Leerwohnungen

Wo freie Wohnungen zu finden sind

Die Gemeinden in den Bezirken Bülach und Dielsdorf weisen sehr grosse Unterschiede in der Leer­wohnungsziffer aus. Während in Dällikon die Leerstandsquote 0,27% beträgt, liegt sie in Weiach bei 8,17%. In kleinen Dörfern beeinflussen vor allem neue Überbauungen die Zahlen.

Weiach weist im Unterland die höchste Quote an leerstehenden Wohnung aus.

Weiach weist im Unterland die höchste Quote an leerstehenden Wohnung aus. Bild: Michael Caplazi

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1416 Wohnungen standen dieses Jahr per 1. Juni in den Bezirken Bülach und Dielsdorf leer. Dies teilten die Statistischen Ämter von Stadt und Kanton Zürich gestern mit. Von all diesen Leerständen befinden sich 1315 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern, die übrigen 101 in Einfamilienhäusern.

Bei 1241 (oder 84,9%) handelt es sich um Mietwohnungen, bei den restlichen 175 um Wohneigentum. Die meisten leeren Wohnungen in der Region verfügen über 4 Zimmer (501 Einheiten), gefolgt von 3-Zimmer-Wohnungen (455). Während über den ganzen Kanton gemessen die Leerwohnungsziffer 0,99% (Vorjahr: 0,9%) beträgt, zeigen sowohl der Bezirk Bülach mit 1,14% (Vorjahr: 1,11%) als auch der Bezirk Dielsdorf mit aktuell 1,5% (Vorjahr: 0,9%) höhere Werte.

Bülach an der Spitze

Die grossen Gemeinden zeigen deutliche Unterschiede. So werden in Bülach mit 201 Einheiten (1,13%) absolut gesehen die meisten leeren Wohnungen gezählt, in Opfikon mit 51 (0,52%) die wenigsten. Wallisellen mit 98 Wohnungen (1,24%), Kloten mit 85 (0,88%) und Regensdorf mit 57 (0,68%) liegen dazwischen.

Auch für kleinere Gemeinden fördern die aktuellen Zahlen bemerkenswerte Unterschiede und gleichzeitig Gemeinsamkeiten zutage. So weist Buchs momentan einen Leerbestand von 39 Wohnungen aus (Vorjahr: 39), in Regensberg wird nur eine leere Wohnung gezählt (Vorjahr: 3). Prozentual nahm die Quote in beiden Gemeinde aber ähnlich stark ab: um 0,77% in Buchs und um 0,76 % in Regensberg. Sie liegt nun in Buchs bei 1,35%, in Regensberg bei 0,38%. Zum vergleich: Schleinikon meldet ebenfalls nur eine leere Wohnung (Vorjahr: 0). Die prozentuale Zunahme beträgt dort 0,3%.

Der Einfluss von Neubauten

Wie die beiden Statistischen Ämter ausführen, würden Neubauwohnungen «erstaunlicherweise nur indirekt zum beobachteten Anstieg der Leerwohnungsziffer beitragen». Das Leerstandsniveau von Neubauten aller Wohnungsgrössen verbleibe im Jahr 2018 auf dem Niveau des Vorjahrs. «Offensichtlich entscheiden sich immer mehr Haushalte dafür, in eine neue Wohnung zu ziehen, während ältere Wohnungen immer häufiger keinen Mieter finden», heisst es in der Mitteilung.

Allerdings gilt dieser Schluss für bevölkerungsarme Gemeinden nur bedingt. Einzelne Neubauten in kleinen Dörfern beiflussen die Zahl der Leerwohnungen doch sehr stark. So weist Weiach mit aktuell 8,17% die mit Abstand höchste Leerstandsquote im ganzen Kanton auf. Auf Platz 2 folgt Pfäffikon mit 4,52%. Von den insgesamt 68 leeren Wohnungen in Weiach sind allerdings 48 in Neubauten zu finden.

Bereits Anfang Jahr führte Weiach eine Statistik an: In Sachen Bevölkerungswachstum hat die Gemeinde aufgrund der für das Dorf durchaus grossen Neubauten alle Gemeinden im Kanton übeflügelt – mit einem Plus von 19% (279 Personen) im Vergleich der Jahre 2016 und 2017.

Am anderen Ende der Unterländer Leerstandsskala liegt Dällikon. Dort beträgt die Quote lediglich 0,27%. Nur die beiden Gemeinden Rifferswil und Ellikon an der Thur (0,0%) sowie die Stadt Zürich (0,2%) weisen im kantonalen Vergleich noch tiefere Werte aus.

Erstellt: 22.08.2018, 17:35 Uhr

Zur Statistik

Die Leerwohnungsziffer bezeichnet den Anteil leerer Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand. Die Statistiker weisen darauf hin, dass die Zahl nur einen Teil der Wohnungen abbildet, die auf den Markt kommen. Der Grossteil der Wohnungen werde unmittelbar nach einem Auszug wieder vermietet oder verkauft. Damit herrscht am Wohnungsmarkt mehr Bewegung, als in den Zahlen zum Ausdruck kommt.

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