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Ukraine ehrt Violinisten aus Winkel

Der Kulturminister der Stadt Lemberg dürfte hierzulande den wenigsten bekannt sein – dem Unterländer Violinisten-Ehepaar Anna Savytska und Jakub Dzialakaber schon: Die beiden wurden mit einem Kulturpreis belohnt.

Anna Savytska und Jakub Dzialak feilen nicht nur am eigenen Können, sondern helfen mit Meisterkursen und ­Akademien auch anderen Musikern.
Anna Savytska und Jakub Dzialak feilen nicht nur am eigenen Können, sondern helfen mit Meisterkursen und ­Akademien auch anderen Musikern.
zvg

Die Auszeichnung ist noch neu, der Weg dazu begann aber schon vor drei Jahren. Damals starteten die beiden Unterländer Künstler ein neues Projekt – den «Weihnachtstraum». Dadurch erhielten talentierte Nachwuchsmusiker aus der Ukraine die Möglichkeit, in der Schweiz eine Konzerttournee zu absolvieren und neue Kontakte zu knüpfen.

Anna Savytska in einer Aufnahme von 2011 (Quelle: Youtube)

Diesen Sommer haben Jakub Dzialak und Anna Savytska zudem bereits zum zweiten Mal eine Musik-Akademie auf die Beine gestellt und durchgeführt – ebenfalls in der Ukraine. Sie soll auch weiterhin stattfinden, denn Dzialak ist mit dem Erfolg rundum ­zufrieden. «Wir hatten 80 aktiv Teilnehmende im Alter von 4 bis35 Jahren», sagt er rückblickend. Sie kamen nicht nur aus der Schweiz und Osteuropa, sondern unter anderem auch aus Japan, China, Österreich, Israel oder den Vereinigten Staaten. Zwei Dirigenten reisten aus New York an.

Teilnehmerzahl steigt stetig

Im Vorjahr hatten an der Akademie noch 65 Musiker teilgenommen, für die dritte Auflage hofft Dzialak auf gegen 100. Zu den ­aktiv Teilnehmenden kommen noch weitere Besucher, die zuhören, aber nicht auf dem Instrument unterrichtet werden. Der Jüngste unter den aktiven Nachwuchsmusikern war übrigens Dzialaks und Savytskas Sohn Marc. Er wurde, gleich wie die ­anderen Teilnehmenden, von Professoren internationaler Herkunft in Meisterklassen unterrichtet.

Unter anderen von der legendären Violinistin Dora Schwarzberg, die offenbar sehr stolz war, dass sie den jungen Winkler unterrichten durfte, der anschliessend an einem Konzert ­aller Akademie-Teilnehmenden mitspielte. «Zum Schluss erhielten alle ein Zerti­fikat», sagt Dzialak. Unterrichtet wurde nicht nur auf der Violine, sondern auch auf dem Cello, der Flöte, der Oboe, der Trompete und dem Klavier, dem Fagott sowie dem Akkordeon.

Karitativer Brückenbau

Ihr Schaffen in der Ukraine bezeichnet Dzialak als karitativen Versuch eines Brückenbaus auf kultureller Basis – zwischen der Schweiz und der Ukraine. Diese Bemühungen wurden nun belohnt. Der Minister für Kultur der Stadt Lemberg überreichte Dzialak und Savytska stellvertretend den Kulturpreis des ukrainischen Kulturministers. «In Annas Heimat hat der Preis eine sehr grosse Bedeutung», erklärt Dzialak. «Nur Leute, die sich einsetzen und gewisse Sachen über meh­rere Jahre weiterverfolgen, erhalten ihn.»

Überreicht bekommen haben ihn die beiden Künstler, die zusammen das Innovation Duo ­bilden, im Rahmen ihres Abschlusskonzerts in Savytskas Heimatstadt Lwiw (Lemberg). «Der Minister kam persönlich und verlieh den Preis», blickt Dzialak zurück – für ihn und seine Frau eine grosse Ehre.

Das Engagement zum Brückenbau geht derweil weiter. Zu hören sein werden die Schütz­linge von Dzialak und Savytska in nicht allzu ferner Zukunft auch in der Region. Vom 15. bis 30. November dauert die nächste Tournee ihres Weihnachtsprojekts. Am 18. und 19. November findet in der reformierten Kirche Bülach ein Konzert statt, am 26. in Nussbaumen bei Baden und am 17. November in der Stadt Zürich.

Erst einmal nach Südamerika

Als Nächstes geht das Innovation Duo aber selber auf Tournee:in Argentinien, Chile, Kuba und Spanien. Auch dort werden sie nicht nur Konzerte geben, sondern darüber hinaus Studenten unterrichten. «Wir möchten weltweit Akademien anbieten», umreisst Dzialak das längerfristige Ziel.

«Geplant sind weitere Meisterklassen in Minnesota in den Vereinigten Staaten, und wir haben eine Zusammenarbeit mit der Internationalen Sommer-Akademie am Semmering in Österreich.» So sollen nicht nur ausländische Kinder eine Brücke in die Schweiz erhalten, sondern Schweizer Kindern wird die Möglichkeit gegeben, die Schweiz mit Auftritten zu repräsentieren.

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