Badespass

Wasser gut – Entenflöhe bereit

Die Qualität des Badewassers in Seen und Flüssen ist im Kanton Zürich momentan ausgezeichnet. Die lästigen Entenflöhe könnten das Badevergnügen allerdings trüben.

Beim Sprung in den See droht spätestens ab 25 Grad Wassertemperatur die unangenehme Begegnung mit Entenflöhen. Folgen des Befalls sind juckende, gerötete Flecken.

Beim Sprung in den See droht spätestens ab 25 Grad Wassertemperatur die unangenehme Begegnung mit Entenflöhen. Folgen des Befalls sind juckende, gerötete Flecken. Bild: Keystone

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Das kantonale Labor überprüft die Qualität des Badewassers in den Seen, Weihern und Flüssen des Kantons Zürich. Allein am Zürichsee nehmen Mitarbeiter des Labors in 31 Strand- und Seebädern Wasserproben. Diese werden nach den Empfehlungen des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) untersucht.Gesucht wird nach fäkalen Verunreinigungen. Konkret nach E. coli und Intestinalen ­Enterokokken. Während E. coli einen Hinweis auf kürzlich erfolgte Verunreinigungen geben können, sind Enterokokken resistenter und erlauben Rückschlüsse auf weiter zurückliegende Verschmutzungen.

Zeigen sich in den Analysen pro Deziliter Wasser jeweils weniger als 100 Keime, gilt die Qualität des Badewassers als ausgezeichnet. Es sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Unproblematisch sind bei den E. coli Keimzahlen bis 1000, bei den Enterokokken bis 300. Die Wasserqualität gilt dann immer noch als gut.

Alle Wasserproben sind gesundheitlich unbedenklich

Die gute Nachricht: Die Proben aus dem Zürichsee, die zwischen dem 28. Mai und dem 28. Juni genommen wurden, ergeben allesamt eine ausgezeichnete Wasserqualität.

Keine einzige Probe im ganzen Kanton erwies sich als problematisch. Alle waren also mindestens gut. In der Limmat wurden drei der Proben als gut qualifiziert; und zwar beim Frauenbad am Stadthausquai, beim Kloster Fahr und gegenüber der Grien-Insel auf Gemeindegebiet von Geroldswil. Gut war die Wasserqualität ausserdem beim Männerbad Schanzengraben, im Glattpark See und im Bachgadenweiher in Wädenswil.

Laut Kantonschemiker Martin Brunner werden in diesen Tagen neue Proben genommen. Mit den Resultaten ist in der ersten Hälfte der nächsten Woche zu rechnen. «Ich erwarte, dass die Qualität nach wie vor ausgezeichnet ist», sagt Brunner. Weil durch die UV-Strahlung Bakterien abgetötet würden, leiste das anhaltend sonnige Wetter sogar seinen Beitrag.

Juckende Quaddeln beim zweiten Entenflohbefall

Während die Wasserqualität geradezu zum Bade lädt, könnten die Zerkarien – im Volksmund Entenflöhe genannt – in nächster Zeit manch ein Badevergnügen vergällen. Wie Brunner sagt, wird das spätestens bei Wassertemperaturen ab 25 Grad Celsius zum Thema. Aktuelle Messungen zeigen für die Zürcher Seen Werte, die deutlich darüber liegen.

Zerkarien sind Larven von Saugwürmern, die irrtümlicherweise in die Haut von Menschen eindringen, wo sie nach kurzer Zeit zugrunde gehen. Der Mensch hat die Rolle eines sogenannten Fehlwirtes (siehe Kasten unten links).

Das Krankheitsbild zeigt sich so, dass rund zehn Minuten nach dem Kontakt mit dem Entenflohwasser ein leichtes Jucken einsetzt. Wo die Zerkarien in die Haut eingedrungen sind, zeigen sich gerötete Flecken mit einem Durchmesser von rund zwei Millimetern. Bei einem ersten Befall hat es sich damit in vielen Fällen bereits.

Kommt es zu einem weiteren Befall, kann es heftig werden: Innerhalb von 10 bis 25 Stunden entstehen Quaddeln mit einem Durchmesser von drei bis acht Millimetern. Das Ganze ist begleitet von einem heftigen Juckreiz. Bis die Sache abgeheilt ist, kann es 10 bis 20 Tage dauern. Die heftigere Reaktion ist darauf zurückzuführen, dass sich beim ersten Befall Antikörper im Blut gebildet haben. Dringen die Entenflöhe später erneut ein, kommt es zu einer Überreaktion des Körpers.

Entenflohsaison 2018steht erst bevor

Corinne Schmid, Apothekerin in der Zürcher Bellevue-Apotheke, empfiehlt zur Linderung des Juckreizes ein Antiallergikum. Zeigen sich die Rötungen oder Quaddeln am ganzen Körper, sind Tabletten erste Wahl. Bei lokalem Auftreten tut es eine Lotion. Für Schmid ist der Befall mit Entenflöhen ein wohlbekanntes Phänomen. Dieses Jahre habe sie aber kaum Anfragen erhalten. Schmid rechnet damit, dass sich dies ändert. Ähnlich tönt es beim Dermatologischen Ambulatorium des Stadtspitals Triemli und bei der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals. Die Entenflohsaison 2018 hat noch nicht begonnen.

Erstellt: 27.07.2018, 15:28 Uhr

Was kann man gegen Entenflöhe tun?

Generell:


  • Keine Enten füttern. Je mehr Futter, desto mehr Enten, mehr Kot und mehr Zerkarien.



Vor dem Bad:

  • Haut mit wasserfester Sonnencreme einreiben.



Beim Aufenthalt im Wasser:

  • Längere Aufenthalte im Uferbereich mit Wasservögeln vermeiden. Dort befinden sich auch die Süsswasserschnecken, welche Zerkarien ausscheiden.

  • Kühlere Gewässer bevorzugen oder in Bereichen schwimmen, in denen das Wasser weniger warm ist.



Nach dem Bad:

  • Nasse Badekleidung ablegen und Körper mit einem Handtuch kräftig abtrocknen.



Diese Massnahmen bieten keinen absoluten Schutz, die Zahl der eindringenden Entenflöhe kann aber verringert werden.

Bei einem Befall:

  • Quaddeln nicht aufkratzen. Andernfalls droht eine Sekundärinfektion.

Der kaum sichtbare Entenfloh misst 0,5 bis 1 mm. (Bild: pd)

Entwicklungszyklus

Normalerweise dringen die Zerkarien (Bild) in die Haut von Wasservögeln – beispielsweise Enten – ein. Dort entwickeln sie sich zu geschlechtsreifen Würmern. Deren Eier werden via den Vogelkot ins Wasser abgegeben. Die Larve, die aus einem solchen Ei schlüpft, sucht sich eine Süsswasserschnecke als Zwischenwirt. In der Schnecke wird eine grosse Zahl von Zerkarien (Entenflöhen) erzeugt, die dann ins Wasser ausschwärmen. Dann beginnt der Kreislauf von vorne. Die Entenflöhe suchen sich einen Wasservogel als Endwirt – und geraten fälschlicherweise an einen badenden Menschen.

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