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«Wir Katholiken hatten auch nicht nur Freunde»

Franziska Driessen-Reding ist seit Montag Synodalratspräsidentin und damit höchste Zürcher Katholikin. Nach ihrer Wahl hat sie mit kritischen Aussagen für Schlagzeilen gesorgt.

«Wir sind laut und selbstbewusst»: Franziska Driessen wünscht sich einen Bischof, der in der katholischen Kirche in Zürich präsent ist.
«Wir sind laut und selbstbewusst»: Franziska Driessen wünscht sich einen Bischof, der in der katholischen Kirche in Zürich präsent ist.
Johanna Bossart

Kurz nachdem sie am 12. April zur Präsidentin des katholischen Synodalrats gewählt worden war, hat Franziska Driessen-Reding in ein Wespennest gestochen. In einem Interview, das in Regionalzeitungen in der Inner-, Ost- und Nordwestschweiz erschienen ist, zitierte sie im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik die Aussage des ehemaligen Weihbischof Peter Henrici, dass ein guter Christ nicht SVP wählen könne. Zudem sprach sie sich für die öffentlich Anerkennung von Muslimen aus. Beides sorgte für Wirbel. SVP-Politiker drohten mit dem Kirchenaustritt. Manche forderten Driessens Rücktritt. Frau Driessen, waren Sie überrascht, dass das Interview so viele Reaktionen ausgelöst hat?Franziska Driessen: Ja. Es gab viele positive Reaktionen, aber auch negative – und solche unter der Gürtellinie. Allen, die mich kontaktiert haben, habe ich angeboten, sie zu treffen oder anzurufen. Daraus gab es gute Gespräche. Nur die ganz schlimmen Reaktionen, habe ich links liegen lassen. In der späteren Berichterstattung wurde das Zitat aus dem Kontext der Flüchtlingspolitik gerissen und verkürzt. Das bedauere ich. Ich wollte niemandem das Christsein absprechen.

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