Linksverkehr, auf der südlichsten Kante fährt also der Zug von Dübendorf nach Oerlikon.

Um dieses System ohne Kreuzungspunkte zu ermöglichen, wollen die SBB eine rund 665 Meter lange Brücke zwischen dem westlichen Bahnhofende und dem Heizkraftwerk Aubrugg errichten. Sie soll dereinst die nördlichste Linie, die von Dietlikon über Wallisellen nach Oerlikon führt, mit der südlichsten Linie, die von Dübendorf her kommt, zusammenführen.

Komplett neu gebaut würde mit dem Projekt der Bahnhof Bassersdorf. Zudem müsste für die neue Tunnelverbindung die Kantonsstrasse zwischen Bassersdorf und Baltenswil umgelegt werden.

Kosten in Milliardenhöhe

Die Kosten für sämtliche Arbeiten rund um den Brüttener Tunnel werden vom Bundesamt für Verkehr auf rund 2,6 Milliarden Franken geschätzt – wobei der Betrag gemäss den Schätzungen auch 30 Prozent höher oder tiefer ausfallen könnte. In Stein gemeisselt ist indes noch nichts. Über den tatsächlichen Bau des Tunnels wird auf Bundesebene entschieden. Ab 2019 wird das Parlament darüber beraten. Bisher finanziert wurde nur das Vorprojekt. Würde der Entscheid zugunsten des Tunnels ausfallen, würde das Projekt erst ab Herbst 2022 öffentlich aufliegen.

Berechnet man sämtliche Einsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Kanton, Gemeinden und Bevölkerung mit ein, ist mit einem Baubeginn nicht vor Herbst 2025 zu rechnen. In Betrieb genommen werden könnten die Tunnel in dem Fall nach einer achtjährigen Bauzeit gegen Ende 2033. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2018, 09:02 Uhr

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