Bülach

«Verletzte» nach Verkehrsunfall gerettet

Auf einem inszenierten Schadenplatz übte die Stützpunktfeuerwehr Bülach am Freitagabend im Erachfeld, wie man Verletzte nach einem Verkehrsunfall aus den Fahrzeugen befreit.

«Das Übungsszenario ist vielleicht etwas grosszügig dimensioniert», erklärte Rico Fehr, seit drei Jahren Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Bülach.

«Das Übungsszenario ist vielleicht etwas grosszügig dimensioniert», erklärte Rico Fehr, seit drei Jahren Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Bülach. Bild: Sibylle Meier

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Am Freitagabend herrschte auf der Kreuzung Erachfeldstrasse/Müliweg in Bülach Ausnahmezustand: Zwischen einem Auto und einem Traktor war es zu einer Streifkollision gekommen, wobei der Wagen auf die Seite kippte. Die Insassen konnten sich nicht aus eigener Kraft aus dem Fahrzeug befreien. Einige Meter davon entfernt waren zwei weitere Personenwagen kollidiert und die Böschung beim Parkplatz hinuntergestürzt. Rauch strömte aus den Unfallwagen.

Mit Scheren und Spreizern wurden die Verletzten aus dem Unfallwagen geborgen.

«Das Szenario ist vielleicht etwas grosszügig dimensioniert», erklärte Rico Fehr, seit drei Jahren Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Bülach. Doch bei der jährlichen Hauptübung gehe es darum, dass möglichst alle Feuerwehrleute die Gelegenheit erhalten, für den Ernstfall zu üben. Während diejenigen an der Front mit Scheren und Spreizern die Unfallautos öffnen und die Verletzten bergen mussten, überwachten je zwei Feuerwehrleute, dass die Teams mit der nötigen Vorsicht arbeiteten. «Unsere Sicherheit geht vor», so Rico Fehr. Beim Kommandowagen standen die Spezialisten der Führungsunterstützung im Einsatz. Der Verkehrsdienst leitete den Verkehr um.

Übung gelungen

«Ich kann die Übung als sehr gut bewerten», sagte Guido Manser, Übungsleiter und stellvertretender Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Bülach, zu seinen Kolleginnen und Kollegen. Der benötigte Wassertransport sei innerhalb von zehn Minuten korrekt installiert worden, lobte er. Die Führungsunterstützung habe eine übersichtliche Skizze des Schadenplatzes mit den verschiedenen Verantwortungsbereichen gezeichnet. Und auch die Verkehrsregelung habe nach der üblichen Chaosphase geklappt.

Die Feuerwehrleute mussten sich auch um die Erstversorgung kümmern.

Einen Tipp hatte Guido Manser für die Feuerwehrleute an der Front: «Die Patientenbetreuung muss lückenlos sein.» So sei die Fahrerin des Traktors, welcher in den fiktiven Unfall verwickelt war, zwölf Minuten lang alleine auf dem Führersitz sitzen geblieben, obwohl sie einen Schock erlitten hatte. «Sie hätte ohnmächtig werden und vom Traktor stürzen können.» Ganz bewusst habe man für die Übung keinen Rettungsdienst involviert. So konnte die Erstversorgung der Verunfallten im Sanitätszelt durchgespielt werden. Als Figuranten hatten sich Mitglieder des Samaritervereins Bülach zur Verfügung gestellt.

Nur 10 Prozent Frauen

Zum Gebiet der Stützpunktfeuerwehr gehören nebst der Stadt Bülach zwölf weitere Gemeinden (Rafz, Wil, Wasterkingen, Hüntwangen, Eglisau, Glattfelden, Weiach, Stadel, Hochfelden, Höri, Bachenbülach und Winkel). Bei einem Alarm in einer dieser Gemeinden rückt die Stützpunktfeuerwehr je nach Alarmstufe zur Unterstützung der lokalen Feuerwehrorganisationen aus. Rund 80 Angehörige zählt die Stützpunktfeuerwehr Bülach, zehn Prozent davon sind Frauen. Bis auf wenige Ausnahmen standen am Freitagabend alle verfügbaren Kräfte im Einsatz.

Die Hauptübung bietet der Stützpunktfeuerwehr Bülach auch Gelegenheit, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. So waren rund 35 Gäste eingeladen worden, welche die Übung als Zuschauer mitverfolgen konnten. Vonseiten der Stadt Bülach waren Stadtpräsident Mark Eberli und Stadtrat Daniel Ammann zugegen; die Statthalterin des Bezirks Bülach, Karin Müller-Wettstein, verfolgte die Übung ebenfalls mit Interesse. Von der reformierten Kirchgemeinde Bülach nahm Pfarrer Dominik Zehnder teil. Sowohl die Gäste als auch die Feuerwehrmänner und –frauen sowie die Figuranten sassen im Anschluss an die Übung beim Feuerwehrdepot gemütlich bei Bratwurst und kühlen Getränken zusammen.

Erstellt: 07.07.2019, 17:43 Uhr

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