Kloten

Meistertrainerin übernimmt Züri Unterlands Frauen

Züri Unterlands Verantwortliche haben Weichen gestellt: Punkto Nachwuchs spannt ihr Club neu mit Volero Zürich zusammen. Und er gewinnt eine prominente Trainerin für sein Fanionteam.

Emotional und erfolgreich: Svetlana Ilic, hier noch während ihrer ersten Zürcher Zeit als Meistertrainerin von Volero, wird in der Klotener Ruebisbachhalle das NLB-Team Züri Unterland trainieren.

Emotional und erfolgreich: Svetlana Ilic, hier noch während ihrer ersten Zürcher Zeit als Meistertrainerin von Volero, wird in der Klotener Ruebisbachhalle das NLB-Team Züri Unterland trainieren. Bild: Keystone

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«Es kommt tatsächlich zu einer grösseren Rochade», kündigt Züri Unterlands Co-Clubpräsident Vasi Koutsogiannakis an. Er und Philipp Häring, der Sportmanager im Bereich Hallenvolleyball, die beide gemeinsam mit Thomas Schmidli in den vergangenen drei Saisons das Trainertrio des Frauen-NLB-Teams des Vereins bildeten, werden in der kommenden Spielzeit lediglich noch als dessen Assistenztrainer wirken.

Denn als neue Cheftrainerin konnte Koutsogiannakis dank seines freundschaftlichen Verhältnisses zu Stav Jacobi, dem Präsidenten von Volero Zürich, eine der europaweit profiliertesten Coachs gewinnen: Svetlana Ilic.

Die 46-jährige Serbin führte in ihrer ersten Zürcher Zeit von 2009 bis 2012 den grossen Nachbarn Volero Zürich zu drei Double-Gewinnen in Serie sowie 2011 zum überraschenden Einzug in den Champions-League-Viertelfinal. 2012 übernahm sie mit Dynamo Moskau eines der europäischen Top-Teams, blieb aber als Nationaltrainerin vorerst der Schweiz erhalten. Seit 2016 coacht Ilic das österreichische Frauen-Nationalteam. 2018 kehrte sie nach weiteren erfolgreichen Jahren als Clubtrainerin in Belgien und Serbien zu Volero Zürich zurück, als Cheftrainerin der clubeigenen Nachwuchs-Akademie sowie des ausschliesslich aus jungen Talenten gebildeten 1.-Liga-Teams.

Schritt für Schritt an die Spitze

Da Züri Unterland als einer der mitgliedermässig grössten Volleyballclubs der Schweiz ab der kommenden Saison mit dem finanziell potenten Nachbarn aus Zürich-Nord im weiblichen Nachwuchsbereich zusammenarbeiten wird, lag Svetlana Ilics Verpflichtung als Trainerin von Züri Unterlands NLB-Team nahe. Weil die mehrfache Meistertrainerin künftig auch an der Swiss Volley Talent School in Zürich tätig sein wird, drängt sich ihr Engagement in Kloten im Sinne der umfassenden Ausbildung fast schon auf. Gemeinsam mit ihr wird daher auch Talent-School-Trainer Frieder Strohm, über dessen Zuzug als Züri Unterlands Co-Trainer der Verein bereits Ende Januar informiert hatte, das NLB-Team leiten.

Darin sollten künftig die grössten Talente der Volleyball Talent School der Region Zürich die nächste Stufe hin zum Leistungssport erklimmen, erklärt Koutsogiannakis. Die Besten und Motiviertesten unter ihnen sollen gemäss dem Konzept dereinst zum Profiteam Volero Le Cannet wechseln, das seit der vergangenen Saison in der französischen Liga spielt – direkt oder über einen weiteren Zwischenschritt in einem Schweizer NLA-Club. Hierfür beabsichtigen die beiden Clubpräsidenten Jacobi und Koutsogiannakis, sich gemeinsam für das neu eingeführte Label «Leistungssport Nachwuchsverein» von Swissvolley zu bewerben, um so ihren Sport in der Region Zürich noch weiter zu professionalisieren.

Kompletteres Angebot

«Ja, wir werden dadurch noch mehr als bisher zu einem Ausbildungsclub», antwortet Vasi Koutsogiannakis auf die entsprechende Frage. «Wir versprechen uns, dank der Bündelung der Kräfte auch die eigenen Talente noch besser fördern zu können.» Bislang hätten junge Unterländer Volleyballerinnen bis zur Altersstufe U-15 lediglich zwei wöchentliche Trainingsgelegenheiten gehabt, führt Züri Unterlands Clubpräsident aus. Durch den Nachwuchsverbund mit Volero Zürich entstünden nun neue Trainingsgelegenheiten. «Volero ist für die Jüngeren eine eigentliche Talentschmiede mit vier bis fünf Trainings pro Woche», führt Koutsogiannakis aus.

Im nahen Zürich-Oerlikon, der Heimat Voleros, habe es bislang jedoch an geeigneten Strukturen für die höheren Nachwuchsstufen gemangelt. Hier wiederum bietet Züri Unterland mit seinen zahlreichen U-17- bis U-23-Equipen sowie Aktiven-Teams auf allen Leistungsstufen ein breites Angebot für alle.

