Opfikon

Würfel statt Tortenstück für Stadtverwaltung

Die Raumknappheit in der Opfiker Stadtverwaltung lässt alte Ideen neu spriessen. So schlägt der Stadtrat, ähnlich wie vor 26 Jahren, einen Anbau auf dem Parkplatz des Stadthauses vor.

Die aktuellen Erweiterungspläne der öffentlichen Verwaltung sehen einen neuen Würfel auf dem Parkplatz des bestehenden Opfiker Stadthauses (rechts) vor. Visualisierung: Raumgleiter AG

Die aktuellen Erweiterungspläne der öffentlichen Verwaltung sehen einen neuen Würfel auf dem Parkplatz des bestehenden Opfiker Stadthauses (rechts) vor. Visualisierung: Raumgleiter AG

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Text zum Bauvorhaben des Stadtrats klingt eindringlich wie eh, denn der Raumbedarf ist gross. Wie zu Beginn der 1990er-Jahre plant der Opfiker Stadtrat direkt vor dem bestehenden Stadthaus eine bauliche Erweiterung der Verwaltung. Und heute wie damals wird die Dringlichkeit unterstrichen. Doch es gibt Unterschiede, nicht zuletzt bei den Kosten. Die sind heute nämlich nicht etwa höher, sondern deutlich kleiner als vor rund 26 Jahren. Aber der Reihe nach.

Im September 1993 gelangte ein Ausbauprojekt zur Modernisierung und Vergrösserung des Opfiker Verwaltungssitzes an die Urne. Das ambitionierte Vorhaben scheiterte aber deutlich. Mit 56.7 Prozent Nein-Stimmen verweigerten die Opfiker der Stadtverwaltung den geplanten Ausbau. Die Baukosten waren auf rund 16,3 Millionen Franken veranschlagt worden und umfassten die ganze Umgebung samt Bauten für die Feuerwehr und Werke. Auf dem Parkplatz des Stadthauses war dabei ein runder «Sektorbau» als Erweiterung des bestehenden Hauses projektiert worden. Allein dieses Tortenstück hätte 8,4 Millionen Franken gekostet. Das war den Stimmberechtigten zu viel und sie lehnten die gesamte Vorlage ab.

Ein Teil des Raumbedarfs wurde später durch Aufstockungen des Stadthauses und der Nebengebäude von Feuerwehr und Werken erreicht, erinnert sich Jürg Leuenberger. «Das kam wesentlich günstiger», sagt der damalige Stadtpräsident (Gemeindeverein) rückblickend. Zudem wurde das Stadthaus mit Baujahr 1959 in seiner zwölfjährigen Amtszeit, die bis 2002 dauerte, komplett saniert. Davon zehrt man noch heute, denn der bauliche Zustand sei gut, befanden seine Nachfolger beim Ausarbeiten des jetzigen Vorhabens.

Mehr Platz für Diskretion

Heute sind gerade mal 5,5 Millionen Franken veranschlagt für einen Anbau, der wie einst angedacht auf dem Parkplatz des Stadthauses realisiert werden soll und direkt an den bestehenden Verwaltungssitz anschliessen würde. Doch der projektierte Würfel steht auf Stelzen, anstatt über einer Tiefgarage wie einst geplant. Und so ist der Anbau auf dem Niveau des Erdgeschosses quasi auch ein Parkhaus.

Im Vergleich zur Zeit um die Jahrtausendwende zählt Opfikon seit der Erschliessung des Oberhauser Rieds und der Schaffung des Glattparks mittlerweile fast doppelt so viele Einwohner (rund 21000). Das fordert auch die Verwaltung. Dort ist der grössere Raumbedarf primär in den Abteilungen Bevölkerungsdienste sowie Betreibungs- und Stadtammannamt sowie im Bereich Steueramt spürbar, schreibt der Stadtrat jetzt. Einerseits zu wenig Arbeitsfläche für das eigene Personal, aber auch das Fehlen von diskreten Schalterbereichen für Kunden, seien ein Problem.

Ein halbes Dutzend Projektideen aus den vergangenen Jahren sowie einige neue Varianten seien durch eine Arbeitsgruppe innerhalb der Stadtverwaltung geprüft worden, heisst es. Das bestätigt auch Finanzvorsteher Valentin Perego (FDP), der kürzlich zusammen mit Stadtpräsident Paul Remund (FDP) im Eingangsbereich des Stadthauses der Öffentlichkeit für Fragen zur Verfügung stand.

Keine neue Heizung nötig

Mit Blick aufs Architekturmodell im Foyer, meint der Stapi: «Es ist seit über zehn Jahren klar, dass wir etwas brauchen.» Der neue Würfel über dem Parkplatz würde Platz schaffen für 28 Arbeitsplätze sowie Raum für 2 weitere Sitzungszimmer bieten. Erschlossen würde er mit dem vorhandenen Lift und wettergeschützten Verbindungsstegen zum bestehenden Altbau. Der Hauptzugang ins Stadthaus erfolgt dabei wie bislang durchs heutige Foyer. Da die vorhandenen sanitären Anlagen im Stadthaus ausreichen, müssten beispielsweise keine neuen WCs gebaut werden, was sich kostensenkend auswirkt in diesem Projekt. Zudem ist auch die bestehende Heizzentrale des Stadthauses ausreichend dimensioniert, damit kein neues Heizungssystem benötigt wird.

Das Stadtparlament hat dem Vorhaben bereits einstimmig grünes Licht gegeben. Das letzte Wort hat nun das Opfiker Stimmvolk. Am 1. September findet die Urnenabstimmung statt.

Erstellt: 15.07.2019, 17:32 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.