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Wer steckt hinter Investor aus China?

Unklare Besitzverhältnisse der chinesischen HNA Group, Eigentümerineiniger ehemaliger Swissair-Gesellschaften, bringt deren Expansionsdrang ins Stocken .

Auch die Swissport gehört seit Ende 2016 zur HNA-Gruppe.
Auch die Swissport gehört seit Ende 2016 zur HNA-Gruppe.
Keystone

HNA, die chinesische Eigentümerin der ehemaligen Swissair-Gesellschaften Swissport, SR Technics und Gategroup, hat ein Problem. Dazu könnte demnächst auch die Schweizer Übernahmekommission einen Beitrag leisten. Die Behörde setzte am 19. September im Rahmen einer verfahrensleitenden Verfügung mehrere Fragen an HNA ab mit dem Ziel, widersprüchliche Angaben der Firma über ihre Eigentümerschaft aufzulösen. Die Antworten sind seit dem 3. Oktober überfällig.

Die Gründe der Verzögerung sind nicht bekannt.Im Angebotsprospekt, den HNA im vergangenen Jahr den Aktionären von Gategroup unterbreitet hatte, nannten die Chinesen vorschriftsgemäss Namen von Eigentümern. Diese Namen sind nun aber offensichtlich nicht die gleichen, die HNA im Rahmen einer nicht ganz freiwillig eingeleiteten Transparenz­offensive im Juli offengelegt hatte. Der Verdacht: Es könnte sich bei einigen Namen um Strohmänner gehandelt haben.

Die Gesellschaft um den chinesischen Milliardär Chen Feng ist innerhalb von wenigen Jahren von der Airlinebetreiberin auf der chinesischen Ferieninsel Hainan zu einem weltweiten Unternehmenskonglomerat mutiert. Swissport, SR Technics und Gategroup, die drei Servicegesellschaften, welche die ehemalige Swissair vor vielen Jahren aufgebaut hatte, gehören seit Ende 2016 zur HNA-Gruppe.

6 Milliarden Franken haben die Chinesen für den Kauf der drei Betriebe aufgeworfen. Zum Vergleich: Nicht weniger als 80 «Deals» im Wert von über 40Milliarden Dollar habe HNA seit Anfang 2015 angekündigt, heisst es in einem Bericht des «Wall Street Journal» vom vergangenen Montag.

Keine unmittelbaren Folgen

Auf die Frage nach den Auswirkungen der Presseberichte über die intransparente Eigentümerstruktur von HNA gib sich ein Gategroup-Sprecher ganz entspannt: «Gategroup wird operativ eigenständig geführt und verfügt über ein stabiles Geschäftsmodell und eine solide Finanzierung.

Die Berichterstattung über HNA hat keinen unmittelbaren Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit.» Aus dem inneren Kreis einer Schweizer HNA-Tochterfirma tönt es ganz danach, als würden die mittelbaren Auswirkungen die Geschäfte durchaus behindern. Selbst simpelste Transaktionen wie die Eröffnung eines Firmenkontos seien ein ­bürokratischer Albtraum, sagt ein Insider.

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