Fünf junge Neuzuzüge

Das neue Nachwuchs-Modell spiegelt sich bereits in der Kaderzusammensetzung von Züri Unterlands NLB-Team der kommenden Saison wider. Denn mit den beiden gross gewachsenen Mittelblockerinnen Kristina Kalman und Miljana Petrovic sowie der Aussen- oder Diagonalangreiferin Doris Jankovic wechseln drei Spielerinnen aus Volero Zürichs bisheriger, clubeigener Nachwuchs-Akademie an den Klotener Ruebisbach, wo Züri Unterlands Fanionteam trainiert. Dazu kommen mit Mittelblockerin Godeliv Schwarz (von Volley Rüschlikon) und Aussenangreiferin Giulia Volume (von Steinhausen) zwei grosse Hoffnungen aus der Volley Talent School der Region Zürich. Alle fünf sind zwischen 2003 und 2006 geboren.

Züri Unterland verlassen haben dagegen nach nur einer Saison Sindi Mico, die es zum NLB-Spitzenteam Aadorf zieht, sowie die Ex-Nationalspielerin Léa Montavon, die studienbedingt nach Mailand umzieht. Neben ihnen wird auch Diana Steffen nicht mehr mit von der Partie sein. Die langjährige Leistungsträgerin wird wegen ihrer chronischen Patellasehnenentzündung in beiden Knien sportlich kürzertreten und vorderhand pausieren. Alle übrigen Bisherigen, die in der vergangenen Saison erstmals in der Geschichte des 2005 fusionierten Vereins den Einzug in die NLB-Finalrunde schafften, werden dagegen im Team bleiben.

Die Mischung macht's

Dessen Kader sollen – allem Jugend-Stil zum Trotz – auch in Zukunft erfahrene Kräfte angehören, kündigt Vasi Koutsogiannakis an. «Das NLB-Team ist unsere Leistungsmannschaft. Wir werden darum sicher keine ältere Spielerin aussortieren, um Platz für eine Juniorin zu schaffen», sagt der Clubpräsident und künftige Assistenztrainer, «nur schon, weil es in jedem Team eine gesunde Mischung braucht.»

Erstellt: 15.05.2019, 19:10 Uhr

Männer-Volleyball

Lucian Jachowicz bleibt Züri Unterland treu

Im Gegensatz zu ihren weiblichen Clubkolleginnen ist bei Züri Unterlands Männern im Hinblick auf die nächste Saison in der NLB Kontinuität Trumpf.

Das gilt zunächst für eine der wichtigsten Positionen: jene des Trainers. Lucian Jachowicz, der das Team im Januar 2018 übernommen, zum sicheren Ligaerhalt und in der vergangenen Spielzeit als erstes NLB-Team seit 1991 in den Final des Schweizer Cups geführt hat, bleibt dem Verein erhalten. Da die Erfolge des 31-jährigen Trainers, der keinen Trainerschein besitzt, sich auch eine sportliche Etage weiter oben herumgesprochen haben, stellt das keinesfalls eine Selbstverständlichkeit dar.

Jachowicz bestätigt denn auch, Anfragen von drei NLA-Clubs erhalten zu haben. «Mit einem Verein war der Austausch schon recht eng und wurde ziemlich konkret», verrät er, «aber zum einen hat sich der Gedanke seltsam angefühlt, Züri Unterland schon wieder zu verlassen, obwohl ich mich im Verein so wohl fühle. Zum anderen wäre der Aufwand, den ich in der NLA betreiben müsste, um sowohl meinen eigenen Ansprüchen als auch denen der Spieler dort gerecht zu werden, zu hoch.»

Dies umso mehr, als er sich bewusst für seinen Beruf als Lehrer entschieden habe. Und beides wäre schlecht zu vereinbaren gewesen. «Volleyball soll für mich als Trainer ein Hobby bleiben», meint Jachowicz, «das Profileben habe ich als Spieler schon gesehen.» So aber freue er sich auf eine weitere Saison mit Züri Unterland.

Ein Neuer für die Mitte

Im Wesentlichen dürfte Lucian Jachowicz dabei auf dasselbe Kader wie im Vorjahr bauen. Mit Ausnahme des Passeurs Fabian Perler, der seine Karriere beendet hat, bleibe der Kern des Teams unverändert. Hinter zwei Stammspielern, die wie er selbst Interesse in der NLA geweckt hätten, stünden noch Fragezeichen. «Alle anderen haben zugesagt», berichtet Jachowicz erfreut. Zudem habe Raphael Licka angekündigt, dem Team wesentlich mehr zur Verfügung zu stehen als in der vergangenen Saison. Auch mit anderen möglichen Rückkehrern stehe er in Kontakt, deutet der Trainer an.

Auch ein Neuzuzug steht bereits fest: Mit Nick Bienz, der vom NLA-Team Volley Luzern kommt, verstärkt ein gemäss Jachowicz hoch talentierter Mittelblocker Züri Unterland. Handlungsbedarf sieht der Coach auf der Passeur-Position: «Neben Luc Häring brauchen wir einen zweiten Spieler als Alternative.» (pew)

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