Eglisau

Ursula Fehr ist als Gemeinderätin abgewählt

Nach 9 Jahren im Gemeinderat ist die Eglisauer Gemeindepräsidentin Ursula Fehr (SVP) am Sonntag abgewählt worden. Weil ihr Herausforderer Peter Bär (Fokus) die Wahl ins Präsidium verfehlte, kommt es zu einem zweiten Wahlgang.

Am Rheinstädtchen ändert sich die Regierung. Fürs Präsidium wird ein zweiter Wahlgang abgehalten.

Am Rheinstädtchen ändert sich die Regierung. Fürs Präsidium wird ein zweiter Wahlgang abgehalten. Bild: David Küenzi

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Das Ergebnis der Wahlen in Eglisau ist nicht leicht zu interpretieren: Bei der Kampfwahl ums Gemeindepräsidium hat die bisherige Gemeindepräsidentin Ursula Fehr (SVP) mit 738 Stimmen das absolute Mehr erreicht, im Gegensatz zu ihrem Herausforderer Peter Bär (Fokus Eglisau) mit 585 Stimmen. Gleichzeitig aber hat Fehr die Wahl in den Gemeinderat nicht geschafft. Mit 883 Stimmen scheidet sie als überzählig definitiv aus der Behörde aus — und ist damit als Präsidentin gar nicht erst wählbar. Ihr fehlten am Ende 18 Stimmen.

Peter Bär wurde mit 928 Stimmen in den Rat gewählt. Die Wahl geschafft haben auch die bisherigen Gemeinderäte Thomas Laufer (parteilos) mit 1070 Stimmen, Nadja Galliker (FDP) mit 1024 Stimmen und Werner Graf (parteilos) mit 901 Stimmen, sowie der neue Parteilose Nicolas Wälle (949 Stimmen). Die Wahl verfehlt hat Michael Heegewald (FDP, neu) mit 588 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46 Prozent.

«In der Gesamtheit verstehe ich das als ein Zufallsresultat – und insofern gibt es da keine Lehren, die ich daraus ziehen könnte», sagte Ursula Fehr gestern Nachmittag in einer ersten Reaktion. «Auf der einen Seite ist es erfreulich, dass es offenbar mehr Leute gibt, die mich als Präsidentin hätten behalten wollen, als solche, die das Präsidium lieber in neue Hände gäben.» Dass ihr gleichzeitig 18 Stimmen für die Wahl in die Behörde gefehlt haben, sei aus ihrer Sicht «halt Pech», viel eher als dass sie dahinter ein Kalkül der Wählerschaft vermute.

Bär gibt sich optimistisch

Obschon Peter Bär im Kampf ums Präsidium 153 Stimmen weniger gemacht hat als Ursula Fehr, zeigt er sich für den zweiten Wahlgang optimistisch; für diesen steht er bisher als einziger Kandidat bereit. Allerdings ist denkbar, dass bis zum Wahltermin vom 10. Juni weitere Kandidaten antreten würden. «Sicher ist das Ergebnis heute ein spezielles», sagte Bär gestern. Der Kampf ums Präsidium habe es schwierig gemacht. Weitere Kandidaturen seien zwar denkbar, «aber ich bin da doch sehr zuversichtlich». Bär sitzt seit 2010 für Fokus Eglisau im Gemeinderat.

Zeit für literarische Projekte

Die umtriebige Eglisauerin Fehr denkt nach eigenen Angaben im Moment nicht an eine nächste politische Karriere etwa im Kantonsrat oder Nationalrat. «Ich bin nie so sehr Parteipolitikerin gewesen», meinte sie dazu. «Ich war sehr gerne 12 Jahre Laienrichterin am Bezirksgericht und jetzt 9 Jahre im Gemeinderat.» Beides Mandate, wo ihr Parteibuch keine grosse Rolle gespielt habe. Langweilig werde es ihr aber auch so nicht. «Sehen Sie, ich habe im Leben immer mehr Ideen als Zeit. Jetzt werde ich mich gewissen Projekten eben et früher widmen als geplant.» Dazu gehörten etwa literarische Vorhaben im Tessin, «Geschichten um Menschen», wie sie verriet. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.04.2018, 22:00 Uhr

Ursula Fehr SVP

Peter Bär, Fokus Eglisau

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