Regensdorf

Weltmeisterlicher Empfang für Silberhelden

Der Watter Marco Vetsch, Mitglied der Armbrustschützen Höngg, gewann an seinen ersten Weltmeisterschaften die Silbermedaille. Der Schütze und sein Edelmetall wurden gebührend gefeiert.

Mit Marco Vetsch (Mitte) freuen sich Mathias Menzi von der Kulturkommission Watt (links) und Peter De Zordi von den Armbrustschützen Höngg.

Mit Marco Vetsch (Mitte) freuen sich Mathias Menzi von der Kulturkommission Watt (links) und Peter De Zordi von den Armbrustschützen Höngg. Bild: Beatrix Bächtold

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Das Gebimmel der Kuhglocken lässt die Balken der alten Dorfschüür zittern, und Applaus übertönt den Song «We Are the Champions». Hier, in der Höhle des Löwen des TV Watt, ist am Dienstagabend die Hölle los. Getränke frei.

Dann kommt Marco Vetsch herein, der Superstar dieses Abends und Silbermedaillen-Schütze. Verlegen schreitet der 29-Jährige durchs Spalier. Er versucht zu lächeln und weiss nicht so recht wohin mit den Händen. So hatte er sich das nicht vorzustellen gewagt. Schliesslich hat er still und heimlich für die Qualifikation trainiert und allen verheimlicht, dass er sich in Russland mit den besten Armbrustschütze der Welt messen wird. Dieser Marco...

Grosser Aufmarsch

Aber weil Watt nun mal im Herzen immer noch ein Dorf ist, musste Marcos Plan scheitern. Unweigerlich sickerte durch, was Tells Sohn da im Schilde führt. «Irgendwie kam es uns verdächtig vor, und so entdeckte ich auf der Website der Weltmeisterschaften sein Foto mit dem Hinweis, dass unser Turnerkollege Silber gewonnen hat. Wir wussten, dass er nach Russland fliegt, dachten aber, er mache Ferien. Als ich ihn auf dem Foto mit der Medaille um den Hals sah, haute es mich fast vom Stuhl», erzählt Turnerkollege Matthias Frei.

«Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, deshalb habe ich nichts gesagt. Von diesem Empfang bin ich überwältigt. So öppis.»Marco Vetsch

Die Mannen und Frauen des TV zauderten nicht lange. Sie holten ihren Marco am Flughafen ab. Gleichzeitig reservierten sie die Dorfschüür von André Frei und alarmierten die Armbrustschützen Höngg, den kleinen Club, in dem Vetsch trainiert und dessen Präsident der Regensdorfer Peter De Zordi ist. Aufgeboten wurde auch die Kulturkommission Watt, denn schliesslich sammelte der Silberjunge erste Armbrusterfahrung beim Watter Tätsch-Schiessen, organisiert von ebendieser Kommission, die ihre Wurzeln in der traditionsreichen Zivilgemeinde hat. Auch Vertreter der Gemeinde sind vor Ort. Sozialvorstand Stefan Marty ebenso wie Gemeindepräsident Max Walter. «Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, deshalb habe ich nichts gesagt. Von diesem Empfang bin ich überwältigt. So öppis», erklärt Marco Vetsch dann auch und schüttelt den Kopf.

«Krass!»

Immer und immer wieder erzählt er dann im Laufe des Abends den 50 Anwesenden, wie es in Ulyanovsk, 800 Kilometer östlich von Moskau, lief. «30 Meter wird im Freien geschossen. Es war windig. Äusserst schwierige Bedingungen und die Zehn hat nur gerade 6 Millimeter Durchmesser», sagt er. Am 16. August startete er mit dem Teamwettkampf und einen Tag später schoss er um den Einzel-Weltmeistertitel. «Die Russen waren starke Konkurrenz», berichtet er.

Weil Armbrustschiessen keine olympische Disziplin ist, wird es in vielen Ländern nicht intensiv gefördert. «Die Russen waren alle Militärs, die mit anderen Schusswaffen Weltspitze sind. Den Armbrustsport betreiben sie quasi als Dessert», berichtet Vetsch. Umso mehr erstaunte es den jungen Mann, als es dann hiess, dass er, der Marco aus Watt, an seinen ersten Weltmeisterschaften Gold nur ganz knapp verpasste. Er schüttelt den Kopf und sagt: «Krass!»

An der 20. Armbrust-Weltmeisterschaft in Ulyanovsk (RUS) gingen aus der Schweiz insgesamt sechs Frauen und neun Männer an den Start. Weltmeister über 30 m Männer wurde der Russe Stanislav Kuznetsov, dicht gefolgt von den Schweizern Marco Vetsch und Joel Brüschweiler (Bürglen).

Erstellt: 21.08.2019, 16:57 Uhr

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