Oberglatt

Zu Besuch bei den Tierwaisen

Das Publikumsinteresse galt am Tag der offenen Tür im Tierwaisenhaus vor allem den herrenlosen Hunden. Zum dreijährigen Bestehen am neuen Standort in Oberglatt überraschten auch exotische Tieredas Publikum.

Tierpflegerin Karin Miecznikiewicz mit einem der im Tierwaisenhaus ­einquartierten Hunde.

Tierpflegerin Karin Miecznikiewicz mit einem der im Tierwaisenhaus ­einquartierten Hunde. Bild: Paco Carrascosa

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Einen Besuch im Tierheim stellt man sich eigentlich als eine traurige Angelegenheit vor. Man erwartet dabei ein Rudel herren­loser, zerzauster Hunde, die womöglich monatelang auf einen neuen Platz warten. Doch genau das Gegenteil bewies Monica ­Locher am Tag der offenen Tür.

Seit bald 20 Jahren leitet sie das Tierwaisenhaus und die damit verbundene Tierambulanz. Beim Bau der Hundeboxen und des Besucherzentrums hat sie auf eine möglichst ansprechende Wohlfühlumgebung gesetzt. Am zweitägigen Anlass mit Tombola, Livemusik und kleiner Brockenstube konnten zukünftige Hundebesitzer die Tiere im Innen­bereich begutachten oder sie beim Spielen in den Aussenge­hegen beobachten.

«Mir liegt viel daran, dass ein Besuch in unserem Tierwaisenhaus möglichst unbeschwert verlaufen kann», sagte Locher und verwies gleichzeitig auf das Angebot des täglich offenen Bistros. Ausserdem ­komme der familienfreundliche kleine Park, der gleich einem ­verwunschenen Garten über viele Weglein und Brücklein verfügt, bei den Leuten gut an.

Wenn die Hunde in den Ausgang dürfen

Im Gang der Hundeanlage war die Familie Mehmann aus Siglistorf unterwegs. Mit den zwei primarschulpflichtigen Töchtern, einem Hund und drei Katzen ­hätten sie bereits jetzt ein volles Haus. Doch aus Solidarität mit den herrenlosen Hunden habe der Familienrat einstimmig ­beschlossen, woher das nächste Tier kommen werde, nämlich aus dem Tierheim.

Von der Infrastruktur zeigten sie sich denn auch sehr beeindruckt. Als sich dann vorgestern Sonntag auch noch die Sonne blicken liess, öffnete Karin Miecznikiewicz für die Hunde den Zugang zum Aussengehege. «Dies ist sozusagen der Ausgang für die Hunde», erklärte die ausgebildete Tierpflegerin, die im Team drei Lehrlinge beaufsichtigt.

Neben dem Ausmisten der ­Boxen musste Michelle Meier, die im 1. Lehrjahr zur Tierpflegerin steht, dem Publikum auch die Eigenarten der einzelnen Rassen und Hunde näherbringen. «Jeder Hund hat natürlich seinen eigenen Charakter», erklärte sie. Immer wieder kämen auch ältere, einsame Menschen vorbei, die sich erkundigten. Zudem sei es möglich, den möglichen neuen Hausmitbewohner auf einem Spaziergang näher kennen zu ­lernen.

Jedes Tier bringt seine eigene Geschichte mit

Dass zuweilen Probleme bereits bei der Anschaffung von Haustieren entstehen, ist für die Leiterin des Tierwaisenhauses eine traurige Realität. «Oftmals wird den Kindern, die sich ein Haustier wünschen, zu viel Verantwortungsbewusstsein zugemutet», erklärte sie. So befinden sich neben Hunden und Katzen auch zahlreiche Meerschweinchen und Hasen in den Kleintierboxen. Exotische Tiere wie Schlangen fänden durchaus auch den Weg ins Tierwaisenhaus, seien aber nicht an der Tagesordnung.

Seit drei Jahren stehen nun die neuen Gebäude an der Rüm-­lan­ger­strasse in Oberglatt, wohin das Tierwaisenhaus vom alten Standort in Winkel gezogen war. Neben den Hunden, deren Halter ins Spital, in die Psychiatrie oder sogar ins Gefängnis mussten, bezieht Monica Locher ausgewählte Tiere von Zulieferern wie dem Verein Hilf dem Tier. Dabei fänden pro Jahr auch rund 20 Hunde aus Rumänien den Weg bis nach Oberglatt ins Tierwaisenhaus und schliesslich zum Freudenplätzli beim neuen Herrchen oder Frauchen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.09.2018, 11:43 Uhr

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