Hotellerie

Das Unterland ist und bleibt Hotelland

Es überrascht wenig: Die allermeisten Hotels in der Region sind rund um den Flughafen angesiedelt. Doch es gibt auch statistische Ausreisser.

Die Stadt Opfikon weist die grösste Hoteldichte im Unterland auf. Das Mövenpick ist eines von zehn Hotels im Ort.

Die Stadt Opfikon weist die grösste Hoteldichte im Unterland auf. Das Mövenpick ist eines von zehn Hotels im Ort. Bild: Paco Carrascosa

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Hotelangebot in der Flughafenregion ist allein in den letzten fünf Jahren massiv gewachsen. Ein Indiz dafür sind nicht nur die neu geplanten Hotelbauten, sondern auch die Anzahl Übernachtungen, die das Bundesamt für Statistik in den Städten Opfikon und Kloten gezählt hat: Waren es im Jahr 2013 noch rund 238'000 in Kloten und über 539'000 in Opfikon (total 777'000), verzeichnet das Jahr 2018 bereits knapp 264'000 respektive rund 774'000 Übernachtungen – insgesamt also über eine Million Logiernächte, was einem Wachstum um über ein Drittel entspricht.

Wenig überraschend sind die meisten der insgesamt 42 bestehenden Hotels in den Bezirken Bülach und Dielsdorf rund um den Flughafen angesiedelt. Mit zehn Stück ist die Stadt Opfikon über das ganze Unterland hinweg Hotelmeisterin; den zweiten Platz belegen Wallisellen und Kloten mit jeweils vier Hotelbetrieben, den dritten Bassersdorf, Rümlang und Regensdorf mit jeweils drei Hotels. Hier zeichnet sich nicht mehr nur die Nähe zum grössten Flughafen, sondern auch zur grössten Stadt der Schweiz als Standortvorteil aus – und wer weiss, welches nationale oder internationale Interesse Regensdorf mit der Errichtung der Surfparks wecken wird.

Zwei regionale Beispiele

Mit den geplanten Neubauten wären es total 47 Hotels in beiden Bezirken. Ob dies automatisch zu mehr Konkurrenz führt, ist jedoch unklar. 2018 lag die Auslastung der Zimmer in der Flughafenregion bei 76,4 Prozent. Die Hotels unterscheiden sich in ihrem Angebot und nicht zuletzt in ihren Preisen aber erheblich voneinander – und sie sind in den Gemeinden unterschiedlich präsent. Das lässt sich aus den vom ZU erhobenen Daten anhand zweier Gemeinden exemplarisch darstellen: Rümlang und Eglisau.

In Rümlang sind mit dem Radisson Hotel Zurich Airport, dem Hotel Holiday Inn Express Zurich Airport sowie dem B&B Hotel Zürich Airport bereits drei grosse Hotels in Betrieb. Ein viertes ist derzeit ausgeschrieben: ein Neubau mit 260 Zimmern. Alle vier stehen in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, und sie sind nicht nur durch die Flughofstrasse, sondern auch über die Zugschienen räumlich vom traditionellen Dorfkern abgegrenzt. Das bestätigt auch Rümlangs Gemeindepräsident Peter Meier: «Viele der Hotelgäste kommen beim Bahnhof an und gehen direkt ins Hotel, oder sie werden über einen Shuttlebus zum Hotel gebracht.» Die Gemeinde Rümlang habe damit zwar ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, in der Gesamtmasse sei dies jedoch nicht entscheidend. Meier hebt ausserdem hervor, dass die Hotels auch Arbeitsplätze in die Gemeinde bringen würden, von denen die Bevölkerung profitieren kann.

Zentral im Städtchen

Eglisau stellt einen statistischen Ausreisser dar, denn hier sind drei Hotels in Betrieb trotz einer gewissen Distanz zum Flughafen und der Stadt Zürich. Hier können Touristinnen und Touristen zwischen dem Hotel Restaurant Bahnhof, dem neu eröffneten Hotel Sleep & Stay und dem Romantikhotel Gasthof Hirschen auswählen.

