Public Viewings

Veranstalter der Public Viewings ziehen unterschiedliche Bilanzen

Von erfreulich bis ernüchternd. Nicht alle Organisatoren der Public Viewings im Unterland ziehen eine positive Bilanz. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Es wäre gut gewesen, wenn die Schweiz den Viertelfinal erreicht hätte.

Leiden mit der Schweizer Nationalmannschaft auf dem Lindenhof in Bülach. Der Einzug in den Viertelfinal wäre für die Unterländer Public Viewings sehr wertvoll gewesen. Nun fällt die Bilanz nicht überall positiv aus.

Leiden mit der Schweizer Nationalmannschaft auf dem Lindenhof in Bülach. Der Einzug in den Viertelfinal wäre für die Unterländer Public Viewings sehr wertvoll gewesen. Nun fällt die Bilanz nicht überall positiv aus. Bild: Balz Murer

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Während der vergangenen fünf Wochen blickte die ganze Welt nach Russland. Seit Sonntag ist die Fussball-WM 2018 Geschichte. Klar, herrscht jetzt ein wenig Katerstimmung – auch bei den Organisatoren der Public Viewings im Unterland. Sie können nun Bilanz ziehen.In Kloten fällt diese sehr positiv aus. Rund 50 000 Besucher verfolgten die WM-Spiele beim Public Viewing auf dem Stadtplatz. Organisator Mike Schälchli sagt: «Zu den Spielen der Schweiz kamen jeweils bis zu 2500 Fans.» Ansonsten seien es im Schnitt 1200 bis 1600 Besucher gewesen. Den Grund für den grossen Andrang sieht Schälchli im gut durchdachten Konzept: «Wir haben eine Begegnungszone mitten in der Stadt geschaffen.» So gab es neben Fussball auch ein Rahmenporgramm und einen Street-Food-Corner. «Wir haben für alle etwas geboten.» Der Umsatz der Gastronomie sei denn auch höher ausgefallen, als man erwartet habe.

«Wir kommen wieder»

Mike Schälchli ist auch froh, dass es während der ganzen WM weder Auseinandersetzungen, noch Provokationen unter den Besuchern gegeben hat. Er kündet an: «Wir kommen zurück.» Heisst: Die Klotener dürfen sich vielleicht schon bei der Europameisterschaft in zwei Jahren über das nächste Public Viewing auf dem Stadtplatz freuen. Etwas schwieriger könnte die Organisation bei der nächsten WM werden. Im Jahr 2022 findet das Turnier in Katar nämlich im November und Dezember statt. «Wir haben uns bereits überlegt, ob sich da etwas mit einem grossen Zelt machen lässt.»

Für alle Public Viewings extrem wertvoll war das Wetter. Während der ganzen WM hat es nur sehr wenig geregnet. Das war in der Vergangenheit oft anders. Und so zieht auch Oliver Oetjen, Organisator des Public Viewings auf dem Lindenhof in Bülach, eine sehr positive Bilanz. «Die Sitz- und Stehplätze waren vor allem bei den Spielen der Schweiz und in der gesamten KO-Phase gut besetzt.» Er erinnere sich gerne an die jubelnde Menge bei den Schweizer Toren: «Da bekam ich jeweils Gänsehaut», erzählt Oetjen. Während den 64 Spielen wurden insgesamt rund 8000 Liter Bier ausgeschenkt. Das sind umgerechnet 50 Badewannen voll. Auch auf dem Lindenhof habe es keinerlei Probleme unter den Fans gegeben.

Ob sich der Lindenhof auch an der Europameisterschaft in zwei Jahren in eine Fussball-Arena verwandelt, kann Oetjen zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht sagen. «Die Gedanken sind da, aber jetzt müssen wir zuerst einmal alle Zahlen auswerten.»

«Es war ernüchternd»

Ganz anders ist die Gemütslage bei Marcel Studer. Er ist Geschäftsführer der Firma «die-Helferei» und hat auf dem Gelände der Entsorgungsstelle Mahr in Schöfflisdorf ein Public Viewing organisiert. «Alle Spiele live, Grossleinwand, Bar, Grill, freier Eintritt», hiess es auf dem Flyer.

Es ist das erste Public Viewing, das Marcel Studer organisiert hat. Und wahrscheinlich auch das Letzte. «Meine Bilanz fällt ernüchternd aus.» Im Gegensatz zu den grösseren Public Viewings in Bülach und Kloten, war jenes in Schöfflisdorf um einiges kleiner. «Es gab 50 Sitzplätze und ein paar Stehtische.» Doch auch diese blieben beim Grossteil der WM-Spiele leer. «Es ist frustrierend, wenn nichts läuft», sagt Studer. Lediglich bei den Spielen der Schweiz seien die meisten Plätze besetzt gewesen. Einen möglichen Grund sieht der Organisator bei der Konkurrenz: «Inzwischen kann man sich die Spiele in fast jeder Beiz ansehen.» Ausserdem habe es viele Partien gegeben, die unattraktiv gewesen seien. Fakt ist: «Die Ausgaben sind höher, als die Einnahmen.»

Alle Organisatoren sind sich einig: Für das Geschäft wäre es gut gewesen, wenn die Schweiz den Viertelfinal erreicht hätte. Die Euphorie im Land wäre nochmals um ein Vielfaches gestiegen, was auch die Public Viewings gespürt hätten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.07.2018, 17:45 Uhr

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