Bülach

Waldsofa der Kindergärtler fällt Vandalen zum Opfer

Kindergartenkinder des Schulhauses Böswisli, ihre Kindergärtnerinnen und auch Eltern haben viel Herzblut und Schweiss in den Bau des Waldsofas im Höragenwald gesteckt. Das war vor zwei Jahren. Nun ist es demoliert.

Was Kinder, Kindergärtnerinnen und Eltern vor zwei Jahren im Höragenwald aufgebaut haben, ist durch Vandalen zu einer Müllhalde verkommen, das Waldsofa haben sie zerstört (Bild rechts).

Was Kinder, Kindergärtnerinnen und Eltern vor zwei Jahren im Höragenwald aufgebaut haben, ist durch Vandalen zu einer Müllhalde verkommen, das Waldsofa haben sie zerstört (Bild rechts). Bild: PD

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Die drei Kindergärtnerinnen Bea Bräm, Alexandra Böni und Regula Hoerner stellten im Mai vor zwei Jahren in etlichen Arbeitsstunden ein Waldsofa her. Dabei halfen ihnen rund 40 Kindern und deren Eltern. Der Förster Beat Hildebrandt hatte zuvor Pfähle als Grundgerüst zurechtgespitzt und am künftigen Standort im Höragenwald, zwischen «Hündelerhütte» und Waldhütte, bereitgestellt.

Danach galt es, die Pfähle mit grossen Hämmern in den Boden zu schlagen und die Sitzfläche mit Kleinmaterial wie Ästen und Tannenzweigen aufzufüllen. Mit Stolz schauten Kinder und Erwachsene nach getaner Arbeit schliesslich auf «ihr» Waldsofa. Bea Bräm hängte an einen Baum daneben ein Schild mit folgendem Text: «Mit viel Herzblut und Schweiss haben die Kindergärten Böswisli im Mai 2016 dieses Waldsofa erbaut.

Bitte tragen auch Sie Sorge, dass wir uns noch lange daran erfreuen.»Seither wurde das Waldsofa von den Kleinen und ihren Lehrerinnen rege benutzt. Jede Woche war mindestens eine der fünf Kindergartenklassen im Wald unterwegs. Die Kinder spielten, es wurde am Feuer gekocht und Znüni gegessen. Wer müde war, durfte sich auf dem Waldsofa ausruhen. «Die Kinder lieben es», betont Bea Bräm.

Erst Idylle, dann ein Platz voller Abfall

Im letzten Sommer wurde die Freude getrübt. Auf dem Areal rund um das Waldsofa wurde vermehrt Abfall gefunden. Bierflaschen, Red-Bull-Dosen, Fetzen von Aluminiumfolie, Plastiksäcke – bei jedem Ausflug in den Wald mussten die Kindergärtnerinnen mit ihren Kleinen zuerst den Abfall aufräumen, bevor es ans Spielen oder Bräteln ging.

«Die Kinder stehen da, sind hilflos, verstehen nicht, was mit ihrem Waldsofa und der schönen Grillstelle geschehen ist.»Bea Bräm

Vor rund zwei Wochen hat sich die Situation erneut zugespitzt. «Bretter lagen kreuz und quer um das Waldsofa herum. Holzrugeli, die vorher rund um die Feuerstelle verteilt waren und als Sitzgelegenheit dienten, waren umgestossen. Unsere geschnitzten Stecken zum Bräteln waren verschwunden. Das Sofa hatte keine Lehne mehr.» Zudem sei viel Abfall in Form von Tetrapacks, Plastiksäcken und anderem Müll herumgelegen. Und wenn die Kindergärtnerinnen nun mit ihren Schützlingen in den Wald gehen, ist es nicht mehr das Gleiche wie früher.

«Die Kinder stehen da, sind hilflos, verstehen nicht, was mit ihrem Waldsofa und der schönen Grillstelle geschehen ist», sagt Bea Bräm. «Viele haben mich traurig gefragt, wo sie sich nun hinsetzen sollen.» Mit dem Förster nahm sie Kontakt auf, auch mit der Polizei. Diese wolle nun vermehrt Patrouillen durchführen, vor allem an Wochenenden. Vermutungen über die Täterschaft will die Kindergärtnerin nicht anstellen. Trotzdem hofft sie, dass die vermehrte Präsenz der Polizei abschreckend wirke. «In mir herrscht Trauer und Wut. Ich bin entsetzt, dass Menschen so etwas tun können.»

Zweiter Anlauffür die Kleinen

In diesem Herbst werden Kindergärtnerinnen gemeinsam mit Eltern das Waldsofa wieder herrichten. «Alle dürfen es benützen. Aber sie sollten es so zurücklassen, wie sie es angetroffen haben.» Schliesslich wünschen sich die Kleinen so sehr wieder einen Ort, an dem sie ungestört herumtoben können.

Erstellt: 14.06.2018, 15:18 Uhr

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