Opfikon

Zeitschrift «Hochparterre» würdigt fünfeckiges Schulhaus

Es lernt sich gut im Neubau des Schulhauses Halden in Opfikon: Die fünfeckige Form erlaubt grosse Fensterfronten, durch welche die Schülerinnen und Schüler direkt auf den Park und die Bäume sehen. Nun ist der Bau für einen bedeutenden Architekturpreis nominiert.

Der fünfeckige Bau lässt viel Licht in den grosszügigen Vorraum und die Klassen­zimmer dringen.

Der fünfeckige Bau lässt viel Licht in den grosszügigen Vorraum und die Klassen­zimmer dringen. Bild: Roland Bernath

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Von aussen sticht die eigenwillige Form kaum ins Auge: Das neue Gebäude des Schulhauses Halden in Opfikon hat einen fünfeckigen Grundriss. Im Innern, wo sich die Treppe heraufwindet, wiederholt sich die Form mit versetzten Ecken. Die Klassenzimmer, die in den Ecken angeordnet sind, erhalten von zwei Seiten her Licht. «Eine Erfindung, die man noch nie so gesehen hat», sagt Axel ­Si­mon, Redaktor bei der Architekturzeitschrift «Hochparterre». Deshalb hat sie das Schulhaus für ihren diesjährigen Architekturpreis nominiert.

Individuelle Kriterien

«Hochparterre» vergibt den goldenen, den silbernen und den bronzenen Hasen dieses Jahr zum 25. Mal, gemeinsam mit dem Museum für Gestaltung in Zürich. Neben der Sparte Architektur werden auch herausragende Leistungen im Bereich Design und Landschaftsarchitektur ausgezeichnet. Wieso es ausgerechnet ein Hase ist, der vergeben wird, wisse jedoch niemand so ­genau, räumt Simon ein.

Für den Architekturpreis sind insgesamt 25 Bauten in verschiedenen Landesteilen nominiert. Jedes Jahr entscheidet eine neu zusammengesetzte fünfköpfige Jury über die Vergabe, welche dieses Jahr am 4. Dezember stattfindet. Die Vorschläge werden von den Mitgliedern der Jury sowie von der Leserschaft der Zeitschrift eingebracht. Die Kriterien seien bewusst nicht einheitlich, sagt Axel Simon. «Jeder versteht etwas anderes unter bester Ar­chi­tektur.» Neben ästhetischen Werten spiele häufig auch die ­gesellschaftliche Relevanz eine Rolle. Letztes Jahr ging der goldene Hase an ein Genossenschaftshaus in der Siedlung Greencity in Zürich-Leimbach.

Ohne rechte Winkel

Das Opfiker Schulhaus wurde vom Büro Guignard & Saner Architekten in Zürich geplant, das bereits diverse Erfahrungen mit Schulhäusern hat. Im Unterland hat es zudem die evangelisch-methodistische Kirche mit Wohnungen in Kloten neu gebaut. Über die Nomination für den renommierten Preis mit landesweiter Ausstrahlung freut sich Pascale Guignard natürlich sehr. «Das ist schon toll. Wir haben auch schon Preise gewonnen, aber noch nie einen Hasen.»

Asymmetrische Formen mit nicht rechteckigen Winkeln sind unter den Projekten von Gui­gnard & Saner keine Seltenheit. Häufig seien solch ungewöhn­liche Formen aufgrund der ­Umgebung sinnvoll, erklärt die Architektin. «Schräg stehende Fassaden können zum Beispiel den Bezug zwischen den einzelnen Gebäuden verbessern.»

Im Fall des Opfiker Schulhauses bestand die Herausforderung darin, einen begrenzten Freiraum zwischen denkmalgeschützten pavillonartigen Bauten optimal auszunutzen. Die fünfeckige Form lasse den Bau leicht erscheinen, weil die Fassaden kürzer sind, als sie es bei einem Viereck wären. «Es handelt sich nicht einfach nur um einen Gag», betont Pascale Guignard.

Platz und Flexibilität

Das Architektenteam erstellt ­zudem auf das kommende Schuljahr hin auf demselben Areal eine neue Turnhalle und saniert in den nächsten Jahren die bestehenden Pavillons. Das Gesamtprojekt beläuft sich auf knapp 50 Millionen Franken, wovon gut 21 Millionen Franken auf den bereits erstellten Neubau entfallen.

Im dreistöckigen Schulhaus stehen 24 neue Klassenzimmer und 12 Gruppenräume zur Ver­fügung. Im Erdgeschoss gibt es einen Mehrzweckraum, zwei Schulküchen und eine gedeckte Veranda, die sich Richtung Pausenplatz öffnet.

Lernen zwischen Bäumen

Seitens der Schule ist man äusserst zufrieden mit dem neuen Schulhaus, das seit dem August in Betrieb ist. «Es ist sehr schön und gelungen», findet Co-Schulleiterin Christina Jetzer. Der helle und transparente Stil gefalle allen. «Die Raumgestaltung mit der grosszügigen Anzahl Gruppenräume eignet sich bestens für unterschiedliche Lernformen.»

Die Schulleitung war mit Jetzers Vorgänger in der Baukommission vertreten und konnte die Bedürfnisse der Schule einbringen. Einstige Befürchtungen, dass die Zimmer mit den stumpfen Winkeln schwierig einzurichten sein werden, haben sich gemäss Jetzer nicht bestätigt.

Geschätzt werden dagegen die durchgehenden Fensterfronten. Schulleiterin Christina Jetzer ist überzeugt: «Die tolle Aussicht auf die Bäume und den Park haben einen positiven Einfluss auf das Lernen.»

Erstellt: 22.11.2018, 22:55 Uhr

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