Bülach

Vandalen zerstören Kunstwerke

Auf dem Chilehügel in Bülach sind zurzeit neun Skulpturen des Künstlers Roland Rüegg ausgestellt. Anfang Juli fielen drei davon unbekannten Vandalen zum Opfer – das passierte nicht zum ersten Mal.

Bei diesem Kunstwerk aus Sandstein wurden die Flaschenhälse abgeschlagen. Dazu brauchte es viel Kraft.

Bei diesem Kunstwerk aus Sandstein wurden die Flaschenhälse abgeschlagen. Dazu brauchte es viel Kraft. Bild: PD

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Auf dem Chilehügel in Bülach können Künstlerinnen und Künstler ihre Werke während eines Jahres ausstellen. Seit Mai stehen die Skulpturen von Roland Rüegg aus Wattwil SG auf den Betonsockeln. In der neusten Ausgabe der Zeitung des Kulturzentrums Sigristenkeller, welche bereits gedruckt ist und demnächst verteilt wird, heisst es: «Auf dem Chilehügel gibt es neun Skulpturen zu entdecken. Das, was liegen bleibt, vergessen geht oder nicht mehr gebraucht wird, hat Roland Rüegg in Stein gemeisselt – für die Ewigkeit.» Letzteres stimmt so nicht mehr. Der Grund: Unbekannte haben drei der Kunstwerke in der Nacht von Donnerstag, 4., auf Freitag, 5. Juli, massiv beschädigt. Betroffen sind jene Skulpturen, die aus Sandstein geformt sind. Dazu gehören unter anderem Nachahmungen von Büchsenbieren, Blechdosen und Flaschen. Die drei Kunstwerke haben zusammen einen Wert von 16500 Franken.

Auch vor der Skulptur mit den Büchsen und Dosen machten die Vandalen nicht halt. Foto: PD

Organisiert werden die Ausstellungen vom Kulturzentrum Sigristenkeller. Jolanda Zimmer, Präsidentin des Stiftungsrats und der Kellerkommission, ist wütend und enttäuscht: «Es war blinde Zerstörungswut.» Sie ist sich sicher, dass die Unbekannten Werkzeug – etwa einen Baseballschläger oder einen Hammer – benutzt haben. «Aus eigener Kraft ist das nicht möglich.»

Keine filigranen Kunstwerke mehr

Besonders ärgerlich: Die Kunstwerke von Rüegg sind nicht gegen Vandalismus versichert. Er muss nun entscheiden, ob sich das Flicken lohnt. Zurzeit stehen die Skulpturen noch auf dem Chilehügel. Für Jolanda Zimmer ist klar: «Es ist das letzte Mal, dass wir filigrane Kunstwerke ausgestellt haben, da sie viel gefährdeter sind.» So würden sich zum Beispiel Stahlkonstruktionen, welche auch schon auf dem Chilehügel zu betrachten waren, viel weniger als Ziel von Vandalen eignen.

«Es war blinde Zerstörungswut»Jolanda Zimmer, Präsidentin des Stiftungsrats und der Kellerkommission

Es ist nicht das erste Mal, dass Kunstwerke auf dem Chilehügel beschädigt wurden. Vor fünf Jahren, als Pascal Fehr aus Bülach seine Objekte ausgestellt hatte, kam es zu einem ähnlichen Vorfall. Damals war der kleine Park im Stadtzentrum ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen. «Das ist heute nicht mehr so, darum will ich nicht einfach die jungen Leute beschuldigen», sagt Zimmer. Der Künstler hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Ob die Täter gefunden werden, ist fraglich. Die Kunstwerke sind nicht videoüberwacht. «Ich habe vor einigen Jahren einen entsprechenden Antrag bei der Kirchgemeinde gestellt.» Es habe aber geheissen, dass das Anbringen von Kameras aufgrund des Datenschutzes nicht möglich sei.

Zimmer hofft, dass sich die Vandalen einsichtig zeigen und sich beim Künstler melden werden. «Es wäre schön, wenn sie zusammen einen Weg finden würden, um den Schaden so gut wie möglich zu beheben.»

Erstellt: 17.07.2019, 16:17 Uhr

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