Wil

Wil baut Fernwärme weiter aus und gibt noch mehr Land ab

Die Holzschnitzelheizung wird künftig auch an der Hohlgass Haushalte mit Wärme versorgen.

In Wil hat die Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderats zugestimmt und den Bau von weiteren Anschlüssen an die Holzschnitzelheizung genehmigt.

In Wil hat die Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderats zugestimmt und den Bau von weiteren Anschlüssen an die Holzschnitzelheizung genehmigt. Bild: Michael Caplazi

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Die Wilemerinnen und Wilemer entschieden sich an der Gemeindeversammlung am Mittwoch für ein «Ja, aber» beim Ausbau der Holzschnitzelheizung. Weitere Anschlüsse können zwar gebaut werden, aber der Souverän entschied sich für ein paar Bedingungen.

Der Reihe nach: Im Juni 2016 genehmigten die Stimmberechtigten in Wil an der Urne den Bau einer Holzschnitzelheizung für rund 1,7 Millionen Franken. Die Heizung an der Bächerwiesstrasse wurde im September 2017 in Betrieb genommen. Sie versorgt derzeit verschiedene Gebäude: Das Gemeindehaus, die Alterswohnungen Bächerwies, den «Sternen», das Primarschulhaus Dorf, den Kindergarten sowie zwei Liegenschaften an der Dorfstrasse und an der Rüdlingerstrasse. Aufgrund des Interesses an der Heizung wurde damals ein Kessel mit einer Leistung von 360 Kilowatt installiert. Dabei wurde absichtlich mehr Leistung verbaut, als eigentlich nötig war, um bei einer möglichen Nachfrage weitere Haushalte anschliessen zu können.

Eine Analyse der Anlage ergab im Januar allerdings, dass die Heizung über deutlich mehr Leistungsreserven verfügt als ursprünglich angenommen. Konkret ist die Anlage heute nur zu 63 Prozent ausgelastet, das bedeutet, dass noch mindestens 130 Kilowatt zur Verfügung stehen. Nachdem eine Anfrage für einen Anschluss an die Heizung von einem Interessenten aus der Hohlgass einging, klärte der Gemeinderat genauer ab, wer sonst noch Interesse haben könnte. Denn je mehr Haushalte die Heizung versorgt, desto besser verteilen sich die Kosten und desto besser der Wirkungsgrad. Die Besitzer von 17 Liegenschaften hatte der Gemeinderat angefragt, vier Besitzer mit insgesamt neun Wohnungseinheiten meldeten Interesse an. Zwei Besitzer, die insgesamt sieben Wohnungen auf sich vereinen, hatten sogar schon vor der Abstimmung am Mittwoch einen Anschlussvertrag unterzeichnet. «Die anderen warten noch das Resultat der Versammlung ab», gab Gemeinderat Peter Graf in seinen Ausführungen bekannt.

Der Gemeinderat wollte sich für den Ausbau einen Kredit von 241000 Franken genehmigen lassen. Die 45 Stimmberechtigten entschieden sich jedoch für das eingangs erwähnte «Ja, aber». Sie genehmigten nämlich zuerst einen Änderungsantrag der Rechnungsprüfungskommission. Dieser änderte den Antrag insofern ab, als das nun mit den Arbeiten erst dann begonnen werden darf, wenn auch wirklich alle vier Eigentümer der betroffenen Liegenschaften den Vertrag unterschrieben haben. Die RPK begründete dies mit der Möglichkeit, dass die Gemeinde ansonsten bei einem Rückzieher der Interessenten im schlimmsten Fall umsonst einen Ausbau für bezahlen könnte.

Kleines Minus

Im übrigen genehmigten die Stimmberechtigten auch die Jahresrechnung. Sie schliesst mit einem Aufwand von 6,43 Millionen Franken und einem Ertrag von 6,37 Millionen Franken mit einem Minus von etwas über 60000 Franken. Der Voranschlag hatte ein mehr als doppelt so hohes Minus von rund 135000 Franken vorgesehen.

Schliesslich genehmigte die Versammlung dem Gemeinderat noch, rund 1500 Quadratmeter im südlichen Gebiet des eigentlichen Dorfes im Baurecht abzugeben. Ein Automechaniker aus Rafz möchte sich auf diesem Gebiet selbstständig machen und seine Firma dort ansiedeln, die in Zukunft auch Arbeitsplätze schaffen und Lehrlinge ausbilden soll. Es ist bereits das zweite Mal dieses Jahr, dass die Gemeinde Wil auf diese Art und Weise einen Teil ihres Lands an ein KMU abgibt. Von der Möglichkeit, Flächen im Baurecht abzugeben machte die Gemeinde davor aber viele Jahre nicht Gebrauch. Der Vorteil dieser Lösung: Das Land bleibt im Besitz der Gemeinde, wirft aber trotzdem jährlich einen Ertrag ab.

Erstellt: 13.06.2019, 17:46 Uhr

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