Dänikon

Tesla versorgt das Haus mit Strom

In möglichst vielen Bereichen ein nachhaltiges Leben zu führen, ist das Ziel von Roland Lächler und seiner Frau Regula. Für die hauseigene Stromproduktion haben sie nun drei Teslabatterien installiert.

Regula und Roland Lächler versorgen ihr Haus mit Energie aus Teslabatterien.

Regula und Roland Lächler versorgen ihr Haus mit Energie aus Teslabatterien. Bild: Paco Carrascosa

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Der frühere Linienpilot Roland Lächler aus Dänikon ist zu folgender Erkenntnis gekommen: «Wir Menschen müssen dringend auf nachhaltige Energie zur Fortbewegung auf vier Rädern und zum Wohnen umstellen.»

Persönlich halten er und seine Frau Regula Lächler schon seit einiger Zeit an diesem Grundgedanken fest. Das hat unter anderem dazu geführt, dass Roland Lächler Ende 2014 einen Tesla kaufte. Regula Lächler gesteht: «Zuerst war ich geschockt. So viel Geld für ein Auto auszugeben, erschien mir übertrieben.» Beide waren bis zu jenem Zeitpunkt mit gasbetriebenen Fahrzeugen unterwegs. Der Kauf dieses «Luxusteils», wie sich die Ehefrau ausdrückt, war der Anfang zur Förderung nachhaltiger Energie im eigenen Haushalt.

Sonne als Energiespenderin

Bevor Roland Lächler anfing, sich intensiv mit der Gewinnung von Sonnenergie zu beschäftigen, testete er eine Windkraftanlage im eigenen Garten. «Die hat zu wenig gebracht», sagt er. «Rund drei Monate pro Jahr stand die Anlage still.» Deshalb konzentrierte er sich auf Solarenergie.

Dafür installierte er eine Solaranlage. Als Speicher für die so gewonnene Energie dienen drei im Keller montierte Batterien der amerikanischen Autofirma Tesla. Sie sind je rund 1.15 Meter hoch, 75 Zentimeter breit und etwa 17 Zentimeter tief. «Alle drei zusammen sind ungefähr so gross wie jene im Auto», erklärt der energiebewusste Däniker. Es seien Modelle, die weltweit auf dem neusten Stand der Technologie stehen. Und gemäss den umfangreichen Abklärungen von Lächler jene mit der höchsten Leistung. «Im Vergleich mit anderen Herstellern, schneidet Tesla am besten ab und war die einzige Firma, die überhaupt liefern konnte.»

In einem Kellerraum sind an einer Wand ein relativ kleiner Kasten für die Einspeisung des Solarstroms angebracht sowie ein Verteiler, der die Energie in die drei Batterien weiterleitet, wo sie gespeichert wird. «Falls wir zu wenig eigenen Strom produzieren, erhalten wir automatisch solchen über das allgemeine Netz der EKZ», sagt Lächler.

Es geht aber auch umgekehrt: Der Stomüberschuss aus dem Däniker Privathaushalt geht nämlich an die EKZ. «Wir geben also auch etwas ab, allerdings erhalten wir dafür nur 4 Rappen pro Kilowatt pro Stunde», sagt Regula Lächler. «Verkauft wird dieser allgemeine Strom aber für 23 Rappen pro kWh.» Daran stören sich die Lächlers nicht. Es zeigt ihnen einfach deutlich, wie wertvoll ihr Beitrag auch für die Allgemeinheit ist. Vom Bund erhielten sie immerhin eine Subvention von 7 Prozent an die Solaranlage.

Kontrolle via App

Über eine entsprechende App kann Roland Lächer jederzeit mitverfolgen, wie die Stromproduktion funktioniert und wohin die selber gewonnene Energie fliesst. Er sieht zum Beispiel am Montagmittag, dass sein Haushalt seit 50 Stunden unabhängig von fremder Energie betrieben wird. «Und das im Winter mit wenig Sonne.» Noch ist die Heizung nicht eingeschlossen. Diese bezieht die Energie aus dem Erdöl. Sie soll aber demnächst ersetzt werden, möglicherweise durch eine Erdsonde. «Unabhängig vom Erdöl zu sein, ist unser Ziel.»

«Wer immer nach uns in diesem Haus wohnen wird, verfügt über eine total unabhängige Energieversorgung.»Roland Lächler

Bei den beiden steht der Umweltgedanke im Vordergrund, die Kosten seien zweitrangig. Die Solaranlage plus die drei Speicherbatterien, die seit Ende November in Betrieb sind, kosteten rund 50000 Franken. Lächler rechnet mit einer Amortisationszeit von 16 Jahren. «Wer immer nach uns in diesem Haus wohnen wird, verfügt über eine total unabhängige Energieversorgung.»

Auch zum Thema Entsorgung ausgedienter Batterien von Elektroautos hat der Däniker eine Antwort parat: «Die dafür notwendigen Moleküle aus dem Boden werden gebraucht. Im Gegensatz zu Erdöl, das verbraucht wird. Über 90 Prozent des Materials, das für die Herstellung der Batterien nötig ist, kann rezykliert werden. Diese Leistung soll noch weiter erhöht werden.»

Wie Roland Lächler aus beruflicher Erfahrung weiss, verbrauchen Flugzeuge eine grosse Menge Energie. Seine Bemühungen, in dieser Hinsicht effizienter zu fliegen, seien ungehört verhallt. Um seine konsequente Haltung in Bezug auf den Umweltschutz und das Energiesparen zu unterstreichen, verzichtet er seit Jahren auf Flugreisen. Lieber legt er auch lange Strecke mit seinem Tesla zurück.

Erstellt: 09.12.2019, 17:02 Uhr

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