(Hier klicken, um die Karte grösser darzustellen)

Alle drei sind zentral in der Gemeinde angesiedelt und die Gäste entsprechend präsent. Das Hotel Bahnhof Eglisau sowie das Sleep & Stay ist bei Wanderern und Velofahrern beliebt; der Gasthof Hirschen verspricht dagegen das Ambiente dreier Jahrhunderte in ihren Suiten und spricht so ein anderes Publikum an.

Erstellt: 04.07.2019, 20:16 Uhr

Die meisten Logiernächte gehen auf die Kappe von Schweizern

Interessant ist auch zu beobachten, aus welchen Ländern die Passagiere anreisen, um im Unterland zu nächtigen – denn die allermeisten kommen nicht etwa von weit her und erholen sich nach einer anstrengenden Nacht im Flugzeug, sondern umgekehrt: Knapp 307000 Schweizerinnen und Schweizer belegen im Jahr 2018 den ersten Platz aller Logiernächte in Kloten und Opfikon (das Bundesamt für Statistik hat im Unterland nur diese beiden Gemeinden ausgewertet).

Es dürfte sich also vielmehr um Menschen handeln, die tags darauf ins Ausland verreisen wollen. Mit knapp 107000 Logiernächten folgen die Vereinigten Staaten von Amerika, Platz drei belegt Indien mit rund 87000 Personen. Am unteren Ende liegen Zypern und Lettland (je 210 Personen) sowie Belarus (238 Personen).

In der Flughafenregion sind über 1000 neue Hotelzimmer geplant

Gemäss aktuellen Bauplänen sollen in der Region fünf weitere Hotels entstehen. Damit wächst die Flughafenregion weiter – obschon bereits 41 Hotels in Betrieb sind.

42 Hotels sind in den Bezirken Bülach und Dielsdorf derzeit in Betrieb. Die Palette reicht vom traditionellen Gasthaus mit währschafter Küche über das idyllische Romantikhotel mit auserlesener Weinkarte bis zu den grossen Hotelkomplexen im Stil von Hilton und Hyatt. Die Dichte der Übernachtungsmöglichkeiten ist besonders in Flughafennähe riesig – und diese werden offenbar rege genutzt: Allein die Städte Opfikon und Kloten verzeichneten im Jahr 2018 über eine Million Übernachtungen oder im Schnitt mehr als 2700 pro Nacht. Gegenüber 2013 macht dies ein Wachstum von über einem Drittel aus.

Dabei soll es aber nicht bleiben: Schon jetzt ist klar, dass in nächster Zeit weitere Hotels aus dem Unterländer Boden schiessen werden. Jüngstes Beispiel ist Rümlang: An der Flughofstrasse 63 – direkt an der Grenze zu Glattbrugg – soll gemäss einer neuen Bauausschreibung ein Neubau mit 260 Hotelzimmern und einer Tiefgarage entstehen. Bauherrin ist die W. Schmid AG mit Sitz in Glattbrugg. Auch in Bülach gibt es Hotelpläne: Auf dem Glasi-Areal kommt das erste Hotel der deutschen Gruppe Novum Hospitality mit 131 Zimmern zu stehen.

In Kloten liegt seit zwei Wochen das Baugesuch für einen 30 Meter hohen, neunstöckigen Hotelturm mit 75 Zimmern auf (der ZU berichtete). Und nicht zuletzt hat die amerikanische Luxushotelkette Hyatt sich im Circle am Flughafen einquartiert und will bis 2020 zwei Hotels mit total über 550 Zimmern einrichten. Kommen alle diese Bauprojekte zustande, bedeutet das für die nächsten Jahre über 1000 neue Hotelzimmer in den Bezirken Bülach und Dielsdorf (sam).

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles