Neerach

Umfahrungskonzept sorgt für Ärger

Der Gemeinderat von Neerach hatte an der Gemeindeversammlung zwei kritische Anfragen zum Thema Umfahrung Neeracherried zu beantworten. Die Stimmberechtigtengenehmigten einen Beitrag für das Neeri-Fäscht, das mehr zu bieten haben wird als frühere Ausgaben.

Die «Holperpiste» durch das Ried soll dereinst durch eine Umfahrungsstrasse ersetzt werden. Das entsprechende Konzept, das unter anderem Neerach dem Kanton vorlegte, provozierte zwei Anfragen an der Gemeindeversammlung.

Die «Holperpiste» durch das Ried soll dereinst durch eine Umfahrungsstrasse ersetzt werden. Das entsprechende Konzept, das unter anderem Neerach dem Kanton vorlegte, provozierte zwei Anfragen an der Gemeindeversammlung. Bild: Balz Murer

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Voller Überzeugung hatten die Gemeinderäte von Neerach, Höri und Niederglatt Anfang Mai ihr Konzept für die Umfahrung des Neeracherrieds vorgestellt, das sie zuvor dem Kanton überreicht hatten. Dass zumindest ein Teil der Bevölkerung nicht überzeugt ist von den Plänen, zeigte sich an der Gemeindeversammlung von Montagabend.

«Ich bin extrem enttäuscht», sagte Nadine Thalmann in ihrer Stellungnahme zu den Antworten des Gemeinde­rates auf ihre zehn Fragen umfassende Anfrage. «Ihr müsst für die Bevölkerung da sein und nicht für den Naturschutzverein», ergänzte sie. Ihre Ausführungen wurden mit heftigem Applaus und Bravo-rufen quittiert.

Mit Fragen gelöchert

Nadine und Heinz Thalmann hatten den Gemeinderat unter anderem gefragt, weshalb die Behörde in dieser Sache nicht in erster Linie die Einwohner von Neerach vertrete, ob Protokolle von den Sitzungen zwischen Gemeindebehörden und Naturschutzorganisationen, die durch Birdlife vertreten wurden, erstellt worden seien und ob diese einsehbar seien, oder auch, weshalb der Gemeinderat ungebeten ein Konzept abgebe. Weiter fragten die Thalmanns, weshalb der Gemeinderat dem Kanton ein solch einseitiges Konzept unterbreite und ob er, ausser dem Naturschutz, andere Aspekte miteinbezogen habe.

Laut dem Gemeindepräsidenten Markus Zink, der die Fragen beantwortete, geht aus dem Konzept hervor, dass dieses auch die Interessen der Bevölkerung berücksichtige. «Sie profitiert davon, dass die Strasse nicht direkt vor ihrem Hof durchführt», sagte Zink. Protokolle seien erstellt worden, aber diese seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sie fielen unter das Amtsgeheimnis.

Zur ungefragten Abgabe eines Konzepts an den Kanton sagte Zink: «Es spricht nichts dagegen, mehr zu tun, als von einem verlangt wird.» Er betonte auch, das Konzept nicht einseitig, sondern ausgewogen und Ideen aus der Bevölkerung seien immer willkommen.

Nadine Thalmann sagte in ihrer Stellungnahme, der Gemeinderat wolle mit der Bevölkerung zusammenarbeiten und sollte erfragen, ob der Wille für eine Umfahrung da sei. Sie störte sich daran, dass mit Vereinen ein Umfahrungskonzept erarbeitet werde und dass die Protokolle geheim gehalten werden.

«Es spricht nichts dagegen, mehr zu tun, als von einem verlangt wird.»Markus Zink, Gemeindepräsident von Neerach

Der andere Anfragesteller, Martin Bigler, wollte unter anderem wissen, weshalb die Bevölkerung von Neerach nie über mögliche Umfahrungsvarianten informiert worden sei, weshalb die verschiedenen Varianten nicht auf der Internetseite der Gemeinde aufgeschaltet würden, wieso eine neue Strassenführung, die einem Jahrhundertbauwerk entspreche, nicht mit den Bürgern diskutiert werde, oder auch, ob der Gemeinderat im Herbst eine Informationsveranstaltung durchführen werde.

Der Anfragesteller bezeichnete die vom Gemeinderat vorgeschlagene Umfahrungsvariante als katastrophal – er äusserte Bedenken zu den Verbindungen der Neeracher nach Höri, Nieder- und Oberglatt.

Zink antwortete, dass der Gemeinderat über Tatsachen informiere, nicht über Ideen. Die Betroffenen seien am selben Tag wie die Medien informiert worden. Zink führte weiter aus, dass alle von Bigler genannten Zielorte angefahren werden können, es nur etwas länger dauere. Eine Informationsveranstaltung sei nicht vorgesehen. Bigler nahm keine Stellung zu den Antworten des Gemeinderats, da er an diesem Abend nicht anwesend war.

Ein Fest wie nie zuvor

Die insgesamt 116 anwesenden Neeracher (5 Prozent) bewilligten an der Gemeindeversammlung einen Kredit von 100 000 Franken an das Neeri-Fäscht, das Ende Juni 2019 stattfinden soll. Da das Veranstaltungsjahr des Festes mit dem 850. Geburtstag der Gemeinde zusammenfällt, soll es mehr zu bieten haben als die vergangenen Ausführungen. Insgesamt soll der Anlass 221 000 Franken kosten. Die Besucher werden unter anderem ein 20-minütiges Feuerwerk und schweizweit bekannte Show-Acts bestaunen können.

Die Versammlung hat zudem die Rechnungen 2016 von Politischer Gemeinde und Schule bewilligt. Erstere schliesst in der Erfolgsrechnung bei einem Aufwand von 10,7 Millionen und einem Ertrag von 11,9 Millionen mit einem Plus von 1,2 Millionen Franken ab. Die Schulgemeinde weist bei einem Aufwand von 5,3 Millionen und einem Ertrag von 6,1 Millionen ein Plus von rund 800 000 Franken aus.

Erstellt: 13.06.2017, 17:47 Uhr

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