Weiach

Weiacher zeigen kaum Interesse an Nagra-Bohrungen

Die 750-Jahr-Feier, eine Haussanierung und Parkplätze beschäftigen das Dorf Weiach. Nicht so aber die Nagra-Bohrungen.

Die Nagra hat mit Vibrationsfahrzeugen Messungen in Weiach durchgeführt (Symbolbild).

Die Nagra hat mit Vibrationsfahrzeugen Messungen in Weiach durchgeführt (Symbolbild). Bild: Keystone

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Eine Standortgemeinde für ein Tiefenlager von radioaktiven Abfällen könnte dereinst Weiach sein. Zu dieser Erkenntnis kam die Nagra nach Auswertung der Daten von seismischen Messungen im Gebiet Nördlich Lägern. Die Messungen wurden mittels Vibrationsfahrzeugen im Winter 2016/2017 durchgeführt. Die Resultate stellte Lukas Oesch von der Nagra den rund 80 Personen vor, die der Einladung der Gemeinde Weiach zur Informationsveranstaltung am Donnerstag gefolgt sind.

Die Anwesenden hörten sich die Ausführungen des Geologen fast kommentarlos an. Nur zwei Personen wollten Näheres wissen: Eine fragte nach dem genauen Standort des möglichen Tiefenlagers - zwischen Weiach, Glattfelden und Stadel. Eine andere hatte eine Frage zur Geologie.Gemeindepräsident Stefan Arnold stellte nicht zum ersten Mal fest: «Das Interesse der Weiacher Bevölkerung an den Nagra-Bohrungen ist kaum vorhanden.»

«Das Interesse der Weiacher Bevölkerung an den Nagra-Bohrungen ist kaum vorhanden.» Stefan Arnold, Gemeindepräsident

Er will sich dafür einsetzen, dass die Bevölkerung versteht, was auf sie zukommen kann, und engagiert sich darum mit Behördenvertretern anderer betroffener Gemeinden in der Fachgruppe Infrastrukturgemeinden. Derweil wird die Nagra weitere Daten sammeln, um den Entscheid treffen zu können, wo der sicherste Standort für ein Tiefenlager liegt. Es sind noch drei im Rennen: Jura Ost, Zürich Nordost und eben Nördlich Lägern. Nun startet die Nagra die Etappe 3 der Untersuchungen.

750 000 Franken für eine Haus-Sanierung

Mehr Interesse zeigten die Weiacherinnen und Weiacher an den drei handfesteren Themen des Abends. Die Sanierung des Nepferhauses mit seinen vier Mietwohnungen wird an der Gemeindeversammlung am 13. Juni traktandiert. Der Gemeinderat wird dann einen Kredit von 750 000 Franken für die Arbeiten am 34-jährigen Haus, das im Besitz der Gemeinde ist, beantragen. Ein Mann wollte wissen, ob ein Ersatzbau nicht sinnvoller wäre, was verneint wurde. Weitere Fragen gabs zur einer Nasszelle und zur Finanzierung. Wie Arnold sagte, könne die Gemeinde die Sanierung wohl aus eigenen Mitteln finanzieren, noch sei aber offen, ob ein Hypothekarkredit nicht vorteilhafter wäre.

Ebenfalls zu reden gaben die Parkplätze in der Gemeinde. Sicherheitsvorstand Thomas Steinmann wies darauf hin, dass der Gemeinderat bei diesem Thema im Hintertreffen sei, weil die Parkplatzsituation selbst im Gemeinderat Diskussionen ausgelöst hatte. «Wir sind darum erst bei den Analysen», sagte er. Fakt ist laut Steinmann: In Weiach stehen total rund 220 Parkplätze zur Verfügung. Im Zentrum gibts fast keine. Und an einigen Punkten führt das Parkieren von Autos zu gefährlichen Situationen. «Nach Ostern wird der Gemeinderat erste Lösungen haben», versprach er.

Weiacher sollen Ja oder Nein zur 750-Jahr-Feier sagen

Das vierte Thema des Abends war die 750-Jahr-Feier, die vom 10. bis 12. September 2021 stattfinden soll. OK-Präsident Stephan Liechti sprach von einem Musical, das die Dorfgeschichte erzählt, und von einer möglichen Timbersport-Meisterschaft, eine Art Holzfäller-Wettkampf.

Das OK rechnet für das dreitägige Fest mit einem Budget von 150 000 Franken. «Eine reduzierte Form ist über drei Tage nicht möglich. Darum braucht es einen Grundsatzentscheid an der Gemeindeversammlung», sagte Gemeindepräsident Stefan Arnold. Eine solche Feier sei ein Monster-Aufwand. Nach dem Ja zum Budget würden darum die Vereine zur Mithilfe eingeladen.

Erstellt: 12.04.2019, 16:54 Uhr

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