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Weiach will sich keine Weihnachtsbeleuchtung leisten

Vorerst wird es in Weiach in der Adventszeit keine spezielle Strassenbeleuchtung geben. Die Weiacher hatten einen entsprechenden Kreditantrag des Gemeinderats abgelehnt.Die jährlich wiederkehrenden Kosten von 16 500 Franken waren ihnen zu hoch.

Zwei weisse Sterne vor warmem Licht hätte der Vorschlag des Gemeinderats vorgesehen. Eine Visualisierung zeigt, wie sie hätte wirken können.
Zwei weisse Sterne vor warmem Licht hätte der Vorschlag des Gemeinderats vorgesehen. Eine Visualisierung zeigt, wie sie hätte wirken können.
zvg

Die Abstimmung über den Kauf einer Weihnachtsbeleuchtung stand an der Gemeindeversammlung in Weiach von Anfang an unter einem schlechten Stern. Im Gemeindesaal des Mehrzweckgebäudes wollte bei einer Temperatur von gefühlt 35 Grad nicht wirklich feierliche Adventsstimmung aufkommen.

Und prompt schickten die 68 Stimmberechtigten (7,1 Prozent) den Antrag des Gemeinderats bachab: Nein zu einem Kredit für die Anschaffung der weihnatlichen Strassenbeleuchtung für 91 000 Franken und damit auch Nein zu den jährlich wiederkehrenden Kosten für die Lagerung, Montage und Demontage von 16 500 Franken.

Umfrage fiel positiv aus

Vor der Abstimmung wurde das Geschäft nicht ohne Leidenschaft diskutiert. Konkret ging es um die Beschaffung von 59 Beleuchtungskörpern, die jeweils in der Adventszeit entlang der Stadlerstrasse und der Kaiserstuhlerstrasse statt winterlicher Düsternis eine weihnachtliche Stimmung transportieren sollten. Die Idee dahinter war, damit auch die alten Dorfteile mit den neuen Siedlungen etwa im Gebiet Bedmen verbinden zu können.

Der Gemeinderat hatte den entsprechenden Vorschlag ausgearbeitet, nachdem in den letzten Jahren von der Bevölkerung immer wieder gefordert worden war, die Anschaffung einer Weihnachtsbeleuchtung zu prüfen. Konkret Bewegung in die Sache kam 2015. Die Gemeinde Rümlang hatte damals ihre Weihnachtsbeleuchtung auf moderne LED-Leuchten umgestellt hatte. Sie bot den Weiachern an, ihre alte Beleuchtung zu übernehmen – kostenlos, allerdings mit dem Hinweis, dass nicht alle der 25 Lampen tatsächlich leuchten.

Tatsächlich waren so viele Lampen beschädigt, dass sich aus den noch funktionierenden Teilen nur noch 12 vollständige Sujets zusammenstellen liessen. Zu wenig, als dass damit entlang der Strassen hätte Stimmung aufkommen können. Der Gemeinderat entschied deshalb, eine komplette Neuanschaffung zu prüfen. Im April 2017 konnten die Weiacher dazu entweder einem von drei vorgeschlagenen Motiven ihre Stimme geben oder fordern, auf die Beleuchtung zu verzichten.

62 Stimmen wurden zur Umfrage abgegeben. «So viele wie noch nie bei einer Umfrage auf der Gemeindewebsite», sagte Gemeindepräsident Stefan Arnold. Nur drei der Stimmen wünschten keine Beleuchtung.

Zu teuer und zu gross

Als es am Donnerstagabend aber darum ging, konkret das Geld für dieses Projekt zu sprechen, nützte die Zustimmung während der Umfrage herzlich wenig. Kritisiert wurden weniger die Anschaffungskosten von 91 000 Franken, sondern viel mehr die jährlich wiederkehrenden Kosten von rund 16 500 Franken. Aber auch grundsätzlich wurde das Projekt teils bemängelt: «Das ist einfach viel zu viel weggeworfenes Geld», meinte einer der Votanten.

Mehrfach wurde zudem geäussert, dass das Geld besser für einen anderen Zweck eingesetzt werden sollte, welcher der Allgemeinheit zugute kommen soll. Widerstand kam auch von Seiten der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Diese empfahl den Antrag abzulehen, weil das Projekt ein zu grosses Gebiet umfasse und zu teuer sei. Gemäss der RPK wäre es besser gewesen, die Beleuchtung auf die Stadlerstrasse zu redimensionieren. Am Ende wurde der Kredit mit 37 Nein- zu 26 Ja-Stimen abgelehnt.

Weniger Gegenwehr – nämlich nur eine Nein-Stimme – gab es dafür für einen Kredit für eine Sanierung des Gemeindehauses. Dieses darf nun für rund 420 000 renoviert werden. Die Jahresrechnung 2016 wurde zudem bei einem Aufwand von 6,7 Millionen Franken und einem Ertrag von 8 Millionen Franken mit einem Plus von 1,3 Millionen Franken genehmigt.

Ebenso akzeptiert wurde die Rechnung der Primarschulgemeinde. Sie schloss bei einem Aufwand von 2,9 Millionen Franken und einem Ertrag von 2,7 Millionen Franken mit einem Minus von knapp 250 000 Franken.

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