Badesaison

Warum das Badewasser drin bleibt

Am vergangenen Wochenende hat in fast allen Badis der Region die Saison geendet. Doch der Stöpsel wird an den meisten Orten nicht gezogen. Und zwei Freibäder sind weiter geöffnet.

Wie hier in Embrach (Badi Talegg) bleibt das Wasser an vielen Orten über Winter im Becken. Foto: Archiv ZU

Wie hier in Embrach (Badi Talegg) bleibt das Wasser an vielen Orten über Winter im Becken. Foto: Archiv ZU

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Die Badesaison in zehn von zwölf Unterländer Freibädern ist offiziell beendet. Am gestrigen Montag haben die Bademeister in Dietlikon und Wallisellen sowie auch in Embrach allerdings eine Ausnahme gemacht und ihre Anlagen kurzfristig noch einen Tag länger geöffnet. 27,5 Grad Lufttemperatur hatte Meteo Schweiz nach halb fünf Uhr am Nachmittag am Flughafen gemessen.

Zum Saisonende hin vermelden die offiziellen Messstellen im Rhein bei Rüdlingen noch immer eine Wassertemperatur von fast 20 Grad. Und im Katzensee liegt die Wassertemperatur gemäss der Badi-Info-Website auch noch bei über 20 Grad. Während die meisten Unterländer Freibäder seit dieser Woche nun schon geschlossen sind, dauert die Freiluftschwimmsaison an diesen beiden öffentlichen Gewässern noch eine Weile an. Ebenso bietet der künstlich angelegte Glattparksee Gelegenheit für einen Schwumm im Unterland. Die Temperaturen dürften in den nächsten Tagen und Wochen allerdings immer schneller und spürbarer sinken, so dass bald nur noch die hart gesottenen Wasserratten ins buchstäblich kühle Nass an diesen Orten steigen werden.

Warmes Wasser gibts dann aber nicht nur in den regionalen Hallenbädern, sondern derzeit auch noch in zwei Freibädern. Rorbas vermeldet 27,6 Grad und Dielsdorf gar 28 Grad im Aussenbecken. Beide Freibäder sind denn auch beheizt. Während Rorbas am 30. September schliesst, erlaubt die betriebliche Nähe der Dielsdorfer Badi zur Eisbahn gar eine Verlängerung bis Ende Oktober. Das ist möglich, weil die Kompressoren, die zur Eisproduktion benötigt werden, Wärme absondern. Diese ohnehin anfallende überschüssige Energie sorgt sodann für angenehm warmes Wasser und eine Freibadsaison bis über die Herbstferien hinaus.

Drei Gründe für volle Becken

An den zehn Unterländer Standorten, wo die Badisaison jetzt schon beendet ist, wird der Betrieb nun zurückgefahren. «Das Wasser bleibt jedoch drin», sagt Mondher Mrabet, Betriebsleiter der Badi Talegg in Embrach. Das hat gemäss Mrabet folgende Gründe: Erstens: Sicherheit. In Deutschland habe es wiederholt schwere Unfälle gegeben, weil Leute in leere Becken gestürzt seien. Das kann man vermeiden, in dem man das Wasser drin lässt. Zweitens: Deformation. Manche Becken stünden im Gelände unter Einfluss von «geostatischen Kräften» – sprich: Druck – etwa von einem Hang. Wenn das Wasser drin bleibt besteht ein Gegendruck. So bekommen die Betonwände keine Risse und die Stahlwannen verformen sich nicht. Drittens: Hygiene. Die Verschmutzung des Bades ist weniger stark, wenn das Wasser über Winter im Becken bleibt. So lasse sich das Schwimmbad im Frühling viel einfacher und mit weniger Aufwand reinigen. Das Wasser wird denn auch speziell behandelt, dass keine Algen wachsen und gewisse Tricks (etwa Kunststoff-Schwimmnudeln im Wasser lassen) schützen bei allfälliger Eisbildung vor Schäden.

Grundsätzlich war 2019 eine erfolgreiche Badesaison. Fragt man die Unterländer Bademeister, so tönt es von überall sehr zufrieden. Das Vorjahr sei zwar noch etwas besser gewesen, hört man. Aber auch eine Saison nach dem Hitzesommer 2018 sorgte das heisse Wetter dieses Jahr ab Ende Juni für ähnlich hohe Besucherzahlen. Als absoluter Spitzentag stellt sich rückblickend der 30. Juni heraus. Am jenem Sonntag wurden in Kloten 3700 Eintritte gezählt – und das ohne die Kleinkinder unter sechs Jahren (Gratiseintritt) mitzuzählen. Mit 80000 Eintritten erreichte die Schluefweg-Badi diesen Sommer somit die zweithöchste Besucherzahl der letzten Jahre. Nur 2018 war zuletzt besser verlaufen, als am Ende 95000 Besucher gezählt wurden. Wie in Dielsdorf heizt die Abwärme der Eisproduktion der nahen Eisbahn das Wasser. Aber dennoch ist in Kloten seit dem 15. September Schluss mit draussen Schwimmen. Der Aufwand für eine Saisonverlängerung wäre zu gross, heisst es.

Hitze verkürzt Aufwärmzeit

In Glattfelden ist Bereichsleiter Beat Flury dieser Tage am Aufräumen: «Chemie runterfahren und Möbel verräumen.» Am letzten Tag, dem vergangenen Sonntag, seien noch 100 Leute da gewesen. Doch der absolute Spitzentag war auch in Glattfelden der 30. Juni mit rund 1500 Besuchern. Über 1000 Leute an einem Tag bedeuten für das Personal in der Badi Wisengrund jeweils ein ausserordentlich grosser Ansturm, erklärt Flury. Heuer sei das gleich an fünf Tagen vorgekommen.

Für das Bassersdorfer Freibad Hasenbühl brachte der Sommer 2019 mit gut 30000 Eintritten die viertbeste Badisaison seit dem Jahr 2000. Der Rekord stamme aus dem Jahr 2003 und liege bei 60000 Besuchern, erklärt Roland Wittmann auf Anfrage. Meistens brauche es etwa drei schöne Tage, bis die Leute in Scharen in die Badi kommen würden, so seine Erfahrung. Heuer habe er mit Staunen beobachtet, dass es auch deutlich schneller gehen könne bis die Badi sich füllt.

Erstellt: 16.09.2019, 20:59 Uhr

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