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Spargeln, Süsses vom Chef und Saures von Bänz Friedli

Am traditionellen Spargelessen des «Landboten» gewährte die Redaktion einen Einblick in ihre Abfallprodukte und zeigte, wie man Fake-News verhindert. Und Verleger Pietro Supino warf einen Blick in die journalistische Zukunft.

Keine Spur einer Verstimmung ist zwischen der ehemals höchsten Winterthurerin Chantal Leupi (SVP) und dem Stadtpräsidenten Michael Künzle (CVP) erkennbar, trotz dem «Puppentheater» des Tages.
Keine Spur einer Verstimmung ist zwischen der ehemals höchsten Winterthurerin Chantal Leupi (SVP) und dem Stadtpräsidenten Michael Künzle (CVP) erkennbar, trotz dem «Puppentheater» des Tages.
Enzo Lopardo
Verleger Pietro Supino wirft auf der Bühne einen Blick in die Zukunft des «Landboten» und leuchtet die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung aus.
Verleger Pietro Supino wirft auf der Bühne einen Blick in die Zukunft des «Landboten» und leuchtet die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung aus.
Enzo Lopardo
Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) posiert mit der Grande Dame seiner Partei, Ruth Werren.
Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) posiert mit der Grande Dame seiner Partei, Ruth Werren.
Enzo Lopardo
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«Danke, dass Sie alle trotz dieses Bombenwetters hier erschienen sind.» Mit diesen Worten begrüsste Tamedia-Verleger Pietro Supino die knapp 400 geladenen Gäste am traditionellen Spargelessen des «Landboten» im Casinotheater. Politiker, Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiberinnen, Firmenchefs und Kulturleute gaben sich ein Stelldichein.Bevor das Spargelbuffet eröffnet wurde, blickte Supino für den «Landboten» in die Vergangenheit und in die Zukunft. «Trotz Unsicherheiten konnte die gute Ausgangslage der Zeitung weiter gestärkt werden.» Man gehe zuversichtlich in die Zukunft, auch wegen grosser Investitionen in den digitalen Journalismus. «Gerade haben wir zum ersten Mal 100 000 Unique Clients im Monat erreicht», sagte der Verleger über die Zugriffszahlen von www.landbote.ch. Für den Verlag stehe die Region stets an erster Stelle, sagte Supino, sprach aber auch die Veränderungen an, die auf die Zeitungen wegen der schwindenden Werbeeinnahmen zukommen. Ein Szenario sei es, mehrere Zeitungen aus einer Redaktion heraus zu bedienen, wie es die Zürcher Regionalzeitungen, zu denen der «Landbote» gehört, zum Beispiel schon im überregionalen Sport praktizieren.

Ein Mittel gegen Fake-News

Thema des diesjährigen Einblicks in den «Landbote»-Alltag war der Papierkorb. So erzählte Madeleine Schoder, die Leiterin der Bildredaktion, wie aus 650 an einem FCW-Spiel geschossenen Fotos am Ende eines übrig bleibt und gedruckt wird. Lokalredaktorin Eva Kirchheim erklärte, warum gewisse Leserbriefe nicht erscheinen: «Wenn sie ehrverletzend oder beleidigend sind oder keinen Bezug zu einer Aktualität haben, drucken wir sie nicht.» Dass der Papierkorb auch ein Mittel gegen Fake-News ist, demonstrierte Lokalredaktor Till Hirsekorn. Er erzählte minutiös nach, wie er für ein Treffen von Rechtsradikalen in Winterthur, auf das ein anonymer Brief hingewiesen hatte, keine Belege fand.

Spargel oder Rhabarber? Winterthur oder Zürich? Zeitung oder iPad? Wir haben die Gäste am traditionellen Spargelessen des «Landboten» gefragt. Video: Simon Grässle

Im Unterhaltungsteil trat Kabarettist Bänz Friedli auf, der selbst auf eine Vergangenheit im Verlagshaus zurückblickt. Friedli liess grosse Kenntnisse lokaler Themen aufblitzen, witzelte über die Stadtratsersatzwahlen, die Kontroverse um den Präsidenten der Kreisschulpflege Stadt-Töss und mokierte sich über den Stadtpräsidenten und dessen Puppengeschenk an die abgetretene Ratspräsidentin Chantal Leupi.

Auch den Gastgeber schonte Friedli nicht. So sinnierte er über das «darbende Zeitungsgeschäft» und mischte den Witz mit Moral, als er den Lohn des Tamedia-CEO den strukturellen Veränderungen im Konzern gegenüberstellte.

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