Bülach

Verkürzte Trainingszeiten kommen nicht bei allen gut an

Mehrere Vereine wehren sich gegen die von der Stadt geplanten Veränderungen im Trainingsbetrieb.

In der Sporthalle Hirslen gilt der neue Zeitplan bereits seit längerem.

In der Sporthalle Hirslen gilt der neue Zeitplan bereits seit längerem. Bild: Leo Wyden

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Auf der Facebook-Seite «Du bist Bülacher/In wenn...» sorgt ein Artikel des «Zürcher Unterländers» (Ausgabe vom 23. Januar) für Ärger. Der Grund: In einer Medienmitteilung gab die Stadt bekannt, dass die Trainingszeiten in allen Bülacher Turnhallen ab dem kommenden Schuljahr verkürzt werden. Daraus soll eine Kapazitätssteigerung von 20 bis 30 Prozent resultieren. Weiter hiess es: «Die Harmonisierung der Trainingseinheiten erfolgt auch auf Wunsch von diversen Vereinen.» Unzufriedenheit sei bis dahin nicht geäussert worden. Ein Facebook-User schreibt dazu: «Es gab nur keine negativen Rückmeldungen von den Vereinen, weil diese am gleichen Tag informiert worden sind, an dem der Zeitungsartikel erschienen ist.» Es sei schwierig nachzuvollziehen, warum Vereine, die ihre Stunden voll genutzt haben, von den Kürzungen betroffen sein sollen.

Damit sind unter anderem die Kunstturnerinnen Bülach gemeint. Leiterin Edith Meyer sagt: «Wir waren nicht wenig erstaunt, als wir aus der Zeitung von den neuen Belegungszeiten der Turnhallen erfahren haben.» Eine Rücksprache seitens der Stadt habe nicht stattgefunden. Für Meyer ist klar: Die Umsetzung des neuen Zeitplans wird wesentlich komplizierter, als von der Stadt dargestellt.

Drei statt zwei Trainingsblöcke pro Abend

Bisher konnten die Vereine in den Turnhallen der Primar- und Sekundarschule in zwei Blöcken zwischen 18 und 22 Uhr trainieren, also während je zwei Stunden. Ab dem kommenden Schuljahr sollen diese Trainings in drei Blöcken zwischen 18 und 22.30 Uhr stattfinden, also während je 1,5 Stunden. Die Kunstturnerinnen Bülach haben die Sporthalle Schwerzgrueb bisher jeweils von 17 bis 20 Uhr belegt. Wollen sie weiterhin drei Stunden trainieren, müssten sie neu eine halbe Stunde früher beginnen, da um 19.30 Uhr bereits der nächste Verein an der Reihe ist. Für Vereinsleiterin Edith Meyer unvorstellbar: «Die meisten Trainerinnen sind nicht in der Lage, so früh vor Ort zu sein.» Ebenso sei es für die Eltern nicht möglich, die Turnerinnen so früh zur Halle zu bringen.

Die Kunstturnerinnen Bülach trainieren an drei Tagen in der Woche. «Unsere Wettkampfgruppe ist auf mehrere Einheiten angewiesen, da sie an regionalen und nationalen Wettkämpfen teilnimmt und sich auf die Schweizermeisterschaften vorbereitet.» Für die Vereinsleiterin ist klar: «Die Änderungen wären sehr einschneidend für unsere Mitglieder.»

Vereine sind geteilter Meinung

Edith Meyer hat ihre Bedenken gegenüber der Stadt geäussert. Die zuständige Sachbearbeiterin hat geantwortet: «Es ist uns bewusst, dass diese Umstellung auch für die Kunstturnerinnen Bülach Veränderungen bedeuten. Aufgrund des Bevölkerungswachstums sind wir gezwungen, Lösungen zu finden, welche kurz- und mittelfristig umgesetzt werden können und mehr Kapazitäten schaffen.» Zurzeit würden für jede Turnhalle neue Belegungspläne ausgearbeitet. «Mit diesen Vorschlägen werden wir dann wieder auf die Vereine zukommen.» Die Interessen der einzelnen Vereine seien sehr unterschiedlich, weshalb auch bei einer Besprechung im Vorfeld keine Einigung mit allen zustande gekommen sei. Edith Meyer ist vorerst beruhigt: «Das Feedback von der Stadt ist sehr positiv.»

Beim Unihockeyclub Bülach Floorball ist man offen für die geplanten Veränderungen. Präsident Dominik Wild sagt: «Es war sogar eine Anregung von uns, neue Zeitpläne zu prüfen.» Für seinen Verein sei es gut, wenn die Einheihten verkürzt werden, dafür aber mehr Mannschaften trainieren können. «Mir ist bewusst, dass dies nicht für alle Vereine ganz einfach sein wird.» Es sei aber falsch, ein Drama daraus zu machen.

Die St. Nikolaus-Gesellschaft Bülach, die einmal pro Woche in der Sporthalle Schwerzgrueb turnt, ist dagegen nicht einverstanden mit den neuen Zeiten. Vizepräsident Hansjörg Löhrer sagt: «Es ist schlecht, dass uns einfach so eine halbe Stunde gestrichen wird.» Für ihn sei es unvorstellbar, die letzte Schicht von 21 bis 22.30 Uhr zu übernehmen. Auch die St. Nikolaus-Gesellschaft wird sich bei der Stadt zur Wehr setzen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.02.2019, 15:50 Uhr

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