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Vom eigenen Überfluss etwas abgeben

Bei der Geschenk-Tausch-Aktion von Young Caritas Zürich beschenken sich Kinder gegenseitig. Die Regel heisst, zwei Spielsachen bringen, eines am Tauschtag heimnehmen.

Bis zum 11. Dezember nehmen alle drei Stellen Gesellschaftsspiele, Puppen, Lego, Puzzles und andere Spielsachen an. Sabrina Manhart, Virginie Schmutz, Christina Witschard (v.l.) koordinieren die Aktion.Foto: Johanna Bossart
Bis zum 11. Dezember nehmen alle drei Stellen Gesellschaftsspiele, Puppen, Lego, Puzzles und andere Spielsachen an. Sabrina Manhart, Virginie Schmutz, Christina Witschard (v.l.) koordinieren die Aktion.Foto: Johanna Bossart

Damit sich in der Weihnachtszeit auch Kinder aus sozial schwächeren Familien über ein Geschenk freuen können, machen die beiden Landeskirchen der Gemeinden Kloten, Bülach und Bassersdorf an der Geschenk-Tausch-Aktion von Young Caritas mit. Das Prinzip ist denkbar einfach: zwei Dinge abgeben, einen Bon bekommen und am Tauschtag ein Spielzeug auswählen. Somit kommen aus dem Überschuss an Gaben auch Kinder aus armutsbetroffenen Familien zum Zug. Laut Caritas gibt es im Kanton Zürich rund 20000 armutsbetroffene Kinder.

Überfluss und Armut

Die Aktion, bei der Kinder sich von zwei gut erhaltenen Spielsachen trennen, läuft seit Mitte November. In Bassersdorf zum Beispiel geht Sabrina Manhart, Jugendarbeiterin und Verantwortliche der Tauschaktion, mit ihrem Jugendteam auf den Dorfplatz. «Wir stellen die Tauschaktion bei den Menschen vor und kommen mit diesen ins Gespräch», erklärt die Jugendarbeiterin. «Somit erreichen wir auch eher fremdsprachige Menschen.» Viele Eltern nehmen die Gelegenheit wahr und sprechen mit ihren Kindern über die Motive, Spielsachen zugunsten anderer Kinder wegzugeben. «Wir stellen fest, dass die Kinder schon viel über das Thema wissen und motiviert sind, von ihrem Eigentum etwas abzugeben», führt Manhart aus.

Christina Witschard, Sozialarbeiterin aus Bülach, begleitet die Aktion zum neunten Mal. «Eltern wie Kinder geben gerne von ihrem Überfluss ab», stellt sie fest. Viele Spielsachen bekämen sie sogar noch in der Originalverpackung. «Manche Eltern weisen darauf hin, dass das Feuerwehrauto neue Batterien hat», führt Witschard aus. «Das zeigt, dass der Wille, Gutes zu tun, sehr präsent ist.»

In Kloten läuft die Aktion dieses Jahr zum ersten Mal. «Es ist eine sinnvolle Aktion. Als wir sie bei den Eltern und Kindern in unserer Gemeinde bekannt machten, stiessen wir auf positives Echo», sagt Virginie Schmutz, Katechetin der katholischen Kirche Kloten. «Es sind schon viele Spielsachen abgegeben worden. Auf den Tauschtag dürfen sich alle Kinder freuen, denn die Auswahl ist reich.»

Für Kinder aus der Region

Der Tauschtag soll ein tolles Erlebnis für alle werden. Nebst dem Auswählen eines Spielzeugs dürfen die Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren einen schönen Nachmittag zusammen erleben. Geben und Nehmen sowie das Teilen sollen als positives Erlebnis wahrgenommen werden. In Kloten beispielsweise wird ein Zauberer auftreten und die Besucher unterhalten. Jugendliche aus beiden Landeskirchen und den drei Dörfern helfen bei der Aktion tatkräftig mit.

Bleiben nach dem Tauschtag Spielsachen übrig, werden diese in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Sozialdiensten armutsbetroffenen Kindern geschenkt. Damit ist die Frage auch beantwortet, ob die Aktion regional bleibt. «Bei der Tauschaktion werden ausschliesslich Kinder aus der Region berücksichtigt», hält Virginie Schmutz fest. Eine Regel lautet: Die Kinder sollen frei ihr neues Spielzeug auswählen dürfen. «Wir haben gute Erfahrungen gemacht, die Wahl alleine dem Kind zu überlassen», sagt Christine Witschard. «Sie wählen mit Bedacht aus.»

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