Eglisau

Vier stellen sich für den Eglisauer Gemeinderat zur Wahl

Am 19. Mai entscheidet die Stimmbevölkerung, wer die Nachfolge von Nadja Galliker übernimmt.

Der Gemeinderat von Eglisau sucht noch nach einem Mitglied.

Der Gemeinderat von Eglisau sucht noch nach einem Mitglied. Bild: Screenshot Google Maps

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Vier Kandidierende, darunter zwei ohne Parteizugehörigkeit und ein Mann. Die anstehenden Ersatzwahlen sind sowohl Reflektion als auch Antwort auf die heutige Konstellation des Eglisauer Gemeinderats. Nach dem Rücktritt von Nadja Galliker, werden die Stimmbürgerinnen und -bürger am 19. Mai über ihre Nachfolge für den Rest der Amtsdauer 2018 bis 2022 entscheiden. An einem Wahlpodium, organisiert von der Interparteilichen Konferenz IPK Eglisau, stellten sich die vier Personen den Fragen der Bevölkerung und von Moderator Klaus Vogel.

Parteilos ist Trend

Mit Jolanda Helfenstein verspricht sich die FDP, ihren Sitz im Gemeinderat zu verteidigen. Für die SVP tritt Vorstandsmitglied der Ortssektion Regula Peter an. Im Gemeinderat zeigte sich bis anhin ein gewisser Trend: Abgesehen von Präsident Peter Bär von der Ortspartei Fokus Eglisau werden sämtliche Sitze von Parteilosen belegt.

Ohne Partei stellt sich auch Elisabeth Villiger zur Wahl. Roland Ruckstuhl bezeichnet sich hingegen als Unabhängiger. «Ich will keine Parteipolitik betreiben, sondern mich für Eglisau einsetzen», sagte er am Podium. Seine Kontrahentinnen nahmen das so nicht so hin: «Wir diskutieren innerhalb der Partei, aber meine Meinung bilde ich mir erst, wenn ich alle Seiten gehört habe», hielt Regula Peter dagegen.

Einig- und Uneinigkeiten

Moderator Vogel wollte dann doch wissen, welche Erfahrungen die Kandidierenden in den Gemeinderat bringen können. Für das vakante Ressort Alter, Gesundheit und Sicherheit konnte sich Villiger mit ihrer beruflichen Erfahrung als ehemalige Leiterin des Seniorenzentrums Oase am Rhein hervorheben: «Wir müssen uns auf die Zukunft vorbereiten und neue Wohnformen entwickeln, die von der Gesellschaft getragen werden können», erklärte sie. Ruckstuhl dagegen sagte, dass er sich besonders für das Gewerbe stark machen und Fachkräften Anreize bieten wolle, in der Gemeinde zu bleiben. «Ich habe Visionen von einem Silicon Valley in Eglisau», führt der Unternehmer aus.

Zu Themen, die das Städtchen Eglisau in den nächsten Jahren betreffen werden, waren sich die Kandidierenden mehrheitlich einig. Für die Renovation des Sekundarschulhauses sprachen sich alle aus, solange es finanziell Sinn für Eglisau mache, und auch bei der Tagesschule kam man auf einen gemeinsamen Nenner. «Eglisau muss attraktiv für Familien sein, deshalb Ja zur freiwilligen Tagesschule», sagte Helfenstein.

Der Elefant im Raum

Zur Frage, wie die Ärzteversorgung in Eglisau gewährleistet werden soll, mangelte es jedoch an konkreten Lösungen. Peter und Helfenstein schlugen eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und dem Spital Bülach vor. Villiger dagegen ging einen Schritt weiter: «Wenn es nötig ist, muss die Gemeinde ein Ärztehaus zur Verfügung stellen», hielt sie fest.

Am Podium zeigten sich die vier Personen ebenbürtig. Wer das Stimmvolk vertreten darf, wird sich jedoch an der Urne entscheiden. Ruckstuhl sprach schliesslich den Elefanten im Raum an: «Sie fragen sich bestimmt, wieso nicht vier Frauen hier vorne stehen.» Denn gegenwärtig sind im Gemeinderat ausschliesslich Männer vertreten. Es ist eine berechtigte Frage, auf die Ruckstuhl eine Antwort zu haben schien. «Sollten sie mich nicht wählen, nur weil ich ein Mann bin, wäre es eine Niederlage für die Frauenbewegung», sagt er. Zurückhaltender zeigte sich Regula Peter: «Ich bin keine Rednerin, sondern eine, die Projekte anpackt.»

Erstellt: 18.04.2019, 16:26 Uhr

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