Bassersdorf

Vorweihnacht in der Sammelstelle

Punsch und Weihnachtskonfekt standen bereit. Nur das Wetter spielte nicht mit. Regenschauer und böige Winde konnten aber eine fröhliche Stimmung in der Wertstoff-Sammelstelle Ufmatten nicht verderben.

Treffpunkt Sammelstelle Ufmatten: Musiker Börni Rannie (Mitte) aus Lufingen, Jugendliche vom Landheim Brüttisellen und Asylsuchenden waren im Einsatz.

Treffpunkt Sammelstelle Ufmatten: Musiker Börni Rannie (Mitte) aus Lufingen, Jugendliche vom Landheim Brüttisellen und Asylsuchenden waren im Einsatz. Bild: Sibylle Meier

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Punkt 9 Uhr öffnete sich am Samstag das Tor zur Bassersdorfer Sammelstelle im Gebiet Ufmatten. Die ersten Besucher fuhren hinein, um sich von nicht mehr brauchbarem Material zu entlasten. Es war ein besonderer Tag. Für einmal stand Bernhard, genannt Börni, Rannie nicht an der Kartonpresse. Der Musiker von der Antillen-Insel Antigua, heute wohnt er in Lufingen, sang zur Gitarre Weihnachtslieder und sorgte für eine fröhliche Stimmung unter den Besucherinnen und Besuchern.

Die Sammelstelle wird im Auftrag der Gemeinde vom Landheim Brüttisellen betrieben und darf nur von Einwohnerinnen und Einwohnern von Bassersdorf benutzt werden. Am Samstag standen unter der Leitung von Stefan Hablützel zwei Lernende, vier Asylsuchende und zwei Sammelstellen-Mitarbeitende im Einsatz. Die ersten Besucher, Sarah Andres und Adrian Knobel genossen nach dem Entsorgen einen offerierten Punch. «Wir schätzen die freundliche Atmosphäre hier, nicht nur an diesem Vorweihnachtstag», lobten sie die Mitarbeitenden des Landheim Brüttisellen.

Eingeschlagene Autoscheibe

Die junge Ramona Deck ist die einzige Frau im Betreuungsteam. Sie findet ihre Arbeit spannend, das Trennen von Material und den Kontakt mit den Kunden. Alfred Nüesch, langjähriger Mitarbeiter, er wohnt in Ortsteil Baltenswil, hat schon einige kritische Momente in der Sammelstelle erlebt. «Einmal glaubte eine Besucherin, ihren Autoschlüssel in die Kartonpresse geworfen zu haben. Unter Tränen bat sie uns, den Schlüssel zu suchen. Aber wir fanden ihn nicht, den Schlüssel hatte sie im Auto vergessen. Und ein anderes Mal mussten wir eine Autoscheibe einschlagen, zwei Kleinkinder befanden sich im Wagen und ebenso die Autoschlüssel», erzählte Nüesch.

Ein Blick in die riesigen Container zeigt Erstaunliches. Viele noch intakte, brauchbare Gegenstände werden weggeworfen, Stühle, Regale, Matratzen und Geschirr. Anders sieht es in der Stöberecke aus, die über der Sammelstelle liegt. Dort liegen mehr als tausend gespendete Bücher, Spielsachen und sogar Velohelme zum Wiederverwenden bereit.

Spenden für guten Zweck

Fünf Frauen und ein Mann betreuen die Stöberecke. Sie ordnen die Bücher nach Themen ein und beraten die Besucher. Therese Amsler machte auf die Spendenkasse aufmerksam. Das Team der Stöberecke arbeitet freiwillig und ehrenamtlich, das gesammelte Geld kommt gemeinnützigen Institutionen zugut. Deshalb lösen die vielen Fünfrappenstücken, die oft in der Spendenkasse liegen, keine grosse Freude aus.

Shen Zhang aus China ist sich mit vielen andere Besucherinnen und Besucher der Sammelstelle einig: «Ich komme immer gerne an diesen Ort, alles ist so ordentlich, sauber und freundlich.» Und Leiter Stefan Hablützel freute sich über den grossen Besuch und die vielen positiven Rückmeldungen. Kurz vor Torschluss zeigte sich nach dem garstigen Wetter für einige Minuten die Sonne. Börnie Rannie schaltete blitzschnell und sang zum Abschluss den Oldie «You Are My Sunshine».

Erstellt: 23.12.2018, 15:26 Uhr

Die Sammelstelle in Zahlen

53 Kilogramm Material pro Person

Benützer der Sammelstelle Ufmatten deponierten dort im Jahr 2017 folgende Mengen, Angaben in Tonnen: 224 t Papier, 108 t Karton, 87 t grüne Glasflaschen, 79 t weisse und braune Glasflaschen, 15 t Petflaschen, 10 t Weissblech, 1,8 t Batterien, 48 t verschiedene Altmetalle, 2,5 t Altöl, 55 t inertes Material, Steine oder Tontöpfe etc., 2,7 t Styropor, 95 t Sperrgut, inklusive gesammeltes Material der Kehrichtabfuhr. Dazu kommen einige 100 Kilo Elektroschrott. Ohne Haushaltkehricht lieferten die Bassersdorfer im letzten Jahr an die Sammelstelle 633 Tonnen Abfall ab. Das meiste davon wird wiederverwertet, der Rest verbrennt in einer Anlage zur Energierückgewinnung. Durchschnittlich brachten 2017 die Einwohner von Bassersdorf pro Person 53 Kilogramm Material in die Sammelstelle. bru

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