Wallisellen

Wallisellen will hundertjährige Häuserzeile unter Denkmalschutz stellen

Bei den fünf Einfamilienhäusern an der Schwarzackerstrasse handelt es sich um bedeutende Zeitzeugen von Anfang letzten Jahrhunderts. Deshalb will die Gemeinde ihr Erscheinungsbild erhalten.

Eines der Häuser an der Schwarzackerstrasse, das geschützt werden soll.

Eines der Häuser an der Schwarzackerstrasse, das geschützt werden soll.

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Die tief heruntergezogenen Ziegeldächer sehen ein wenig aus wie Mützen, die über die Ohren reichen. Markant an den fünf Häusern sind zudem die spitzen Giebel sowie die herausragenden Vordächer und Fenstererker. Die gemeinsamen Gestaltungselemente sind ein gewichtiger Grund, weshalb das Ensemble an der Schwarzackerstrasse in Wallisellen nun unter Schutz gestellt werden soll. «Es handelt sich um wertvolle Zeugen der dezentralen Ortserweiterung Anfang letzten Jahrhunderts», erklärt Marcel Amhof, stellvertretender Gemeindeschreiber.

Damals war der Wohnraum im Dorfkern wegen der zugezogenen industriellen Betriebe knapp ­geworden. In den fünf Einfamilienhäusern sollen ursprünglich deutsche Ingenieure gewohnt haben, die für die Stellwerkfabrik arbeiteten, die später in der Firma Siemens aufging. Drei weitere Bauten dieser Epoche mussten später dem Hotel Belair weichen.

Kaiserliche Vergangenheit

Die heute eher unscheinbare Schwarzackerstrasse nördlich des Bahnhofs soll zudem in der Vergangenheit glamouröse Zeiten erlebt haben: Der deutsche Kaiser Wilhelm soll hier 1912 bei einem Manöver der Schweizer Armee seine Aufwartung gemacht haben. Deshalb sprachen Walliseller zuweilen auch von der Kaiserallee. Sicher belegt ist das aber nicht.

Die fünf Häuser zwischen Hotel Belair und Heinrichstrasse sind in unterschiedlichem Zustand. Während die Nummern 30, 32 und 34 gepflegte Fassaden aufweisen, wirken Nummer 26 und 28 etwas heruntergekommen. Sollte der Eigentümer eine Sa­nierung ins Auge fassen, wird er also Einschränkungen zu befolgen haben.

«Es handelt sich um wertvolle Zeugen der dezentralen Ortserweiterung Anfang letzten Jahrhunderts.»Marcel Amhof, stellvertretender Geschmeindeschreiber

Geschützt werden soll das äussere Erscheinungsbild, also die zusammenhängenden Dachflächen sowie die Grösse und Anordnung von Fenstern und ­Türen. Eine allfällige Fassadensanierung mit einem neuen Verputz sei also nicht ausgeschlossen, betont Amhof. Auf der rückwärtigen Seite seien einge­schossige Anbauten erlaubt. Schwieriger dürften es derweil Dachfenster, Terrassen oder Wintergärten haben.

Die Häuserzeile befand sich bereits seit längerem im kommunalen Inventar schützenswerter Bauten. Die definitive Unterschutzstellung soll nun klare Regeln für allfällige Veränderungen definieren. Die Dokumentation liegt noch bis zum 10. Februar bei der Abteilung Hochbau und Planung zur Einsicht auf. Innerhalb dieser Frist können Rekurse eingereicht werden. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 24.01.2018, 11:54 Uhr

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