Verkehrsunfälle

Weniger Unfälle, aber mehr Tote

Trotz stetig wachsendem Verkehr gehen die Unfallzahlen im Unterland leicht zurück. Diese Entwicklung läuft dem nationalen Trend entgegen. Besorgnis erregen aber Velofahrende und ältere Personen.

Im Unterland kam es im vergangenen Jahr zu 2630 Unfällen (Symbolbild).

Im Unterland kam es im vergangenen Jahr zu 2630 Unfällen (Symbolbild). Bild: Keystone

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Sie bilden den Stoff für viele alltägliche Nachrichten: Unfälle auf unseren Strassen. Hinter den meist kurz und nüchtern formulierten Meldungen verbergen sich nicht selten tragische Schicksale. Besonders, wenn es sich nicht nur um Blechschäden handelt, sondern Menschen verletzt oder gar getötet werden.Letzteres geschah in der Schweiz im vergangenen Jahr insgesamt 230 Mal, wie das Bundesamt für Strassen gestern bekannt gab. Somit verunglückten 2017 14 Personen mehr tödlich als im Jahr zuvor. Dagegen steht der Kanton Zürich mit 22 Verkehrstoten — gleich viele wie 2016 — vergleichsweise gut da.

Velofahrende leben gefährlich

Auch im Unterland krachte es trotz des dichten Verkehrs weniger häufig als früher. Dies geht aus der kantonalen Verkehrsunfallstatistik hervor. Insgesamt kam es zu 2630 Unfällen (2016: 2699) mit 56 Schwerverletzten (2016: 62). Dabei verstarb aber eine Person mehr als 2016: 5 Menschen liessen ihr Leben auf Unterländer Strassen.

Bei drei dieser Vorfälle waren Velofahrende betroffen. Viel Aufsehen erregte Anfang Juli die Kollision mit der Glatttalbahn, bei der ein zwölfjähriges Mädchen sein Leben lassen musste. Trotz wiederholter Nachrüstung mit Sicherheitsmassnahmen ist es an den Gleisübergängen immer wieder zu verheerenden Unfällen gekommen.

Auch die beiden anderen tödlichen Velounfälle waren selbst verschuldet. Ende Juni zog sich ein 70-jähriger Rennvelofahrer an der Glatt bei Höri Kopfverletzungen zu. Und einen Monat später stürzte ein 71-Jähriger mit seinem E-Bike in Freienstein-Teufen, auf der Burgstrasse Richtung Dättlikon.

Die Vorfälle entsprechen der Tendenz, die in der ganzen Schweiz zu beobachten ist: Velofahrende und ältere Personen seien im Verkehr besonders gefährdet, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung mit Beunruhigung feststellt: Die beiden Bevölkerungsgruppen würden wenig von den Fortschritten bei der Verkehrssicherheit profitieren.

Touristen sind gefährdet

Tragisch auch die Kollision Ende Juni im Hardwald bei Bülach, an der vier Fahrzeuge beteiligt waren. Dabei verstarb eine 38-jährige schwangere Frau. Weiter geriet Ende Mai ein 52-jähriger Automobilist in Niederweningen auf die Gegenfahrbahn und stiess frontal mit einem Lastwagen zusammen.

Von den Unterländer Gemeinden steht Kloten mit insgesamt 421 Unfällen an der Spitze der Statistik. Ein bedeutender Teil davon habe mit dem Flughafen zu tun, erklärt Carmen Surber vom Mediendienst der Kantonspolizei. «Bei Ortsunkundigen ist die Gefahr grösser, in einen Unfall verwickelt zu werden.» Auch Wallisellen, Opfikon, Regensdorf, Rümlang und Bülach verzeichnen beträchtliche Unfallzahlen. Dies stehe wohl teilweise im Zusammenhang mit der Autobahn, sagt Surber. «Ein erhöhtes Risiko besteht beim Umfahren von Stau.» Auf der Autobahn selber ereignen sich dagegen erstaunlich wenig schwere Unfälle. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.03.2018, 18:00 Uhr

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